Studie: Atomkraft ist nicht sicher, nicht sauber – und auch nicht billig!

Die Ergebnisse einer Studie der Wiener Umweltanwaltschaft zeigen, dass die Vorbehalte gegen die Nutzung der Atomenergie aus legitimen Sicherheitsinteressen um den Vorbehalt der Unwirtschaftlichkeit der Atomenergie erweitert werden können. Die Arbeit liefert erste fachlich fundierte Grundlagen zum Thema: Atomkraft ist weder sicher, noch sauber und auch nicht billig!

Atomanlagen stilllegen!Die Gewinne die Einzelne aus dem Betrieb von Atomkraftwerken ziehen können, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese und die restlichen nicht durch den Strompreis bezahlten Kosten auf Grund rechtlicher Rahmenbedingungen von der Gesellschaft indirekt getragen werden, schreiben die Verfasser. Die Gefahren der Atomenergie durch Unfälle sowie die schwerwiegenden Probleme, die sich aus den radioaktiven Abfällen ergeben und die Gefahren der Proliferation seien allgemein bekannt.

  • Das letzte verbleibende Argument, das übrig geblieben ist, nachdem die Realität gezeigt hat, dass „sicher“ und „sauber“ nicht zutreffend sind, ist „billig“.

In der europäischen Debatte über eine Renaissance, oder besser über lebensverlängernde Maßnahmen für die Atomenergie, gehe es neben der sich bei fundierter Betrachtung als falsch herausstellenden CO2-Freiheit, immer mehr um die Kostenfrage. Betrachte man die Träume der Frühzeit der Atomenergienutzung, in denen von praktisch kostenloser elektrischer Energie die Rede war, so zeige die Realität, dass in den wenigen Ländern mit Atomenergienutzung die Elektrizitätspreise weit von diesen Versprechungen weg sind. Richte man den Blick auf die aktuelle Debatte in Europa, zeige sich, dass trotz der zahlreichen bestehenden direkten und indirekten Bevorzugungen kein einziges Atomkraftwerk auf Grund wirtschaftlicher Überlegungen errichtet wird. Zusätzlich zu den bestehenden finanziellen Vorteilen der Atomenergie, wie massive Haftungsbeschränkungen, staatlichen Kreditgarantien und desgleichen mehr, pokern Errichter auch staatliche Garantien für die Stromabnahme zu Preisen die jenseits des doppelten Marktpreises liegen und das inflationsangepasst über mehrere Jahrzehnte.

Als erstes Fokusthema der Studie wurden die Kosten des Neubaus von AKW gewählt: Etwa zwei Drittel der Stromgestehungskosten entfallen auf Fixkosten – davon geht der Großteil in den Bau des Kernkraftwerkes inklusive Zinszahlungen (Kapitalkosten) – die Höhe der Baukosten sind also wesentlich fu?r die Gesamtkosten der Atomenergie. Alle europäischen Neubauprojekte verbindet ein entscheidender Punkt: Probleme mit Kosten oder Finanzierung. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) errechnete zwischen 2003 und 2009 einen jährlichen Anstieg der Baukosten von 15%.

Das zweite Fokusthema beschäftigt sich mit möglichen Kosten eines Super-GAUs und der Einfluss einer nuklearen Vollhaftung auf die Kosten der Kernenergie. Dieser Fokus bringt folgende Erkenntnisse: Verschiedene Studien ergeben Gesamtkosten fu?r einen Super-GAU mit Summen zwischen 71 und 5.800 Milliarden US-Dollar. Eine Vollversicherung wu?rde die Stromgestehungskosten in eklatante Höhen treiben – sogar bei einer Ansparzeit von 100 Jahren wu?rden die Kosten um das 3-50-fache steigen – wenn ein Unfall noch innerhalb der Lebensdauer eines Kernkraftwerkes abgedeckt werden soll wäre eine Kostenerhöhung um das 80-1.300 fache die Konsequenz – ein nuklearer Unfall ist also de facto nicht versicherbar.

Die Atomenergie kann nur mit staatlichen Begu?nstigungen nukleare Neubaubestrebungen umsetzen, bilanziert die Studie – zusätzlich zu den vielen Begu?nstigungen und Sonderregelungen, die sie bereits genießt. Die Kosten der Begu?nstigungen wie auch Schäden der nuklearen Brennstoffkette an Umwelt und Gesundheit mu?ssten von der Allgemeinheit getragen werden.

  • Investitionen in nuklearen Neubau seien deshalb wirtschaftlich und gesellschaftlich untragbar.

Die Unterstützung einer Technologie, die nicht nur potentiell die Lebengrundlagen von vielen Menschen massiv gefährdet, sondern auch eine volkswirtschaftlich größere Belastung als ihre Alternativen darstellt, müsse so schnell wie möglich eingestellt werden, resümieren die Verfasser.

  • Historische Niederlage für die Atomlobby!
    10. Oktober 2013 – Widerstand macht sich bezahlt: Die EU-Kommission begräbt den Vorschlag, Atomkraftwerke künftig stärker zu fördern. Eine weitere Historische Niederlage für Atomlobby. Denn: Atomkraft ist ohne Subventionen nicht überlebensfähig.
  • EU: Mehr Subventionen für Atomkraft als für Ökoenergie
    24. Juli 2013 – Ein internes EU-Papier zeigt, dass reichlich staatliche Fördermittel für die Atombranche fließen – um bis zu fünf Milliarden mehr als für Öko-Strom. Trotzdem behauptet die EU-Kommission, Atomenergie nicht zu bevorzugen. Atomkraftgegner fordern einen sofortigen Subventions-Stop für Reaktoren.
  • Studie: Atomkraft ab 2020 nicht mehr rentabel
    21. März 2013 – “Kernenergie kann zur langfristigen Stromversorgung und zum Klimaschutz kaum beitragen.” Mit diesen Worten fasst der Atomphysiker Wolfgang Kromp das Ergebnis einer mehrjährigen Studie zur Wirtschaftlichkeit und Klimafreundlichkeit der Atomkraft zusammen. Hintergrund: Uran wird teurer – und Atomkraft damit nicht mehr rentabel.

Quelle (Auszug): wua-wien.at, 11.10.2013

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