Perfider Plan: Längere AKW-Laufzeiten dank Atombomben

Laut Medienberichten wird in einer Reihe deutscher Atomkraftwerke der Konzerne EnBW, E.ON und RWE seit Jahren und in großem Stil Uran aus militärischen Hinterlassenschaften der Sowjetunion eingesetzt. Was der Politik als geradezu altruistisches „Abrüstungs- und Rüstungskonversionsprogramm“ verkauft wurde, war jedoch ein perfider Plan für eine Laufzeitverlängerung. Das Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ fordert Kunden der an diesem Deal beteiligten Atomkonzerne daher auf, ihren Stromversorger zu wechseln.

„Der Vorgang beweist einmal mehr, dass diejenigen, die Atomkraftwerke als sprudelnde Geldquelle betreiben, nicht vertragsfähig sind“, kritisiert die Koordinatorin des Aktionsbündnisses „Atomausstieg selber machen“, Melanie Ball. „Sie tricksen und täuschen, sie verkaufen ihre Vertragspartner für dumm, aber ebenso ihre Stromkunden, die sie über das Geschäft mit dem Bombenstoff und erst recht dessen taktische Hintergründe bis heute im Unklaren lassen“.

Das Verwenden von Uran aus abgerüsteten sowjetischen Atombomben und Atom-U-Booten in den AKW Obrigheim und Neckarwestheim (EnBW), Brokdorf und Unterweser (E.ON) sowie Gundremmingen (RWE und E.ON) war für die deutschen Konzerne offenbar mehr als nur ein gutes Geschäft: Wie vertrauliche Unterlagen aus dem EnBW-Konzern enthüllen sollen, bereiteten die Konzerne damit gleichzeitig den Ausstieg aus dem von ihnen selbst mit der rot-grünen Regierung vereinbarten Atomkonsens vor. Der Bombenstoff aus dem Osten sollte – vertraglich abgesichert – deutsche AKW länger mit Brennstoff versorgen als Laufzeiten vereinbart waren.

Die Papiere zeigen, wie fest Atomlobbyisten die Politik im Griff hatten: Schon 2001 sollen Lobbyisten unter Bundestagsmitgliedern ein günstiges Klima für den Einsatz von Uran und Plutonium aus Militärbeständen erwirkt haben, ohne jedoch das Detail mit der Laufzeitverlängerung zu erwähnen.

„Machen Sie diesen Gaunereien ein Ende und kündigen Sie bei EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall!“ fordert das Bündnis „Atomausstieg selber machen“. „Wechseln Sie zu einem Ökostromanbieter, der vertrauensvoll mit Ihrem Geld umgeht und es in ungefährliche, umweltfreundliche Kraftwerke investiert!“

Das Bündnis empfiehlt die unabhängigen Ökostromanbieter EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom, die sich seit über 10 Jahren konsequent für den Atomausstieg engagieren und bundesweit ausschließlich Ökostrom liefern.

Informationen und Hilfestellungen erhalten Verbraucher unter www.atomausstieg-selber-machen.de oder bei der kostenlosen Hotline 0800 7626852. „Atomausstieg selber machen“ ist ein Bündnis aus Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atom-Initiativen.

  • Atomausstieg selber machen! Ökostrom-Wechseltage vom 21.-23. September
    17. September 2012 – Kennt Ihr noch diese fiesen Sprüche mit den Kindervornamen? Nach dem Motto: “Alle reden von der Energiewende. Nur nicht wir, wir machen sie hier!” sind alle engagierten Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihrem Umfeld ein Wochenende lang zu zeigen, was eine Energiewende in Bürgerhand bedeutet – z.B. mit seiner Stromrechnung neue Ökostrom-Kraftwerke zu finanzieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv