Schadenersatz für RWE: Die Biblis-Stilllegung war erforderlich!

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat die Schadenersatzklage seitens des Energiekonzerns RWE gegen den Bund und das Land Hessen scharf kritisiert. Der BBU ist der Auffassung, dass dem RWE-Konzern kein Schadenersatz für die Stilllegung der Atomkraftwerke Biblis A und B zusteht.

atomanlagen stilllegen!Das Land Hessen hatte 2011 nach Beginn der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima die Stilllegung der RWE-Atomkraftwerke Biblis A und B veranlasst.

„Mit der Stilllegung der Biblis-Reaktorblöcke A und B hat die hessische Landesregierung im Interesse der Bevölkerung gehandelt. Es ist absurd, dass RWE daraus  Schadenersatzforderungen ableiten will“, so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Die Blöcke A und B des AKW Biblis waren 2011 zunächst für drei Monate stillgelegt worden. Anschließend wurden sie dauerhaft vom Netz genommen.

Der BBU betont, dass das Land Hessen 2011 zum Schutz der Bevölkerung gehandelt hat, nachdem Fukushima erneut gezeigt hatte, dass auch westliche Atomkraftwerke Katastrophen verursachen können. Der BBU führt zudem mit Nachdruck aus, dass durch die Stilllegung von Biblis A und B die Produktion weiteren Atommülls verhindert wurde.

„Andere Landesregierungen wie zum Beispiel in NRW, Niedersachsen und Bayern sollten dem Beispiel Hessens folgen und die noch immer laufenden Atomkraftwerke und Uranfabriken sofort stilllegen lassen“, so Udo Buchholz.

In NRW ist RWE am Betrieb der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage beteiligt, in Niedersachsen betreibt RWE das Atomkraftwerk Emsland in Lingen und in Bayern das AKW Gundremmingen. Natürlich fordert der BBU auch die Aufhebung der AKW und Atomanlagen, die von E.on, Vattenfall und EnBW betrieben werden.

Die Bevölkerung ruft der BBU weiterhin zum Protest gegen Atomkraftwerke, Atomanlagen und Atomtransporte, sowie zum Stromwechsel, auf. Die Kundinnen und Kunden haben laut BBU die Möglichkeit, einen Stromanbieter zu wählen, der keinen Atomstrom produziert oder anbietet. In diesem Zusammenhang verweist der BBU auf seine Stromwechselkampagne; weitere Informationen dazu unter http://www.bbu-online.de

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Quelle: PE BBU; 26.8.2014

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