Protest gegen die Atomtransporte durch Hamburg!

Atomkraftgegner laden zu einem Pressegespräch und Anti-Atom-Protest im Hamburger Hafen. Anlass ist, dass die „Atlantic Cartier“, die am 1. Mai 2013 mit Uranhexaflouried (UF6) und Atombrennstäben, Munition und Ethanol in Brand geraten war, wieder nach Hamburg kommt.

Am 1. Mai 2013 brach aus immer noch unbekannter Ursache um 19.30 ein Feuer auf dem Schiff aus. Ca. 30 Minuten später wurde die Feuerwehr informiert, die dann durch eigene Inaugenscheinnahme feststellte, dass Gefahrgüter an Bord waren. Neben 70 Autos befanden sich auch radioaktive Stoffe wie Uranhexafluorid (UF6) und neue Brennelemente für AKWs, sowie Munition, Ethanol und Sprengstoffe bzw. Raketenantriebsstoffe an Bord. Ein brisanter Cocktail.

Maßnahmen die Gefahrenstoffe aus dem gefährdeten Bereich zu entfernen wurden erst um 23.08h eingeleitet da Krahnfahrer*innen erst von der Polizei geholt werden mussten. 33 Container mit gefährlichen Gütern wurden dann bis 3.35h aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich entfernt (ca.8 Stunden nach Feuerausbruch). Der Brand konnte aber erst um 5.11h unter Kontrolle gebracht werden. Er war somit 9 Stunden und 41 Minuten nicht beherrschbar. Die Gesamteinsatzdauer der Feuerwehr betrug 15,5 Stunden.

Bei Unfällen mit Uranhexafluorid (UF6) Transporten, wie im Fall der „Atlantic Cartier“, ist wesentlich dessen chemisch hohe Toxizität: Bei Freisetzung von UF6 bilden sich mit der Luftfeuchte sofort Flußsäure und andere giftige Fluorverbindungen, die schwere Verletzungen der Atemwege verursachen. Je nach Witterungsbedingungen können bis in ca. 600 m Entfernung vom Unfallort tödliche Konzentrationen auftreten. Bei schweren Unfällen, die mit Freisetzung von UF6 oder Plutonium verbunden sind, gibt es keine effektiven Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Die Katastrophenschutzplanung kann bei schweren Unfällen im Zusammenhang mit Transporten dieser Substanzen nur begrenzt greifen.

„Militärische und zivile Nutzung der Atomkraft heißt Verletzung und Ermordung vieler Millionen Menschen und Zerstörung der Umwelt. Deshalb setzten wir uns für die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und der dazugehörigen Infrastrukturen ein, und zwar weltweit“, so das Anti-Atom-Plenum. „In Hamburg bedeutet Atomausstieg u.a. sofortige Entwidmung des Hafens für Atomtransporte und juristischer Begriff zur Sperrung des Hafens für bestimmte Güter.“

  • Am Sa. 24.08.2013 um 09:30 Uhr werden Schiffe vom Anleger Maritimes Museum, (Koreastraße 1, 20457 Hamburg) zum Anlegehafen O’swaldkai fahren und gegen die Atomtransporte protestieren. Hierzu lädt das Anti-Atom-Plenum die Presse zum Pressegespräch auf einer Barkasse ein.
  • Atomtransporte auf Passagierfähren
    22. Juni 2013 – Die Passagiere sitzen auf dem Sonnendeck und freuen sich auf den Urlaub. Was sie nicht wissen: Mit ihnen, im Bauch der Fähre, fährt radioaktives Material mit. Auf Lkw oder in Güterwaggons wird regelmäßig “Gefahrgut der Klasse 7? auf Personenfähren transportiert, so etwa von Rostock ins schwedische Trelleborg und zurück. Das haben Recherchen von Panorama 3 ergeben. Atomkraftgegner fordern ein generelles Verbot von Atomtransporten.
  • Atomtransporte über Bremen bleiben weiter verboten
    18. Juni 2013 – Die CDU ist mit ihrem Antrag gegen das Verbot von Atomtransporten in Bremen kläglich gescheitert. Der Staatsgerichtshof Bremen hat den CDU-Vorstoß für unzulässig erklärt: Die Länder könnten selbst entscheiden, was in den Häfen umgeschlagen wird. Das garantiere die Verfassungsautonomie der zuständigen Länderregierungen und nicht die Wünsche der Konzerne.
  • Protestaktion gegen Atomtransporte in der HafenCity Hamburg
    23. Mai 2013 – Nach dem 16stündigen Brand auf einem Frachter mit radioaktiver Ladung im Hamburger Hafen Anfang Mai protestierten Aktive heute in luftiger Höhe gegen weitere Atomtransporte und die mangelhafte Information der Bevölkerung. Mehrere AktivistInnen von ROBIN WOOD forderten mit einer Kletter- und Banneraktion an einem historischen Kran in der HafenCity (Kaiser-Kai) einen Stopp von Atomtransporten durch die Hansestadt.
  • Uranhexafluorid auf brennendem Atomfrachter Atlantic Cartier in Hamburg
    17. Mai 2013 – Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände befürchten, dass die neun Tonnen Uranhexafluorid, die der brennende Atomfrachter ‘Atlantic Cartier’ am 1. Mai im Hamburger Hafen an Bord hatte, für die Urananreicherungsanlage Gronau oder die Brennelemente Fabrik Lingen bestimmt waren.

Quelle (Auszug): Anti Atom Plenum Hamburg, 22.08.2013

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