Ostsee: Unfall-Frachter hatte radioaktive Ladung

Nach Recherchen des NDR hatte das russische Schiff, dass am vergangenen Freitag eine Kollision in der Ostsee verursachte, radioaktive Ladung an Bord. Zudem missachtete der Kapitän die Seeverkehrsregeln. Atomkraftgegner fordern einen sofortigen Transportestopp.

Kollision 18.10., 15sm nördlich von Rügen / Karte: google

Kollision 18.10., 15sm nördlich von Rügen / Karte: google

Der Frachter „Mikhail Lomonosov“ hatte aus St. Petersburg kommend am Freitag morgen vor der Küste Rügens die Segeljacht eines britischen Skippers gerammt. An Bord des russischen Schiffes befand sich radioaktives Gefahrgut der Klasse 7, unter anderem Uranhexafluorid und Urandioxid. Nach Angaben des Belgiers habe der russische Kapitän die Seeverkehrsregeln missachtet, in dem er ihm die Vorfahrt nahm. Die Jacht wurde bei der Kollision schwer beschädigt, der Frachter setzte seine Fahrt fort. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat laut NDR mittlerweile Vorermittlungen aufgenommen.

Durch den Nord-Ostsee-Kanal erreichte die „Mikhail Lomonosov“ am Montagmorgen gegen 4 Uhr den Burchardkai im Hamburger Hafen. Dort wurde die radioaktive Fracht gelöscht, teilweise werden die Materialien per LKW zur Brennelementefabrik nach Lingen trabnsportiert und dort zu Brennstoff für Atomkraftwerke weiterverarbeitet.

Atomkraftgegner fordern nun erneut einen Transportstopp und die Sperrung der Häfen für radioaktive Fracht. In Hamburg bedeutet das unter anderem die Entwidmung des Hafens für Atomtransporte. Von Kiel bis Brunsbüttel muss der Nord-Ostsee-Kanal für radioaktive Stoffe gesperrt werden. Erst im Mai dieses Jahres war es in in Hamburg zu einem Unfall mit Uranhexafluorid gekommen, als der Spezialfrachter „Atlantic Cartier“ in Brand geraten war.

„Grundsätzlich fordern wir die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit, z.B. der Brennelementefabrik in Lingen und der Urananreicherungsanlage Gronau“, so Atomkraftgengner in einer ersten Reaktion am Wochenende.

„Grundlegend müssen alle Atomkraftwerke und Uranfabriken stillgelegt werden, dann wird sich die Zahl der Atomtransporte und die damit verbundenen Gefahren drastisch reduzieren“, so Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.

weitere Informationen zur Schiffskollision vor Rügen: NDR – Panorama 3, 22.10.2013, 21:15 Uhr

  • Atomfrachter kollidiert auf der Ostsee
    20. Oktober 2013 – Wie am Samstag bekannt wurde, ist der für Atomtransporte bekannte Frachter Mikhail Lomonosov am frühen Freitagmorgen vor Rügen mit einer Yacht zusammen gestoßen. Die 15 Meter lange Yacht wurde bei der Kollision mit dem 100m langen Schiff schwer beschädigt und anschließend von der Seenotrettung in den nächsten Hafen geschleppt.
  • Protest gegen die Atomtransporte durch Hamburg!
    22. August 2013 – Atomkraftgegner laden zu einem Pressegespräch und Anti-Atom-Protest im Hamburger Hafen. Anlass ist, dass die “Atlantic Cartier”, die am 1. Mai 2013 mit Uranhexaflouried (UF6) und Atombrennstäben, Munition und Ethanol in Brand geraten war, wieder nach Hamburg kommt.

Quellen (Auszug): bbu-online.de, ndr.de; 22.10.2013

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