Die unabsehbaren Folgen von Tschernobyl

Wer an die „Segnungen“ der Atomkraft denkt, sollte sich in Tschernobyl über die unabsehbaren Folgen informieren: Die Region rund um das Atomkraftwerk ist auf unabsehbare Zeiten für eine gefahrlose und dauerhafte Besiedelung verloren.

Die Atomruine strahlt und stellt eine dauerhafte Gefährdung dar. Nur mit großzügiger internationaler Finanzhilfe kann für die brüchige Schutzhülle eine neue Ummantelung gebaut werden, die für die nächsten hundert Jahre halten soll und zumindest den weiteren Austritt von Radioaktivität verhindert.

Es ist beängstigend, wenn man durch die ehemals mit 50.000 Menschen besiedelte Vorzeigestadt Prypjat streift und verstört vor den verlassenen Häusern, Wohnblocks, Schulen und Krankenhäusern steht und plötzlich die Geigerzähler oft, wie aus dem Nichts, wild zum Piepsen beginnen. Man weiß dann: Die Strahlung ist jetzt so hoch, dass es ratsam ist, sich von diesem Bereich zu entfernen, berichten Roland Egger und Gabriele Schweiger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich über ihre Eindrücke ihrer Reise nach Tschernobyl Anfang Mai.

„Wir hatten die europäischen Atomfantasten – den britischen Premierminister David Cameron, den ungarischen Premierminister Viktor Orbán und den tschechischen Premierminister Bohuslav Sobotka – eingeladen, sich mit uns vor Ort in Tschernobyl ein Bild über die Folgen ihrer energiepolitischen Pläne zu machen. Keiner der Herren Premierminister hat auf unsere Einladung reagiert. Wir werden ihnen deshalb unsere Eindrücke persönlich zustellen; Bilder von der zerstörerischen Kraft, Bilder von Einsamkeit, Verlassenheit, F lucht, zurückgelassenen Erinnerungen. Eindrücke, die uns noch lange verfolgen werden und die wir uns an all jene weiterzugeben verpflichtet fühlen, die noch immer an die Segnungen der Atomenergie glauben“, so Egger und Schweiger abschließend.

  • Atomunfälle bedeuten langfristige Folgen und hohe Kosten
    8. Mai 2014 – Vor kurzem fanden anlässlich des 28. Jahrestages der Atomkatastrophe in Tschernobyl 1986 Gedenkveranstaltungen und Anti-Atom-Proteste in verschiedenen europäischen Städten statt. Obwohl es nahezu drei Jahrzehnte her ist, dass Block 4 des Atomkraftwerk Tschernobyl explodierte und das Leben von Tausenden Menschen unwiderruflich veränderte, steigt die Zahl der Opfer weiter an. Informationen der zwischenstaatlichen Helsinki Kommission (HELCOM) zufolge stellen die Auswirkungen des Tschernobyl-Desasters eine der wichtigsten Quellen dafür dar, dass die Ostsee der radioaktivste Inland-Wasserkörper der Welt geworden ist.
  • Foodwatch: Auch 28 Jahre nach Tschernobyl sind Wild und Pilze noch belastet
    30. April 2014 – Auch 28 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl sind einige heimische Pilze und Wildschweine noch hoch radioaktiv belastet. Bundesweit am schlimmsten vom Fallout betroffen war Bayern. Dort gingen nach der Reaktorexplosion am 26. April 1986 mit heftigen Regenfällen die radioaktiven Partikel nieder.

Quelle: sonnenseite.com / atomstopp.at; 15.05.2014

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