China: Proteste verhindern Bau einer Urananlage

In der südchinesischen Stadt Jiangmen haben gestern mehrere Hundert Menschen gegen den Bau einer Uranfabrik demonstriert. Mit Erfolg: Die Behörden haben offenbar die Pläne zum Bau der Anlage gestoppt.

Nach einer „sorgsamen Abwägung der Bedenken der Öffentlichkeit“ habe sich die lokale Regierung „aus Respekt vor dem Willen des Volkes“ zum Abbruch des Projektes entschieden, so die Gemeinde Heshan in der Provinz Guangdong laut Deutsche Presse Agentur (dpa). Es hatte Gesundheitsbedenken durch den Betrieb der Urananreicherungsanlage gegeben. Die Fabrik sollte nach ursprünglichen Plänen jährlich 1000 Tonnen Nuklearbrennstoff liefern.

Ob der Bau allerdings tatsächlich gestoppt wurde, wollen die Aktivisten wenig Glauben schenken: „Wir glauben nicht, dass das Projekt dauerhaft gestoppt wird, weil wir uns einfach nicht auf unsere Regierung verlassen können“, so einer der Protestierenden.

China betreibt derzeit an sieben Standorten insgesamt 18 Atomreaktoren, darunter seit Mitte 2011 auch einen „Schnellen Brüter“. Allein in der Provinz Guangdong sind fünf Meiler in Betrieb, ein Dutzend weitere sind geplant. Landesweit sind 28 Einheiten in Bau. Knapp 2 Prozent macht die Atomenergie am chinesischen Strommix aus.

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Quellen (Auszug): dpa, spiegel.de, iaea.org; 13.07.2013

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