Plutonium-Brennelemente: Atomkraftgegner fordern Verbot im Atomgesetz

Atomkraftgegner haben im Vorfeld des geplanten Transportes von Sellafield nach Grohnde ein Verbot des Einsatzes und Transportes von plutoniumhaltigen Mischoxidbrennelementen im Atomgesetz gefordert. E-On-Vorgängerin pochte im Jahr 2000 auf den Einsatz von MOX-Brennelementen.

Das Öko-Institut e-V. hatte 1999 in einem Gutachten für die Hansestadt Hamburg dafür plädiert, das Plutonium zu verglasen oder in Lagerbrennelementen zu lagern statt es in MOX-Brennelementen wieder im Reaktor einzusetzen. Auf einem Workshop des Unterausschuss der Reaktorsicherheitskommission verwehrte sich der Vertreter der E-On-Vorgängerin Preußen Elektra Kernkraft gegen die Lagerelemente mit der Begründung: „Warum sollte die Fertigung von Lagerelementen/stäben die bessere Alternative sein, wenn doch der Reaktorbetrieb mit MOX-Brennelementen auf jahrzehnte lange ausnahmslos positive Erfahrungen ohne zusätzliche Belastungen für Mensch und Umwelt zurückblicken kann.“

„Mal wieder hat die Realität, diesmal in Fukushima, die Sicherheitsversprechen der Atomindustrie auf traurige Weise widerlegt und die Reaktorkatastrophe noch verschlimmert“, so Tobias Darge von Aktionsbündnis „Grohnde Abschalten“.

Bei der Reaktorkatastrophe war auch Plutonium freigesetzt worden. Wenige Millionstel Gramm Plutonium können eingeatmet Krebs erzeugen. Im Reaktor 3 von Fukushima waren MOX-Brennelemente eingesetzt, die besonders viel Plutonium enthalten.

  • Deshalb fordern Atomkraftgegner die dringende Änderung von § 9a des Atomgesetzes, der den Einsatz von MOX-Brennelementen sogar vorschreibt.

Für die 2. September-Hälfte und im November sind MOX-Transporte über den Hafen von Nordenham zum AKW Grohnde geplant. Dagegen hatte am Wochenende über 400 Atomkraftgegner vor dem AKW Grohnde und 50 an den Anlegestellen in Nordenham demonstriert. Weitere MOX-Transporte sollen ab 2013 zum AKW Brokdorf erfolgen.

  • Plutoniumfrachter Atlantic Osprey: britische Umweltschützer warnen vor Sicherheitsmängeln
    10. September 2012 – Die britische Umweltorganisation CORE warnt vor Sicherheitsmängeln bei dem für den Transport von Plutonium-Brennelementen zum AKW Grohnde geplanten Einsatz des Frachters Atlantic Osprey. Im Gegensatz zu anderen britischen Atomfrachtern, die bei Transporten von und nach Sellafield eingesetzt werden, fehlen der Atlantic Osprey mehrere sicherheitsrelevante Vorkehrungen.
  • Hunderte protestieren gegen MOX-Transporte
    10. September 2012 – An einem Aktionstag gegen angekündigte Plutonium-Transporte zum Atomkraftwerk Grohnde nahmen gestern hunderte Menschen teil. Mit einem Korso zogen sie zum AKW und forderten: “Stoppt MOX, Stoppt E.ON!”
  • Plutonium-Transporte nach Grohnde im September / November geplant
    11. August 2012 – 16 Plutonium-Brennelemente aus der Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield sollen in der Unterweserstadt Nordenham verladen werden. Die umstrittenen und bislang geheimen Nukleartransporte sind für September und November geplant. Atomkraftgegner kündigen Proteste an.

Quelle (Auszug): PM grohnde-abschalten, 12.09.2012

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