EU: Mehr Subventionen für Atomkraft als für Ökoenergie

Ein internes EU-Papier zeigt, dass reichlich staatliche Fördermittel für die Atombranche fließen – um bis zu fünf Milliarden mehr als für Öko-Strom. Trotzdem behauptet die EU-Kommission, Atomenergie nicht zu bevorzugen. Atomkraftgegner fordern einen sofortigen Subventions-Stop für Reaktoren.

Die EU-Kommission schätzt die Höhe staatlicher Fördermittel für Europas Atombranche höher ein als die Zuschüsse für Ökoenergien: Das geht aus einem internen Papier der Brüsseler Behörde hervor, das dem Informationsdienst dpa Insight EU vorliegt, berichtet kleinezeitung.at.

2011 seien 35 Milliarden Euro in die Förderung von Atomkraft geflossen – und nur 30 Milliarden Euro in erneuerbaren Energien. Allerdings sei die genaue Höhe staatlicher Hilfen für die Atomkraft unklar, weil wenig Transparenz herrscht.

Kürzlich war das Ausbauprojekt AKW Temelin in Tschechien an zu hohen Kosten gescheitert, die Neubauten in Finnland (Oliluooto) und Frankreich (Flamanville) werden immer teurer und für die Konzerne ein finanzielles Desaster. Nur England will mithilfe von Strompreisgarantien den Zubau von Meilern ermöglichen.

Atomkraftgegner fordern den sofortigen Stop weiterer Atom-Subventionen oder staatlicher Unterstützung wie Preisgarantien. Denn Atomenergie ist weder billig noch umweltfreundlich. Ohne staatliche Zuschüsse ist der Errichtung neuer Meiler unmöglich, weil sich die Anlagen in Konkurrenz zu anderen Energiequellen nicht mehr rechnen.

  • Antiatom-Organisationen müssen europaweit gemeinsam gegen Atomsubventionen auftreten!
    24. Juli 2013 – “Wer eins und eins zusammenzählt, kann sich ausrechnen, dass die jetzt bekannt gewordene Verschiebung des Temelin-Ausbaus um mindestens ein Jahr mit der offenen Frage nach den Atomsubventionen zusammenhängt. Ohne die Erlaubnis der EU-Kommission, den Ausbau von Temelin mit nationalen Atomsubventionen zu fördern, wird der Ausbau nicht stattfinden. Längst ist auch der Regierung in Tschechien klar, dass Atomkraft ohne Förderung völlig am Ende ist!”, so Roland Egger und Gabriele Schweiger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich.
  • EU-Atomförderung verhindern!
    23. Juli 2013 – Atomenergie ist weder billig noch umweltfreundlich – den ersten Teil der Aussage bestätigt die EU faktisch. Damit neue Atomkraftwerke errichtet werden können, will Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia Subventionen von Mitgliedsländern dafür erlauben. Doch: Atomkraft ist ohne Subventionen am Ende. Mit einer Aktion fordert das Umweltinstitut München: Keine EU-Förderung von Atomstrom, weder als Preisgarantie noch über eine Einspeisevergütung nach dem Muster der erneuerbaren Energien!

Quelle (Auszug): kleinezeitung.at, 24.07.2013

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