Ohne Zulassung: Yellow-Cake-Transport aus Kazachstan

Als Bahntransport sind Container mit Yellow Cake zur Herstellung von AKW-Brennstoff quer durch Deutschland gerollt. Vier Behälter musste wegen eines Beförderungsverbotes in Hamburg stehen bleiben. Atomkraftgegner fordern den Umschlag von Atombrennstoffen in deutschen Häfen sofort zu stoppen.

Uran-Container in Hamburg. Bild: blog.eichhoernchen.fr

Uran-Container in Hamburg. Bild: blog.eichhoernchen.fr

Bereits am Wochenende wurden aus Kasachstan stammende Container mit Yellow Cake (Uranerzkonzentrat) in Hamburg am Südwest-Terminal gesichtet. Die verschiedenfarbigen Container weisen verblasste Farben auf: Rot, grün und blassblau. Ein Container hatte eine chinesische Aufschrift. Insgesamt 17 Container mit Uranerzkonzentrat wurden in Hamburg auf Bahnwaggons verladen. Der Zug setzte sich am Montag (15. Juli) gegen 18 Uhr in Bewegung. Zuvor hatte allerdings die Polizei Mängel festgestellt und vier Urancontainer durften nicht auf die Bahn verladen werden. Nach Angaben dess NDR-Magazins Panorama 3 war „die notwendige Zulassung“ der Behälter abgelaufen. Neun weitere Container durften nur „unter Auflagen“ weitertransportiert werden. Auch soll es nach Beobachtungen der AtomkraftgegnerInnen zu Beladefehlern gekommen sein, die vom Lokführer des Güterzuges vor Ort moniert worden sein sollen.

Gestern hat die Hamburger Polizei das Beförderungsverbot aufgehoben. Laut NDR hätten Mitarbeiter des Amtes für Arbeitsschutz die vier Container untersucht und dabei keine Mängel und keine Beschädigungen gefunden. Die Container dürften nun ohne gültige Zulassung transportiert werden.

Ziel der etwa 500 Tonnen Uranerzkontrat ist eine französische Atomanlage in Malvesi, wo das Uran weiter verarbeitet wird. Möglicherweise kommt es später zurück in die Bundesrepublik, um in den Uranfabriken in Gronau und Lingen weiter für den Einsatz in Atomkraftwerken vorbereitet zu werden.

Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände warnen vor dem Atomtransport. Mehrere Organisationen, darunter das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, das Anti-Atom-Büro Hamburg, das Anti-Atom-Plenum Köln und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordern zudem in einer gemeinsamen Stellungnahme das Verbot aller Atomtransporte. Die Anti-Atomkraft-Bewegung kritisiert, dass Atomtransporte klammheimlich durchgeführt werden. Hilfskräfte wie Feuerwehr und DRK werden in der Regel vorab nicht informiert und auch die Bevölkerung bekommt keine Hinweise über die brisanten Transporte. Die Initiativen und Verbände fordern angesichts der drohenden Gefahren neben einem Transportverbot auch die Entwidmung der Häfen für Atomtransporte.

„Muss erst alles in die Luft fliegen, bevor gehandelt wird?“, fragt die BI Kiel gegen Atomanlagen und fordert ein Einschreiten der Landesregierung in Schleswig-Holstein, um die Atomtransporte zu verhindern.

httpv://www.youtube.com/watch?v=OdgCUEB9Ksk

  • Heute neuer Urantransport auf der Schiene von Hamburg nach Frankreich?
    14. Juli 2014 – Norddeutsche Anti-Atomkraft-Initiativen vermuten, dass am späten Nachmittag des heutigen Montag (14. Juli 2014) erneut ein Urantransport mit der Bahn in Hamburg Richtung Frankreich starten könnte. In der Vergangenheit wurden immer wieder derartige Transporte durchgeführt. Seitens der Anti-Atomkraft-Bewegung wird ein Verbot derart gefährlicher Transporte gefordert.

Quellen (Auszug): ndr.de, umweltfairaendern.de, bbu-online.de, BI Kiel gegen Atomanlagen; 15./16.7.2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv