Atommülltransport von Krümmel nach Brunsbüttel geplant

In den kommenden Wochen soll ein Atommülltransport durch Schleswig-Holstein rollen. Insgesamt werden 15 Container mit Filterharzen vom AKW Krümmel zur Zwischenlagerung nach Brunsbüttel gebracht. Atomkraftgegner rufen zur „kritischen Begleitung“ auf, weil einmal mehr die ungelöste Entsorgung deutlich wird.

Möglicherweise per LKW werden die Transporte durchgeführt. Bild: Aktion der BI Lüchow-Dannenberg am 4.12. / Kina Becker

Aktion der BI Lüchow-Dannenberg gegen Atommülltransporte am 4.12. / Kina Becker

Der Atommüll soll bis zur späteren Einlagerung in den Schacht Konrad in einer Transportbereitstellungshalle des AKW Brunsbüttel bleiben, teilt Betreiber Vattenfall mit. Laut Kieler Umweltministerium dienten die Filterkonzentrate im AKW Krümmel dazu, radioaktive Emissionen in die Umwelt gering zu halten. Grund für den Transport seien fehlende Lagerkapazitäten in Krümmel. Auch die verzögerte Inbetriebnahme des Endlagers Schacht Konrad mache eine langfristige Lagerung nötig. Wegen Problemen soll nach derzeitiger Planung 2021 Atommüll eingelagert werden können.

Atomkraftgegner weisen darauf hin, dass weder die Inbetriebnahme von Schacht Konrad mit Sicherheit vorrausgesagt werden kann, sogar ein Scheitern des Projekts möglich ist. Mit der Verlagerung der schwach- und mittelaktiven Abfälle, die später in einer Konditionierungsanlage auch noch verarbeitet werden müssen, wird das Entsorgungsdesaster deutlich: es gibt heute keine Lösung für den Atommüll. Deshalb muss die Produktion immer neuen Mülls sofort beendet – also alle Atomanlagen stillgelegt werden.

Laut Vattenfall findet der Abtransport mit der Bahn statt – sowohl Krümmel als auch Brunsbüttel verfügen über Gleisanschlüsse. Da die Bahnwaggons auf dem Kraftwerksgelände in Krümmel möglicherweise schon Tage vor der Abfahrt bereit stehen, ist eine „kritische Begleitung“ des Transports durchaus möglich!

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httpv://www.youtube.com/watch?v=nsQ1Nwt0A6w

Quelle (Auszug): dpa, vattenfall.de, 04.12.2013

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