Gundremmingen: 6.700 Unterschriften gegen AKW-Leistungserhöhung

Atomkraftgegner haben 6.700 Petitionen gegen die Ausweitung der Atomproduktion im AKW Gundremmingen dem Bayerischen Landtag übergeben. Minister Seehofer hat angekündigt, sich „um das Thema zu kümmern“.

AKW Gundremmingen vom Netz!

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Diese Woche haben die Vertreter des Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik im Bayerischen Landtag die Petitionen überreicht. Als alle Päckchen ausgezählt waren, lagen 6711 Petitionen im dem Landtag anvertrauten Karton.

Vertreter von vier der fünf Fraktionen nahmen sie entgegen. Auch der vorbei kommende Ministerpräsident Host Seehofer mischte sich ein, fragte nach dem Anliegen und sagte: Er wolle sich um das Thema kümmern. Voraussichtlich wird jetzt in der Sitzung des Umweltausschusses am 11. Juli über die Petition beraten und entschieden.

Seit 1999 versuchen die zwei Atomkonzerne eine Genehmigung für die Ausweitung der Atomstromproduktion in Gundremmingen zu erhalten. Ohne besondere Umbaumaßnahmen wollen sie durch Verstellen von Umwälzpumpen und Steuerstäben die Leistung steigern. In jedem Reaktor soll die thermische Leistung um 260 Megawatt (MW, ein MW sind 1.000 Kilowatt) gesteigert werden. Das soll in zwei Schritten geschehen. In einem ersten soll die Leistung jedes Reaktors von 3.840 auf 4.000 MW angehoben werden. Damit will man die elektrische Bruttoleistung von 1.344 MW auf 1.400 MW hoch drücken.

Umweltschützer vergleichen dies mit dem Frisieren von Mopeds und Autos. Die Leistung der Motoren wird erhöht, aber das Chassis und die Bremsen bleiben gleich. Jahrelang war das AKW Gundremmingen nicht in der Lage die von den Genehmigungsbehörden und der Reaktorsicherheitskommission verlangten Sicherheitsnachweise zu erbringen.

Es seien „viel mehr Petitonen als anfangs erhofft“, freuen sich die Aktivisten.

  • Greenpeace: Betreiber des AKW Gundremmingen ignoriert Ergebnisse des “Stresstest”
    21. April 2013 – Die Betreiber des AKW Gundremmingen ignorieren die Empfehlungen des EU-Stresstests, befindet Greenpeace. Beide Reaktoren Gundremmingen B und C seien weiterhin extrem anfällig für Erdbeben und Überflutungen und die Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente liegen außerhalb des Reaktorsicherheitsbehälters, genau wie bei den Unglücksreaktoren von Fukushima. Die letzten beiden Siederwasserreaktoren Deutschlands sind zu wenig gegen Außeneinflüsse geschützt und es gibt keine Pläne, wie mit auftretenden Problemen umgegangen wird. Stattdessen planen die Betreiber, die Stromproduktion zu erhöhen, was den Sicherheitsspielraum noch weiter verkleinern könnte.
  • Falsches Spiel um defekte Brennelemente im AKW Gundremmingen
    9. April 2013 – Seit etwa 2010 fallen im AKW Gundremmingen vermehrt undichte Spaltelemente auf. “2012 hat es in Block C keine Brennelementdefekte gegeben”, berichtet der Betreiber der letzten Siederwasserreaktoren in Deutschland. Atomkraftgegner unterstellen falsches Spiel, denn nach der Revision 2012 war sehr wohl von undichten Brennelemente berichtet worden. Der Betreiber ist zur Zeit in Block B auf der Suche nach neuen Defekten.

Quelle (Auszug): atommuell-lager.de; 06./14.06.2013

One Response to Gundremmingen: 6.700 Unterschriften gegen AKW-Leistungserhöhung

  • Seitz Peter sagt:

    wie kann so ein marodes KKw eine Leistungssteigerung beantragen?
    im Gegenzug wird die Stromeinspeisung aus regenerativem Photovoltaik Strom durch den Anbieter leistungsgemindert, je nach Wetterlage wird die Anlage entsprechend von den Stromanbietern leistungsreduziert. Das muss einer vertehen.

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