Falsches Spiel um defekte Brennelemente im AKW Gundremmingen

Seit etwa 2010 fallen im AKW Gundremmingen vermehrt undichte Spaltelemente auf. „2012 hat es in Block C keine Brennelementdefekte gegeben“, berichtet der Betreiber der letzten Siederwasserreaktoren in Deutschland. Atomkraftgegner unterstellen falsches Spiel, denn nach der Revision 2012 war sehr wohl von undichten Brennelemente berichtet worden. Der Betreiber ist zur Zeit in Block B auf der Suche nach neuen Defekten.

Am 22. März 2013 hatte das AKW Gundremmingen auf seine Homepage gesetzt: „So wurden in der vergangenen Revision von Block C durch das Sippingverfahren vier MOX-Brennelemente als defekt erkannt.“ Die Revision von Block C fand im Juli/August 2012 statt, berichtet die Initiative FORUM, die sich seit Jahren gegen den Atomkomplex engagiert. Im Nachhinein sei diese Information nach etwa 2 Wochen – nachdem Atomkraftgegner darauf öffentlich hingewiesen hatten – vom Betreiber wieder entfernt worden.

Beim jährlichen Kraftwerksgespräch am 22.3.13 erwähnt das AKW zudem eher beiläufig, dass es im Block B wieder Probleme mit Leckagen hat: „Da die Betriebsüberwachung Hinweise auf einen Brennelementdefekt liefert, ist ein so genannter Sippingtest vorgesehen.“ Allerdings beschwichtigt der Betreiber: „die Anlage ist auch für den Betrieb mit defekten Brennelementen ausgelegt.“

  • Defekte Brennelemente führen zur einer erhöhten radioaktiven Freisetzungen. Zur Zeit befindet sich Block B für die jährliche Revision abgeschaltet.

In den 1990er Jahren wurden genehmigt, neben den Uran-Spaltelementen auch MOX-Spaltelemente (Mischoxid-Spaltelemente) einzusetzen, die von Anfang an neben Uranoxid auch Plutoniumoxid enthalten. Plutonium ist ein Ultragift, von dem geringste Menge tödlich wirken. Neben der zusätzlichen Gesundheitsgefahr sind die MOX-BE in der Herstellung, im Einsatz und in der Entsorgung gegenüber Uran-BE risikobehafteter.

Die Initiative FORUM fordert seit Jahren immer wieder erstens zutreffende Informationen über die Defekte und ihre Ursachen und zweitens den Rückruf und das Nichtmehreinsetzen aller Spaltelemente der betroffenen Fertigungschargen.

  • Defektes Brennelement im AKW Gundremmingen-B
    24. März 2013 – Im Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen gibt es erneut Hinweise auf einen Brennelement-Defekt. Der Block wird in Kürze zur jährlichen Revision abgeschaltet. Atomkraftgegner warnen vor erhöhter Strahlung, der Betreiber beschwichtigt.
  • AKW-Leitung erwähnt beiläufig: Schon wieder undichtes Spaltelement im AKW Gundremmingen
    27. März 2012 – Im Block B des AKW Gundremmingen ist wohl wieder ein Spaltelement undicht. Dies wurde von der AKW-Leitung heute beiläufig beim Jahrespressegespräch bekannt gemacht. Seit dem Jahr 2010 häufen sich im AKW Gundremmingen Vorkommnisse mit undichten Spaltelementen. Bis heute haben die verantwortlichen RWE-Manager noch nicht die Ursache geklärt, zumindest nicht den Bürgern mitgeteilt.
  • Radioaktive Emissionsspitze zu Revisions-Beginn des Atomkraftwerks Gundremmingen
    12. November 2011 – Das zwischen Ulm und Augsburg gelegene Atomkraftwerk Gundremmingen hat zu Beginn der Jahresrevision im September sehr viel mehr radioaktive Edelgase abgegeben als im vorherigen Leistungsbetrieb. Nach Angaben der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW lag die Emissions-Konzentration des Atomkraftwerks vor der Revision in der Größenordnung von drei Kilo-Becquerel pro Kubikmeter (kBq/m3).
  • Atomausstieg? Die Wahrheit Teil 18: Zweierlei Mass in Gundremmingen – aber nicht die Sicherheit
    18. Juli 2011 – Deutschland steigt aus. Bis 2022 sollen in einem Stufenplan alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, das erste bereits 2015. Schwarz/gelb feiert das eigene Einknicken im Fortbestand der Atomenergie als Erfolg, rot/grün stimmt mit dem Argument “alternativlos” zu. Und im Atomkraftwerk Gundremmingen wird mit zweierlei Maß gemessen – allerdings nicht mit der Sicherheit.

Quelle (Auszug): FORUM / Raimund Kamm; 04.04.2013

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