Sommerpause für AKW Grafenrheinfeld gefordert

Anstatt das hochmoderne Gaskraftwerk Irsching stillzulegen, sollte das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld für immer vom Netz, fordern Atomkraftgegner. Der Meiler ist der älteste noch in Betrieb befindliche in Deutschland und soll erst 2015 endgültig vom Netz gehen.

„Gefährliches Atomkraftwerk abschalten, sicheres Gaskraftwerk weiter betreiben“, so lautet die Forderung der Landtags-Grünen aus Bayern. Bereits Ende März soll wohl das Gaskraftwerk Irsching aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt werden, eine vollkommen falsche Antwort auf die rasanten Veränderungen im Energiemarkt der letzten drei Jahre.

„Wir fordern stattdessen eine Sommerpause für das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld“, so der energiepolitische Grünen-Sprecher Ludwig Hartmann.

AKW Grafenrheinfeld

AKW Grafenrheinfeld

Die Elektrizitätsversorgung in Deutschland sei von hohen Überkapazitäten im Kraftwerkspark geprägt. Insbesondere gebe es in Deutschland ein Überangebot an schwer regelbaren Grundlastkraftwerken (Atom- und Braunkohlekraftwerke). Dieses Überangebot habe im Jahr 2012 zu einem historischen Rekord beim Stromexport von Deutschland ins benachbarte Ausland geführt. Selbst im sehr kalten Februar 2012 wurde an 28 von 29 Tagen mehr Strom exportiert, als importiert. Bekanntermaßen führen diese Überkapazitäten auch zu einem kontinuierlichen Rückgang des Börsenstrompreises.

Auf das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld könne wegen der großen Überkapazutäten schon heute verzichtet werden, man muss nicht bis zum angepeilten Laufzeitende zum Jahreswechsel 2015/16 warten. Zudem ist es allemal sinnvoller, das alte und gefährliche Atomkraftwerk vom Netz zu nehmen, als das moderne und sichere Gaskraftwerk in Irsching stillzulegen.

Anlässlich des 27. Tschernobyl-Jahrestages planen AtomkraftgegnerInnen am 21. April eine Demonstration für die sofortige Stilllegung des Meilers.

  • 30 Jahre AKW Grafenrheinfeld
    9. Dezember 2011 – Heute vor 30 Jahren begann der Betrieb des bayrischen Atomkraftwerks Grafenrheinfeld. Noch weitere 4 Jahre soll der Reaktor laufen – und wird als erster der neun nach dem deutschen Atomausstieg verbleibenden Meiler abgeschaltet. Die Liste an Kritikpunkten ist lang – Atomkraftgegner fordern daher die sofortige Abschaltung.

Quelle (Auszug): bundespresseportal.de, 05.03.2013

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