Studie: Atomkraft ist auch in Tschechien nicht selber überlebensfähig

Eine Studie tschechischer Analysten zeigt, dass der Ausbau des Atomkraftwerks Temelin unwirtschaftlich ist und die Atomenergie ohne staatliche Förderungen am Ende ist. Der Staat will einen wertgesicherten Strompreis garantieren und für einen Großteil der Investitionssumme bürgen.

Protestaktion deutscher Atomkraftgegner 2009 am AKW Temelin

Protestaktion deutscher Atomkraftgegner 2009 am AKW Temelin

Für den geplanten Bau von zwei Reaktoren am Standort Temelin soll die Bevölkerung eine notwendige Bürgschaft für den Großteil der Investitionssumme übernehmen. Außerdem will die Regierung dem Betreiber einen wertgesicherten Strompreis von 108 Euro pro Megawattstunde über 35 Jahre garantieren.

Das Anti Atom Komitee aus Österreich fordert als direkt betroffene eines AKW-Neubaus in Tschechien die EU auf, alle rechtlich möglichen Schritte zu setzen, diesen „Anschlag auf das europäische Wettbewerbsrecht“ zu verhindern. Die EU prüft zur Zeit, ob ein vergleichbarer Verfahren in England gegen das Wettbewerbsrecht verstösst und damit unzulässig wäre.

„Mit diesen Rahmenbedingungen hat sich die Atomlobby selber des Arguments von der so billigen Atomkraft beraubt“, erklärt Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee.

Eine Studie der tschechischen Analysten würde nämlich bestätigen, dass Atomenergie ohne massive Förderungen nicht überlebensfähig ist. Der Versuch der Atomlobby für den Ausbau des AKW Temelin an staatliche Fördermittel heranzukommen, sei „nichts anderes als eine Bankrotterklärung der Atomlobby“.

  • Die Politiker in Brüssel seien dringend aufgefordert, entschieden gegen diese Machenschaften aufzutreten und diesen Anschlag auf das europäische Wettbewerbsrecht, einem elementaren Grundpfeiler der EU, mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Bereits Mitte August gab der tschechische Energiekonzern CEZ bekannt, dass der Ausbau des Atomkraftwerks Temelin wegen Zweifeln am Strombedarf und Wirtschaftlichkeit des Vorhabens vorerst um zwei Jahre verschoben wird. Parallel setzt sich der Atomkonzern auf EU-Ebene für staatliche Subventionen ein.

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Quelle (Auszug): PE Anti Atom Komitee, 11.12.2013

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