Früheres Aus für französische AKW möglich

Dutzende Milliarden Euro müssen in die alten französischen Atomkraftwerke investiert werden. Grund sind strengere Sicherheitsauflagen. Damit droht den Anlagen möglicherweise ein frühzeitiges Aus.

AKW Golfech / Frankreich; Quelle: maps.google.de
AKW Golfech / Frankreich; Quelle: maps.google.de

Für Anlagen, die über eine Laufzeit von 40 Jahre betrieben werden, sollen die Sicherheitsstandards angehoben werden. Um dem zu begegnen plant der halb-staatliche Betreiber EDF bis 2025 bereits 55 Milliarden Euro ein, die in den Kraftwerkspark investiert werden müssen. Möglicherweise droht bis 2020 für zwölf der insgesamt 58 landeseigenen Anlagen die vorzeitige Stilllegung. Der Chef der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN, Pierre-Franck Chevet, droht dem Betreiber mit Zwangsabschaltungen, sollte eine Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen ausbleiben.

EDF plant mit Laufzeitverlängerungen um 20 Jahre. Heute sind die AKW in Frankreich bereits im Durchschnitt 28 Jahre alt. Im internationalen Vergleich sind nur die Reaktoren in den USA noch älter. Allein das älteste AKW Frankreichs, Fessenheim, soll 2016 stillgelegt werden. Es steht direkt an der Grenze zu Deutschland.

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Quelle (Auszug): iwr.de, 12.12.2013