Nach Leckagen: AKW Gundremmingen-C muss vom Netz

Block C des Atomkraftwerks Gundremmingen muss am kommenden Samstag außerplanmäßig vom Netz genommen werden. Nach Defekten und Leckagen im benachbarten Block B will der Betreiber nun vorsorglich Bauteile austauschen.

Unfall-Szenario AKW Gundremmingen-B mit meteorologischen Daten am 5. Mai 1995

Unfall-Szenario AKW Gundremmingen-B mit meteorologischen Daten am 5. Mai 1995

Anfang des Jahres musste bereits Block B vom Netz genommen werden, um alle Messlanzen in dem Reaktor auszutauschen. Nach einer Leckage am 7. Januar stoppte der Meiler. Im August letzten Jahres war es zum selben Defekt gekommen. Laut Betreiber RWE habe „eine visuelle Prüfung ergeben, dass es sich im Januar um denselben Schadensmechanismus wie im vergangenen Jahr gehandelt habe“. Deshalb seien alle acht baugleichen Messlanzen im Block B ausgetauscht worden. Vorsorglich hatte RWE auch für Block C diese Bauteile anfertigen lassen und will nun mit dem Einbau beginnen. Eigentlich war der Austausch erst zur Revision im Sommer geplant.

Atomkraftgegner forderten bereits die Stilllegung der zwei Meiler in Bayern, die einzigen noch in Betrieb befindlichen Siedewasserreaktoren Deutschlands. Wegen der Unzuverlässigkeit und den zunehmenden ungeplanten Stillständen müsse über Ersatzkapazitäten diskutiert werden, die das AKW wiederrum überflüssig mache. Die Versorgungssicherheit in Bayern könnte schon heute in Gefahr sein – allerdings nicht wegen des Atomausstiegs, sondern wegen den störanfälligen, alten Reaktoren.

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Quelle (Auszug): kkw-gundremmingen.de, augsburger-allgemeine.de, 23./26.02.2014

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