Erneut Störfall in französischen AKW – Radioaktivität ausgetreten

Im Inneren eines Reaktorgebäudes des französischem Atomkraftwerk Flamanville ist sechs Stunden lang Radioaktivität ausgetreten. Nach Angaben der Behörden gelangte nichts an die Umwelt, allerdings mussten Arbeiter den Reaktor räumen.

Die Verstrahlung ereignete sich nach Angaben der Aufsichtsbehörde ASN in der Nacht zum Donnerstag im sogenannten Primärkreislauf des Reaktorgebäudes, als der Ende Juli für Wartungsarbeiten abgeschaltete Reaktor wieder hochgefahren wurde. Mitarbeiter des AKW mussten das Reaktorgebäude verlassen, sie waren den Angaben der Behörde zufolge keiner Strahlung ausgesetzt. Auch soll keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt sein.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls, der am Mittwoch um 23.15 Uhr begann, lief der Primärkreislauf des Reaktors mit einer Temperatur von 200 Grad Celsius. Der Reaktor wurde umgehend heruntergefahren, wodurch Wassertemperatur und Druck im Röhrensystem wieder abfielen. Die Atomaufsichtsbehörde ASN stufte den Vorfall auf der bis sieben reichenden internationalen Störfallskala INES mit Niveau eins ein.

Atomkraftgegner verweisen auf weitere Störfälle und auf zahlreiche Mängel, die kürzlich im Rahmen der europäischen „Stresstests“ bekannt geworden waren: In die vermeintliche „Sicherheit“ der französischen AKW müssen Milliarden investiert werden. Tausende Atomkraftgegner forderten erst Mitte Oktober den Ausstieg aus der Atomkraftnutzung.

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Quelle (Auszug): AFP, dpa; 25.10.2012

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