Windenergie statt Atomkraft: Brasilien legt AKW-Pläne auf Eis

In Folge der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima kehrt auch Brasilien der Atomenergie den Rücken und will stattdessen auf Windenergie setzen. Ein weiteres Land in einer langen Reihe, die aus der schwersten Atomkatastrophe in der „zivilen Nutzung der Atomenergie“ vernünftige Schlüsse ziehen.

Standort Angra / Brasilien

Standort Angra / Brasilien

Es sei unwahrscheinlich, dass die Regierung an ihren bisherigen Plänen festhält und bis 2030 vier neue Atomreaktoren bauen werde, sagte Mauricio Tolmasquim, Chef der staatlichen Energieplanungsbehörde, in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Derzeit befinden sich in Brasilien am Standort Angra, unweit von Rio de Janeiro, zwei Reaktoren in Betrieb und einer – mit deutscher Technik von Siemens – seit 1984 in Bau. Gegen die Errichtung von Angra-3 gab es zuletzt Mitte 2012 auch in Deutschland Proteste, weil die Bundesregierung das Projekt durch Hermeskredite absichern will. Die Atomenergie hat in Brasilien einen Anteil von nur drei Prozent an der Gesamtstromerzeugung.

Nach dem Zwischenfall in Japan seien die Pläne für den Bau von AKWs zunächst auf Eis gelegt worden, erklärte Tolmasquim. Statt dessen setzt das Land auf Energie aus Windkraftanlagen. Derzeit deckt das Land noch rund 75 Prozent der Nachfrage mit Wasserkraft.

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Quelle (Auszug): solidbau.at, 15.09.2013

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