Endlagersuche: Gorleben bleibt im Rennen – Atomkraftgegner kündigen Proteste an

Gorleben war schon “tot” (Sigmar Gabriel) und ist ein “Schwarzbau” (Jürgen Trittin). “Was treibt sie heute an, den maroden Salzstock ‚im Rennen‘ zu belassen, statt eine Endlagersuche wirklich neu zu starten?” Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) verweist auf eine Vor-Meldung des “Spiegel”, demnach haben sich Union, SPD und Grüne auf Bundesebene beim Thema Gorleben angenähert.

Umweltminister Peter Altmaier (CDU), SPD-Chef Sigmar Gabriel und Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sollen sich bei ihrem “Küchengespräch” in Berlin vor einigen Tagen darauf geeinigt haben, dass der Standort Gorleben bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager weiter im Rennen bleibt.

“Damit brüskieren vor allem die SPD- und Grünen-Vertreter ihre eigenen Parteifreunde, wir hatten gehofft, dass unser offener Brief zur Offenheit des Suchverfahrens beiträgt”, so Wolfgang Ehmke (BI).

Bürgerinitiative, Bäuerliche Notgemeinschaft im Wendland und die großen Umweltverbände hatten angemahnt, die kritische Öffentlichkeit vor einer Festlegung auf das Suchverfahren zu konsultieren und Gorleben endgültig zu streichen.

“Die Kungelei um Gorleben haben wir satt. Wenn Argumente nichts fruchten, werden wir weiter auf den Protest setzen, damit die Verhandlungsführer begreifen, dass das Festhalten an Gorleben das Suchverfahren kontaminiert”, sagte der BI-Vorsitzende Martin Donat.

contrAtom unterstützt die Forderung nach einem sofortigen Aus der Gorleben-Pläne und einem Neuanfang in der Atommüll-Diskussion.

  • Endlagersuche: Offener Brief an den Bundesvorstand der Grünen
    16. Juli 2012 – Mit Unverständnis haben Atomkraftgegner aus der Region Gorleben auf den Beschluss des Bundesvorstands der Grünen reagiert, die Verhandlungen zum Endlagersuchgesetz zügig abschließen zu wollen und darauf zu drängen, das Gesetz bereits im September in den Bundestag einzubringen.
  • Endlagersuche: Gründlichkeit vor Schnelligkeit!
    13. Juni 2012 – SPD und Grüne wollen einen Neustart in der Endlagersuche und pochen darauf, dass die Öffentlichkeit rasch breiter beteiligt wird. Atomkraftgegner fordern Gründlichkeit vor Schnelligkeit – und endlich das absolute Aus für Gorleben. Nur so ist eine realistische Debatte überhaupt möglich.

Quelle: bi-luechow-dannenberg.de, 22.07.2012

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv