Atom-Müll-Firma würde aus Duisburg wegziehen

Mitten im Wohngebiet wird in Duisburg-Wanheim Atommüll verarbeitet. Die Firma Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) würde wegziehen – wenn jemand den angeblich nötigen zweistelligen Millionenbetrag aufbringt. Jede Woche rollt leicht bis mittelradioaktiver Abfall aus deutschen Atomkraftwerken in den Duisburger Süden. Derzeit aus dem AKW Krümmel.

GNS Hallen im Wohngebiet; Bild: duisburg-atomfrei.de

GNS Hallen im Wohngebiet; Bild: duisburg-atomfrei.de

Immerhin: Protest wirkt und die Firma GNS kann sich vorstellen, den Standort in Wanheim aufzugeben. Dann müsse allerdings jemand den Umzug bezahlen und eine ähnlich geeignete Fläche bereitstellen, sagt Unternehmenssprecher Michael Köbl laut „WAZ“. Es geht angeblich um einen zweistelligen Millionenbetrag. Andernfalls würden weiter Transporte mit leicht- bis mittelschwer radioaktivem Müll nach Wanheim rollen. Die Atom-Müll-Firma reagiert auf den Koalitionsvertrag der rot-grünen NRW-Landesregierung, in dem steht, dass die Landesregierung Initiativen unterstützen will, den Standort zu verlegen. Auch wenn es noch so unrealistisch ist und die GNS weiterhin Bestandsschutz genießt, freut sich die Landesregierung darüber, dass der Umzug „erstmals offiziell Thema sei“. Es handle sich um einen „entscheidenden Fortschritt“. Aus Sicht des Unternehmens sei es nicht nötig, den Standort aufzugeben: „Es besteht keine Gefahr für die Nachbarschaft“.

  • Das Anti-Atombündnis Niederrhein fordert die Schließung, denn „der Standort mitten im Wohngebiet ist unverantwortlich“.

Im Schnitt rollen zur Zeit nach Angaben der „WAZ“ 1,6 Transporte mit Müll wöchentlich aus Atomkraftwerken nach Wanheim. Durch eine Erweiterung könnten es demnächst maximal zehn Transporte werden. Zur Zeit befindet sich nach Angaben von „radioduisburg.de“ Atommüll aus dem AKW Krümmel auf dem Weg dorthin. Seit Montag sind drei Container per Eisenbahn unterwegs, in Wanheim könnte der Strahlenmüll dann für vier Jahre zwischengelagert werden.

In der Duisburger Anlage findet „Konditionierung“ statt, wobei metallische Reststoffe so weit wie möglich recycelt werden. Dazu werden sie von der strahlenden Verschmutzung gereinigt und dann an den Schrotthandel verkauft. Ist eine Reinigung nicht möglich, wird der Schrott eingeschmolzen. Andere Stoffe werden für die Endlagerung umverpackt. Ziel der „Konditionierung“ ist es, die Menge an Atommüll so klein wie möglich zu bekommen und möglichst wenig Endlagerfläche zu beanspruchen. Das Problem dieser Methode „Freimessen“ ist die Verunreinigung des gesamten Stoffkreises mit geringen Mengen Radioaktivität. Völlig unklar und umstritten ist bis heute die langfristige Wirkung von geringer Strahlung auf den menschenlichen Körper.

  • Schwachradioaktiver Atommüll landet in alten Bergwerken und auf Deponien
    26. Januar 2012 – Alle reden von Schacht Konrad, wenn es um den Abbau von Atomkraftwerke geht, denn dabei fallen bekanntlich erhebliche Mengen schwach-radioaktiver Stoffe an. Diese sollen im ehemaligen Erzbergwerk bei Salzgitter unter die Erde gebracht werden – dessen Inbetriebnahme wegen Sicherheitsbedenken aber seit Jahren blockiert wird. Doch tatsächlich landen schon heute große Mengen radiaoktives Material “freigemessen” auf Hausmülldeponien oder in Untertagedeponien.
  • Anwohner haben Angst vor AKW-Schutt
    27. Oktober 2011 – E.ON als Betreiber des Rückbaus ist stolz darauf: nur ein kleiner Teil des Abrissmaterials des Atomkraftwerks Stade muss als radioaktiver Müll entsorgt werden. Ein Großteil kann auf Hausmülldeponien entsorgt werden. Eine davon liegt bei Schneverdingen – die Anwohner schlagen Alarm, denn der Schutt ist radioaktiv.

Quellen (Auszug): derwesten.de, 25.04.2013; radioduisburg.de, umweltfairaendern.de, 08.05.2013

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