AKW Gundremmingen: Baden-Württemberg will vorzeitiges Ende

Die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg fordert aufgrund von Sicherheitsdefiziten eine vorzeitige Stilllegung des Atomkraftwerks Gundremmingen. Ein entsprechendes Schreiben habe die Landesregierung an Bayern gesandt. Atomkraftgegner warnen ebenfalls vor Risiken und fordern die sofortige Stilllegung der zwei Siedewasserreaktoren.

AKW Gundremmingen vom Netz!

AKW Gundremmingen vom Netz!

Es sind die letzten ihrer Art in Deutschland, die noch betrieben werden dürfen: die Siedewasserreaktoren Gundremmingen B und C 2017 bzw. 2021 sollen die baugleichen Anlagen erst laut Atomausstiegsgesetz vom Netz gehen. Baden-Württembergs Umweltministers Franz Untersteller (Grüne) weist laut „Spiegel“ seinen bayrischen Amtskollegen auf unzureichenden Schutz der Notstromversorgung gegenüber Erdbeben hin – und fordert eine schneller Stilllegung als im Gesetz vorgesehen.

Atomkraftgegner wiesen kürzlich auf weitere Mängel hin: Der Turbinenkondensator könne jederzeit und mit erschreckend hoher Wahrscheinlichkeit ausfallen. Die Folge wäre ein plötzlicher Druckstoß im Reaktor, der den so genannten Auslegungsdruck weit überschreitet, warnt der IPPNW. Es gibt „latente Fehler“ in den Anlagen, die erst in Notsituationen auffallen, argumentieren AKW-Gegner vom „FORUM Gundremmingen“. So fehle etwa der Nachweis, dass eine Leckage im Kühlkreislauf, bei dem Isoliermaterial oder andere Stoffe mitgeschwemmt werden, beherrschbar bliebe. Eine Studie anlässlich der noch bis Ende letzten Jahres geplanten Leistungserhöhung der Reaktoren deckte weitere schwerwiegende Mängel und Gefahren auf: Die Reaktordruckbehälter sind in einer kritischen Weise konstruiert worden, wie man es heute auf keinen Fall mehr täte. Die beiden Reaktoren verfügen nicht über die für den Ernstfall notwendige Anzahl von Not- und Nachkühlsystemen. Auch würden ausreichenden Nachweise fehlen, dass selbst bei extremen Hochwassersituationen und mögliche starke Erdbeben keine Radioaktivität freigesetzt wird.

Atomkraftgegner fordern die umgehende Stilllegung der beiden Reaktoren, die seit mehr als 30 Jahren hochradioaktiven Atommüll produzieren, von dem nicht ein Gramm entsorgt ist.

  • Gefährlich hoher Druck im Reaktor: Akute Unfallgefahr im Atomkraftwerk Gundremmingen
    4. April 2014 – Nach Informationen der Ärzteorganisation IPPNW geht von dem Atomkraftwerk Gundremmingen eine erhebliche Gefahr aus: „Der Turbinenkondensator kann jederzeit und mit erschreckend hoher Wahrscheinlichkeit ausfallen. Die Folge wäre ein plötzlicher Druckstoß im Reaktor, der den so genannten Auslegungsdruck weit überschreitet“, warnt IPPNW-Atomenergieexperte Henrik Paulitz.
  • 30 Jahre Groß-AKW Gundremmingen – ohne ausreichende Haftpflichtversicherung und ohne Entsorgung
    4. April 2014 – Der zweite Teil des AKW Gundremmingen wird in diesen Tagen 30 Jahre alt. Er hat viel Strom geliefert und einige hundert Bürger wohlhabend gemacht. Bisher hatte dieser Teil keinen Unfall mit Totalschaden wie ihn im Jahre 1977 mit Block A der erste Teil hatte. Block B und C haben zugleich – angeblich unter Einhaltung der Grenzwerte – krankmachende Radioaktivität in die Luft und das Donauwasser abgegeben. Und sie haben Atommüll erzeugt, von dem noch kein Kilo entsorgt worden ist. Wofür unsere Nachkommen uns verfluchen werden.
  • Bayerische Atomaufsicht zögert schuldhaft: Abschalten bis Sicherheitsnachweise vorliegen!
    7. März 2014 – Existenzielle Sicherheitsnachweise fehlen dem AKW Gundremmingen. Und dennoch greift die verantwortliche Bayerische Atomaufsicht nicht ein. Ohnehin gilt dieses größte Kernkraftwerk Deutschlands wegen seiner zwei veralteten Siedewasserreaktoren als das gefährlichste AKW Deutschlands. Es muss zum Schutze der Menschen mindestens so lange abgeschaltet werden, bis die Sicherheitsnachweise vorliegen.
  • Nach Leckagen: AKW Gundremmingen-C muss vom Netz
    27. Februar 2014 – Block C des Atomkraftwerks Gundremmingen muss am kommenden Samstag außerplanmäßig vom Netz genommen werden. Nach Defekten und Leckagen im benachbarten Block B will der Betreiber nun vorsorglich Bauteile austauschen.

Quelle (Auszug): zeit.de, 18.04.2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv