Das belgische Atomkraftwerk Tihange Block 3 ist gestern nach einem Störfall abgeschaltet worden. Eine Pumpe habe zu wenig Öl gehabt, so der Betreiber.

Belgisches AKW Tihange; Bild: google street view

Belgisches AKW Tihange; Bild: google street view

Laut des Kraftswerksbetreibers bestehe “keine Gefahr für Mitarbeiter oder Anwohner”. Tihange liegt rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Mitte September war bekannt geworden, dass im benachbarten Block 2 Risse im Reaktordruckbehälter gefunden wurden, und der Reaktor möglicherweise vor dem endgültigen Aus steht. Mehr als 8.000 Risse waren im baugleichen Reaktorbehälter im zweiten belgischen Atomkomplexes Doel gefunden. Mitte Juli war zudem die Information an Medien gelangt, dass in Block 1 des AKW Tihange seit mehr als 10 Jahren täglich zwei Liter radioaktives Wasser aus einem Brennelementelagerbecken austreten.

Nordrhein-Westfalen rechnet schonmal mit dem Schlimmsten: die Landesregierung arbeitet derzeit daran, zentral in Berlin gelagerte Bestände an Jodtabletten ins Land zu holen. Jod mindert die Aufnahme von Radioaktivität im menschlichen Körper bei einem schweren Reaktor-Störfall. Anlass für ein neues Schutzkonzept seien aber nicht die Entwicklungen im benachbarten Belgien, sondern bereits die Atomkatastrophe von Fukushima gewesen.

  • Noch ein Leck in Belgiens AKW
    14. September 2012 – Wie ein Sprecher des belgischen AKW-Betreibers Electrabel am Donnerstag mitteilte, weist der Reaktorblock 2 von Tihange zudem die gleichen Schäden wie der Block 3 des AKW Doel in Flandern auf: Risse im Reaktordruckbehälter. Möglicherweise steht auch dieses AKW vor dem endgültigen Aus. Atomkraftgegner fordern die Stilllegung aller Reaktoren mit Druckbehältern belgischen Fabrikats.
  • Belgisches AKW Tihange leckt seit 10 Jahren
    14. Juli 2012 – Ein leckgeschlagenes Kühlbecken in belgischen Atomkraftwerk Tihange sorgt für Empörung. Seit zehn Jahren verliert Block 1 täglich kontaminiertes Wasser. Kürzlich wurde eine Laufzeitverlängerung beschlossen. Atomkraftgegner fordern die sofortige Stilllegung.
  • Belgien steigt aus!
    31. Oktober 2011 – Unser Nachbarland Belgien will ab 2015 aus der Atomenergie aussteigen. Nach Deutschland und der Schweiz nun also ein drittes Land, dass die gefährlichen Reaktoren abschalten will. Dazu haben sich die Gesprächspartner bei Verhandlungen zur Regierungsbildung geeinigt. Die Regierung kommt damit einer Forderung von Atomkraftgegnern nach.

Quelle (Auszug): tageblatt.lu, 13.10.2012; az-web.de, 29.09.2012


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