Deutsches Gutachten: Atomkraftwerke Fessenheim und Beznau nicht sicher

„Das Sicherheitsrisiko ist entschieden größer, als bisher bekannt“: Die Atomkraftwerke im elsässischen Fessenheim und im schweizerischen Beznau nahe der deutschen Grenze sind einem Gutachten zufolge nicht ausreichend sicher. Die Grünen in Baden-Württemberg haben deutsche Standarts für die alten Meiler ansetzen lassen – und fordern nun, dass die AKW früher als geplant vom Netz müssen.

Bild: fessenheimstop.orgDie Studie des Öko-Instituts und des Physikerbüros Bremen im Auftrag des baden-württembergischen Umweltministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass die Alt-Meiler bei Erdbeben und Überflutung sowie im Brennelement-Lagerbecken, bei der elektrischen Energieversorgung und der Kühlwasserversorgung „wesentliche sicherheitstechnische Schwachstellen“ haben. Franz Untersteller, Grüner und Umweltminister des Landes, hatte die Untersuchung nach deutschen Maßstäben in Auftrag geben, nachdem der EU-Stresstest bei den Atomanlagen keinerlei Sicherheitsmaßstäbe angelegt habe.

  • Die beiden Beznauer Reaktoren hätten bei Erdbeben und Überflutung sowie im Brennelement-Lagerbecken und in der Kühlwasserversorgung „wesentliche sicherheitstechnische Schwachstellen“, so das Gutachten.
  • Besonders in Fessenheim direkt hinter der Grenze zu Baden-Württemberg handele es sich um eine „sicherheitstechnisch unzureichende Anlage“. Vor allem gegen Erdbeben und Überflutungen sei Fessenheim nicht gewappnet.

Beide untersuchten Kraftwerke lägen laut der Studie in den meisten relevanten Bereichen hinter dem Sicherheitsstatus deutscher Anlagen zurück. Sie schneiden sogar schlechter ab, als einige der acht deutschen Anlagen, die nach Fukushima stillgelegt wurden.

„Die Analyse hat gezeigt, dass der europaweite Stresstest nicht annähernd den sicherheitstechnischen Maßstäben entspricht, die inzwischen bei deutschen Atomkraftwerken angelegt werden“, so Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik.

Beznau 1 ist das weltweit älteste AKW, in Fessenheim befinden sich die zwei ältesten Meiler Frankreichs. Präsident Hallonde will sein Wahlkampfversprechen wahr machen und Fessenheim 2016 abschalten. Untersteller fordert von Bundesregierung und EU-Kommission, sich verstärkt für europäische Standards bei der Anlagensicherheit einzusetzen. Fessenheim müsse früher und nicht erst 2016 stillgelegt werden.

Quelle (Auszug): sueddeutsche.de, dpa; 18.10.2012

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