Verrostete Atommüllfässer im AKW Brunsbüttel

Im stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel lagert Atommüll in verrosteten, teils bereits zersetzten Fässern. Der Konzern Vattenfall wusste offenbar seit Dezember 2011 davon, hielt die Information aber zurück.

08.03.2012: Korrodiertes Atommüllfass AKW Brunsbüttel; Bild: Atomaufsicht SH

08.03.2012: Korrodiertes Atommüllfass AKW Brunsbüttel; Bild: Atomaufsicht SH

Medienberichten zufolge lagern in unterirdischen Kavernen des AKW Brunsbüttel bereits seit dem Jahr 1981 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll. Seit 2004 wird dieser Müll in Gussbehälter umgefüllt, um ab 2019 im Schacht Konrad endgelagert zu werden. Bei 500 Fässern soll dieser Vorgang bereits abgeschlossen sein, 500 weitere werden derzeit für den Transport vorbereitet und umgefüllt.

Bei einer Routinekontrolle am 10. Januar 2012 fand der TÜV Nord verrostete, teils zersetzte Fässer vor und informierte die schleswig-holsteinische Atomaufsicht. Bei der Untersuchung des Falles stellte sich heraus, dass Vattenfall schon am 15. Dezember 2011 Rost an einem Fass gefunden hatte. Justizminister Emil Schmalfuß stoppte die Arbeiten und benachrichtigte das Bundesumweltministerium.

Vattenfall hat inzwischen eingeräumt, mit dem Verschweigen des Sachverhalts einen Fehler begangen zu haben. Der Vorfall werde unternehmensintern analysiert und aufgearbeitet. Der Konzern ist allerdings in der Vergangenheit wiederholt aufgefallen, weil er wichtige Informationen zurückhielt. Jedesmal gelobten die Verantwortlichen Besserung – geändert hat sich offensichtlich bis heute nichts.

Die fehlende Transparenz ging stets einher mit einer ebenso schlechten Sicherheitskultur. Das haben die Fälle Krümmel und Forsmark gezeigt. Auch daran scheint sich nichts geändert zu haben.

„Ein solch schlampiger und verantwortungsloser Umgang mit Atommüll zeigt wieder einmal, dass der Betreiber Vattenfall offenbar nicht in der Lage ist, ein Atomkraftwerk verantwortungsvoll zu führen“, so der Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl.

Greenpeace hat schon vor Jahren im Zusammenhang mit dem Fall Krümmel gefordert, dem Konzern die Betriebserlaubnis zu entziehen.

  • Vattenfall die persönliche Lizenz entziehen: Jetzt aus Protest gegen Atompfusch zu Ökostromanbieter wechseln
    8. März 2012 – Kurz vor dem Fukushima-Jahrestag macht der Atomkonzern Vattenfall erneut Schlagzeilen als Pfuschbetreiber von Atomkraftwerken. Nach dem Auffinden durchgerosteter Atommüll-Fässer im Atomkraftwerk Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) rufen Atomkraftgegner alle Kundinnen und Kunden des verantwortlichen Kraftwerksbetreiber Vattenfall dazu auf, dem Konzern die persönliche Lizenz für derartige Pfuschereien zu entziehen, also den Stromvertrag zu kündigen.

Quelle: greenpeace.de, 08.03.2012

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