Endlich: Hennenhöfer muss gehen!

Endlich: Die neue Umweltministerin Barbara Hendricks hat Gerald Hennenhöfer entlassen. Er ist wie kaum ein anderer auch nach den Katastrophen von Tschernobyl oder Fukushima ein überzeugter Atomlobbyist und mitverantwprtlich für die Laufzeitverlängerung, das Asse-Desaster und kat keine Zweifel an der Eignung von Gorleben als Atommüllendlager.

contratom freundliche sonneGerald Hennenhöfer wechselte mehrmals hin und her zwischen Staat und Industrie. Im vergangenen Juni ist der ehemalige Eon-Manager zum Vorsitzenden der Gruppe der Leiter der europäischen Atomaufsichtsbehörden gewählt worden. Als Leiter der Abteilung für Reaktorsicherheit war Hennenhöfer seit 2009 der oberste Atomaufseher Deutschlands. In der Frage nach Sicherheit wird er deutlich: Es müsse „ständig abgewogen werden zwischen dem Zweck eines laufenden Kernkraftwerks, Strom zu erzeugen, und den sicherheitstechnischen Aspekten“. Im Zusammenhang mit der Übertragung von Strommengen von neueren auf ältere Atomkraftwerke sagte er 2010: „Maßgeblich sind vom Betreiber darzulegende betriebswirtschaftliche Gründe. Sicherheitsfragen sind hingegen nicht maßgeblich.“

Für die Energiewirtschaft (Viag/E.on) handelte er 1999 den rot-grünen Atomausstieg mit aus. Als Jurist beriet er zeitweilig das Helmholtz-Zentrum München, das lange Zeit das Versuchsendlager Asse II betrieben hatte. Nach seiner Rückkehr ins Ministerium war er dann an der schwarz-gelben Atomkraftwerk-Laufzeitverlängerung beteiligt. Für ein Endlager in Gorleben setzt er sich ein, es gäbe keine “fachlichen Gründe”, die gegen den Standort sprechen, sagte er vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages.

Nun hat Hendricks ihn entlassen. Auch für den Neustart in der Endlagersuche ist das eine richtige Entscheidung. Atomkraftgegner gratulieren zu dieser Entscheidung, die lange überfällig war. Neuer oberster Atomaufseher in Deutschland soll laut Medienberichten der bisherige Leiter der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht, Wolfgang Cloosters werden.

  • Neue Umweltministerin muss atompolitisch nachlegen – Hennenhöfer soll gehen!
    16. Dezember 2013 – Der Koalitionsvertrag stellt für Atomkraftgegner eine herbe Enttäuschung dar, da keine einzige atompolitische Forderung der SPD darin festgeschrieben wurde. Die Brennelementesteuer dürfe nicht abgeschafft werden, die Entsorgungs-Rückstellungen müssten in einen öffentlich-rechtlichen Fonds überführt werden, fordert ausgestrahlt. Es sei allerdings bei den umstrittenen ökonomischen Rahmenbedingungen des AKW-Betriebs auch nicht das Gegenteil beschlossen worden.
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    19. Juni 2013 – Der ehemalige E.ON-Mitarbeiter und bekennender Atombefürworter Gerald Hennenhöfer ist zu Europas Atomaufseher benannt worden. Parallel schlägt EU-Kommissar Oettinger Stresstests light alle sechs Jahre vor. Eine Farce in Sachen Sicherheit, befinden Atomkraftgegner.
  • Skandal: Schwarz/Gelb setzt weiter auf Atomlobbyisten Hennenhöfer
    5. November 2012 – Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) setzt weiter auf die Unterstützung eines langjährigen Atomlobbyisten: Gerald Hennenhöfer soll für weitere zwei Jahre als Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit beschäftigt werden. Ein Skandal, denn Hennenhöfer vertritt unverholen für die Positionen der Atomindustrie.

Quelle (Auszug): dpa, spiegel.de; 16./20.01.2014

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