Biblis: Mauerbau um Zwischenlager halbherzig und ungenügend

Atomkraftgegner kritisieren den begonnen Bau einer Mauer um das Brennelementezwischenlager am hessischen Atomkraftwerk Biblis. Aktivisten des „AK.W.Ende Bergstrasse“ geht die Schutzwirkung nicht weit genug.

AKW Biblis, Standortzwischenlager; Bild: google

AKW Biblis, Standortzwischenlager; Bild: google

Um das Zwischenlager am Kraftwerk entsteht, so schreibt es das Bundesamt für Strahlenschutz vor, eine rund zehn Meter hohe Mauer, um es gegen Außeneinwirkungen zu schützen. Es gehe dabei aber nicht um die immer wieder auch öffentlich diskutierten Flugzeugabstürze, so ein Mitarbeiter des hessischen Umweltministeriums. Gegen die könne das Lager nämlich gar nicht geschützt werden. Sondern um den Beschuss mit panzerbrechender Munition.

Die Mauer heiße nun verharmlosend „Wand“, kritisieren die AtomkraftgegnerInnen und weisen auf Sicherheitsdefizite hin:

„Wir halten die Tatsache, dass die Leichtbauhalle kein gepanzertes Dach und damit einen gewissen Schutz gegen Flugzeugabstürze sowie auf balistischen Bahnen fliegende Sprengkörper erhält, nach wie vor für halbherzig und damit ungenügend“.

Auch dieser Punkt sei im „Brunsbüttel-Urteil“ des OVG Schleswig vom Juni 2013 angemahnt worden, mit dem Ergebnis, dass das dortige Standortzwischenlager die Betriebserlaubnis verloren habe.

„Wer die Sicherheit der Bevölkerung der Region um Biblis ernst meint, muss die Lager mit ihrem radioaktiven Inhalt wirkungsvoll sichern, statt nur eine “Wand” zu bauen“, fordern die AktivistInnen.

  • Neue Mauern für das Gundremminger Atommüll-Lager heimlich genehmigt
    17. Januar 2014 – Sowohl das AKW Gundremmingen wie die Genehmigungsbehörde Bundesamt für Strahlenschutz haben verheimlicht, dass per 7. Januar 14 die atomrechtliche Genehmigung für den Bau neuer Mauern am Zwischenlager Gundremmingen erteilt wurde. Jetzt muss das Landratsamt Günzburg die Baugenehmigung aussprechen.
  • Mauerbau in Grafenrheinfeld
    28. November 2013 – Das Atommüllzwischenlager am bayrischen AKW Grafenrheinfeld wird eine zehn Meter hohe Mauern erhalten, mit der künftig “Angriffe von Terroristen” abgewehrt werden sollen. Die Politik bemängelt die Informationspolitik des Betreibers, Atomkraftgegner sprechen von “wenig hilfreichem Aktionismus”.
  • Mauerbau um Zwischenlager: BI’s zweifeln an Sicherheitsgewinn
    25. Februar 2013 – Als völlig verspätete Reaktion auf die Ereignisse vom 11. September 2001 soll um die Brennelement-Zwischenlager in Ahaus und Gorleben eine 10m hohe Mauer errichtet werden. Die Bürgerinitiativen in Ahaus und Gorleben sehen darin “puren Aktionismus” und sogar eine Verschlimmerung der Lage.
  • Atommüll-Entsorgungsfiasko offenbart sich in Biblis
    10. November 2012 – Das Atomkraftwerk Biblis benötigt mehr Platz für radioaktiven Müll. Im kommenden Frühjahr soll deshalb der Bau eines weiteres Zwischenlagers beantragt werden. In Biblis offenbart sich die Entsorgungsmisere, attestieren Atomkraftgegner.
  • Mauerbau um Zwischenlager – alles sicher?
    27. Juni 2012 – Im ganzen Land werden die oberirdischen Zwischenlager für nuklearen Müll mit zehn Metern hohen Mauern gegen Einwirkungen von Außen nachgerüstet. Ein Eingeständnis, dass die Lager zur Zeit nicht “sicher” sind. Doch geht es tatsächlich nur um mögliche Terroranschläge? Diese Frage stellt das aktuelle Greenpeace Magazin.
  • Crash-Tests für Atommüll-Zwischenlager gestartet
    8. Juni 2012 – Das Bundesumweltministerium hat Stresstests für die atomaren Zwischenlager und weitere Atom-Einrichtungen gestartet. Bis Mitte August sollen bundesweit die Betreiber von entsprechenden Anlagen auf den Schutz vor extremen Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Hochwasser, Wetterkatastrophen, Explosionen, Stromausfällen und Bränden befragt werden. Atomkraftgegner monieren fehlende Schutzkonzepte und fordern einen Einlagerungsstopp.
  • Zwischenlager: Schutzmauern für mehr Sicherheit
    12. Januar 2012 – An keinem anderen Ort in Deutschland lagert so konzentriert eine riesige Menge hochradioaktiver Atommüll: die Zwischenlager an den Atomkraftwerken und die Hallen in Gorleben, Ahaus und Lubmin. Allesamt sind nicht ausreichend gegen “Einwirkungen von außen” geschützt – und sollen nun Betonmauern für mehr Sicherheit bekommen. Atomkraftgegner sehen vor allem eines: das Eingeständnis, das die Lager bis heute unsicher sind.
  • Weltweit sind Atomlager unzureichend geschützt
    12. Januar 2012 – Die weltweiten Bestände an Atommaterial sind laut einer US-Studie nicht ausreichend gesichert und könnten in die Hände von Terroristen fallen. Hunderte Lagerstätten wurden von den Wissenschaftlern einer genauen Prüfung unterzogen. Deutschland schafft es nur auf Platz 10.

Quelle (Auszug): akwende.ibk.me, morgenweb.de; 20.8.2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv