Neubau von AKW, Kernfusion & noch 40 Jahre Atomkraft: Endlich die Wahrheit von EU-Kommissar Oettinger

Die Wahrheit kommt zum Schluss: EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) prophezeit noch 40 Jahre Atomkraft in unserem Stromnetz. Seiner Meinung nach könnten sogar neue Atomkraftwerke in Deutschland gebaut werden. Atomkraftgegner erteilen dem Minister eine deutliche Absage: die Fakten sind andere – und wer die Energiewende demontiert, der wird mitsamt seinem Atomlobby-Gefolge 2013 abgewählt!

Atomanlagen stilllegen!Trotz der Energiewende werden die Verbraucher in Deutschland nach Einschätzung „noch jahrzehntelang Atomstrom beziehen“, sagte Oettinger der „Rheinischen Post“ von heute. Es gäbe in Europa immer noch 140 Atomkraftwerke – und die meisten Regierungen „dächten gar nicht daran, diese abzuschalten“. Er schloss sogar nicht aus, dass irgendwann auch in Deutschland neue Atomkraftwerke gebaut werden. Seiner Ansicht nach macht die Erforschung der Kernfusion, „die ebenfalls eine Form von Kernenergie ist“, „gerade große Fortschritte“, schreibt dpa. Er hofft, dass diese Technik „eines Tages in Deutschland akzeptiert“ werde.

  • Eine Untersuchung von Global Data ergab im Juni, dass der Atomausstieg in Europa kommt: in 20 Jahren werden mehr als die Hälfte der 150 AKW aus Altersgründen stillgelegt sein. Soviele, wie in keiner anderen Region weltweit. Und ein derartiger Zubau ist definitv nicht zu erwarten.
  • „zu spät, zu teuer, zu radioaktiv“ – Aufgrund der beschränkten Vorhandenheit des fossilen Rohstoffes Uran als Brennstoff in herkömmlichen Atomreaktoren und dem missglückten Versuch der „Schnellen Brüter“ bleibt der Atomindustrie als zeitbezogene Perspektive allein die des Atomfusionsreaktors, von dem heute niemand wissen kann, ob er jemals funktionieren wird.
  • Die einzigen tatsächlichen AKW-Neubauprojekte in Europa, die EPR-Baustellen in Finnland und Frankreich entwickeln sich zu Milliarden-Gräbern. Die Inbetriebnahmen verzögern sich immer weiter. Eine Zukunft wird dieser Reaktortyp nicht haben.

Atomkraftgegner erteilen Oettinger eine klare Absage: Schwarz/Gelb bastelt seit Monaten an einem Comeback der Atomkraft in Deutschland, das zeigt sich an der Demontage einer effektiven Energiewende, der Diskussion um großflächige Stromausfälle und drastisch steigende Strompreise. Die großen vier Energieversorger und ihre Lobby in Politik und Wirtschaft werden um die Abschaltung der letzten neun Reaktoren mit aller Kraft kämpfen, denn sie sind Gelddruckmaschinen, die Millionen Euro an Reingewinn in kurzer Zeit abwerfen.

  • Der Kampf um die letzten AKW findet auf deren Zufahrtsstraßen statt!

Doch die Realität ist der weltweite Niedergang der Atomindustrie, das kann auch ein Oettinger weder schön reden noch aufhalten. Niemals wird er in Deutschland eine Mehrheit für Laufzeitverlängerung, AKW-Neubau oder Kernfusion finden. Im Gegenteil: Wer die Energiewende demontiert, wird abgewählt!

Sicher werden einige europäische Reaktoren, die teilweise unter miserabelsten Bedingungen betrieben werden, den letzten deutschen Meiler überleben. Doch die Aufgabe eines deutschen EU-Kommissars liegt doch eigentlich in der Vertretung der Ziele seines Landes: Und die heissen offiziell „Atomausstieg“ – und bitte: europaweit! Denn der GAU ist in jedem AKW jederzeit möglich.

Im März 2013 werden tausende Menschen im Rahmen des Fukushima-Jahrestages ein weiteres Mal einen schnelleren Atomausstieg einfordern.

  • Aufruf zu Protest: Zwei Jahre Fukushima – Atomanlagen abschalten!
    Die Atomkatastrophe von Fukushima dauert an. Mindestens 380.000 Menschen mussten evakuiert werden – vermutlich für Jahrzehnte. Viele Regionen auch außerhalb der Sperrzone sind radioaktiv stark belastet, Lebensmittel verseucht. In den baufälligen Ruinen der Reaktoren kann es jederzeit erneut zu massiver Freisetzung von Strahlung kommen. Fukushima bleibt eine Mahnung für alle: Atomausstieg – jetzt! Am 9. März 2013 gehen wir an den AKWs Grohnde und Gundremmingen sowie an der Uranfabrik Gronau auf die Straße.

httpv://www.youtube.com/watch?v=TLBRT_OY2No

  • Status-Bericht: Immer weniger Atomkraft auf der Welt
    17. Dezember 2012 – Nach der Abschaltung des spanischen Atomkraftwerks Santa Maria de Garona befinden sich nunmehr noch 430 Reaktoren weltweit in Betrieb. Entgegen der Propaganda von der weltweiten Renaissance werden es immer weniger – vor allem in Europa.
  • Bau von Kernfusions-Reaktor in Frankreich genehmigt
    16. November 2012 – Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die französische Regierung ein Dekret zum Bau eines Kernfusions-Reaktors in Cadarache unterzeichnet. Innerhalb von 25 Jahren dürfen nun Milliarden in das Projekt gesteckt werden, das die zukünftige Energieversorgung “revolutionieren” soll. Doch noch vor dem Bau des ersten Reaktors ist das Scheitern schon abzusehen: “zu spät, zu teuer, zu radioaktiv” attestieren Atomkraftgegner.
  • Energiewende erspart 82 Milliarden Euro für Ersatz-AKW
    19. Oktober 2012 – Laut einer Berechnung des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) bleiben dank des Atomausstiegs Deutschland Kosten in Höhe von mehr als 80 Milliarden Euro erspart, die in den Ersatz von alternden Atomkraftwerken hätten investiert werden müssen.
  • Atomfusion als letzter Strohhalm
    14. Mai 2011 – Aufgrund der beschränkten Vorhandenheit des fossilen Rohstoffes Uran als Brennstoff in herkömmlichen Atomreaktoren und dem missglückten Versuch der „Schnellen Brüter“ bleibt der Atomindustrie als zeitbezogene Perspektive allein die des Atomfusionsreaktors, von dem heute niemand wissen kann, ob er jemals funktionieren wird.

Quellen (Auszug): dpa, spiegel.de, focus.de, welt.de; 31.12.2012

2 Kommentare zu Neubau von AKW, Kernfusion & noch 40 Jahre Atomkraft: Endlich die Wahrheit von EU-Kommissar Oettinger

  • jan sagt:

    Nein, wir sind nicht „menschenfeindlich“, denn wir fordern die Abschaltung aller Atomanlagen. Da gehört auch die Kernfusion dazu:

    „Die Verflechtung mit der Atomindustrie ist deutlich: Das für den Versuchsbetrieb von ITER benötigte Tritium in einer Menge von einigen Kilogramm könnte entweder aus Schwerwasserreaktoren stammen, in denen es in großen Mengen als Abfallprodukt anfällt oder aber in Kernspaltungsreaktoren aus Lithium-6 erbrütet werden.

    Anlagenteilen, Kühlmitteln und Strukturmaterial wird durch Neutronenstrahlung radioaktiv. Teilweise werden die Teile so starker Neutronenstrahlung ausgesetzt, dass sie regelmäßig getauscht und zwischengelagert werden müssen. Der größte Teil der aktivierten Anlagenteile muss nach Ende der Nutzungsdauer für etwa 100 Jahre kontrolliert gelagert werden, ein kleinerer Teil ungefähr 500 Jahre. Mit den derzeit gängigen Strukturmaterialien wie austenitischen Chrom-Nickel-Edelstählen entstehen durch Neutronenaktivierung nämlich große Mengen des relativ langlebigen und stark gammastrahlenden Cobalt-60.

    An der Idee von der “unbegrenzten Energiequelle” basteln Forscher schon seit 60 Jahren, ohne dass sie dem Durchbruch wesentlich näher gekommen sind. Glaubt man der ITER-Planung, könnte nach einer Testphase, die 20 Jahre betragen soll, nicht vor 2050 ein Kraftwerk entwickelt werden, dass tatsächlich in größerem Stil Strom ins Netz einspeist. Dann sollte Deutschland aber hinsichtlich seiner Stromerzeugungsstruktur schon ganz woanders sein: dem Ziel der Vollversorgung durch Erneuerbare Energien ein großes Stück näher als heute.“

    siehe: http://www.contratom.de/2012/11/16/bau-von-kernfusions-reaktor-in-frankreich-genehmigt/

    oder hier: http://www.contratom.de/2011/05/14/atomfusion-als-letzter-strohhalm/

    „Während der Betriebszeit wird das Material im inneren Reaktor hoch radioaktiv, was eine sehr kostspielige Entsorgung nach sich ziehen muss. Dieses Material ist zwar im Gegensatz zu den atomaren Brennstäben der Atomspaltungsreaktoren nur etwa 100 Jahre aktiv, dafür sind jedoch die Mengen erheblich größer.“

    etc.

    Unsere Meinung: Milliarden Euro für die Fusionstechnik in den Ausbau von Erneuerbare Energien und Speichertechnik stecken. Anstatt auf ein Pferd zu setzen, mit dessen Hilfe Großkonzerne an zentralistischen Strukturen festhalten wollen.

  • Mephistopheles sagt:

    Jetzt wird es aber lächerlich! Gegen die Kernfsion ist überhaut nichts einzuwenden! Also lasst doch mal die Kirche im Dorf! Zudem braucht es nicht einmal Uran – Thorium reicht vollkommen, und davon gibt es mehr als genug! Eure Opposition aus Prinzip scheint sich vor allem gegen eine technologische Entwicklung als solche, egal wie sicher,  zur richten, und ist damit vor allem menschenfeindlich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv