Neckarwestheim / Philippsburg: Alles sicher!

Aus Fukushima nichts gelernt: eine vom Land Baden-Württemberg eingesetzte Kommission hat den Atomkraftwerken Philippsburg und Neckarwestheim hohe Sicherheitsstandards bescheinigt.

Die vier Meiler übertreffen nach Ansicht der Experten in unterschiedlichem Umfang die gesetzlichen Standards, teilte das Umweltministerium am Freitag in Stuttgart mit. Es bestünden aber noch Möglichkeiten für Verbesserungen.

Die Experten nahmen die Bereiche „getroffene Vorsorge gegen Erdbeben“, „sichere elektrische Energieversorgung am Standort“, „Möglichkeit die Restwärme immer sicher abzuführen“, „Unabhängigkeit der Infrastruktur am Standort“ und die „Durchführbarkeit von Notfallmaßnahmen“ unter die Lupe. Dabei seien Szenarien unterstellt worden, die über die bisher gesetzlich gestellten Anforderungen hinausgehen. Im Ergebnis bescheinigten die Experten den Kernkraftwerken in Neckarwestheim und Philippsburg in anlagenspezifisch unterschiedlichem Umfang Sicherheitsreserven, die über das gesetzlich geforderte Maß hinausgehen. Zudem sei festgestellt worden, dass die in den baden-württembergischen Kernkraftwerken realisierten Sicherheitsstandards beispielsweise in den Bereichen „Vorsorge gegen Überflutungen“ oder im Bereich der „sicheren Energieversorgung“ deutlich über denen in Fukushima liegen.

„Offensichtlich haben die „Experten“ im Umweltministerium Baden-Württemberg unter Ministerin Tanja Gönner (CDU) nichts aus Fukushima gelernt“, attestiert Jan Becker von contratom. „Wie auch die CDU fährt Gönner den Kamikaze-Kurs Atomkraft nach Plan weiter.“ Wir fordern die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner auf, sofort ihr Amt niederzulegen! Die künftige rot-grün Regierung muss jetzt handeln und dem nuklearen Gefahrenkurs ein Ende bereiten.

Im noch in Betrieb AKW Philippsburg-2 haben wir seit Jahresbeginn eine signifikante Störfallhäufung festgestellt. Die Tatsache, dass Neckarwestheim in einer Erdbebengefährdeten Region gebaut wurde, lässt sich nicht wegrechnen. Wir fordern, die beiden AKW-Komplexe sofort stillzulegen!

Die Expertenkommission verheddert sich nun in Details: höhere Batteriekapazität für Stromausfälle soll konkret bestimmt und ausgewiesen werden, bestehende Auslegungen der Anlagen im Hinblick auf die Erdbebensicherheit anhand neuerer Modelle abgesichert und eine länger anhaltenden Überflutung des Anlagengeländes beispielsweise nach einem Hochwasser überprüft werden.

Die Ergebnisse sollen nun in die auf Bundesebene laufenden Beratungen der Reaktorsicherheitskommission (RSK) eingespeist werden. Nach den Planungen der Bundesregierung solle die Reaktorsicherheitskommission bis zum 15. Mai einen ersten Zwischenbericht ihrer Arbeit vorlegen.

  • BUND-Studie: Gravierende Sicherheitsmängel in Neckarwestheim-1 und Philippsburg-1
    10. März 2011 – Mit einer neuen Studie zu den Risiken der vier in Baden-Württemberg betriebenen Atomkraftwerke hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine Forderung nach Stilllegung dieser Anlagen bekräftigt. Die Studie belegt: Die Sicherheitsmängel in den alten Atomkraftwerken Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 sind so gravierend, dass sie auch durch Nachrüstungen nicht behoben werden können!

Quelle (Auszug): uvm.baden-wuerttemberg.de, 07.05.2011

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