Schweiz: Atommülllager an der deutschen Grenze geplant

Am kommenden Samstag wird in der Schweiz die Entscheidung fallen, welche Standorte für die Lagerung radioaktiver Abfälle als „am wenigsten ungeeignet“ für die Oberflächenanlage eines Atomendlagers empfohlen werden. Der favourisierte Standort liegt direkt an der Grenze zu Deutschland.

Endlagerstandort in der Schweiz

Endlagerstandort in der Schweiz

Aller Voraussicht nach wird der Standort Weiach, keinen Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, erste Wahl für eine Anlage sein, die Atommüll für die Endlagerung vorbereiten soll. So steht es bereits im Abschlussbericht als Empfehlung der Leitungs- und der Fachgruppe der „Regionalkonferenz Nördlich Lägern“. In der Schweiz werden in sechs Regionen mögliche Standorte für Atomendlager gesucht. Die Regierung rühmt sich mit der Einbeziehung der Bevölkerung bei der Suche. Auch als gutes Beispiel für die deutsche Endlagersuche darf die Schweiz immer wieder herhalten.

So „demokratisch vorgehen wie kein anderes Land“ will die Schweiz. Doch die Bürgerbeteiligung überfordere die Teilnehmer und sei sehr zeitaufwendig, attestieren deutsche Vertreter der Regionalkonferenzen – und denken deshalb an einen Ausstieg. Atomkraftgegner kritisieren das Verfahren grundsätzlich, denn ein sicheres Endlager sei in der Schweiz genauso unmöglich, wie in jedem anderen Land. Nachdem viele Jahre lang Granit als Medium für die Aufnahme eines Atommüll-Endlagers präferiert wurde, konzentriert sich die Suche mittlerweile auf Opalinuston-Schichten. Diese würden jedoch ausnahmslos eine zu geringe Dicke auf und liegen zudem durchweg in erdbebengefährdeten Gebieten, attestieren Kritiker. Wie auch in Deutschland fordern Atomkraftgegner in der Schweiz, den „Entsorgungsnachweis“ für die Atomkraftwerke aufzuheben, solange grundlegende Fragen der Atommüllentsorgung nicht gelöst sind.

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Quellen (Auszug): netzwerk-regenbogen.de, badische-zeitung.de, 02.12.2013

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