Röttgens Premiere in der Asse: Der Müll muss raus!

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) besucht heute erstmals in seiner Amtszeit die größte Entsorgungskatastrophe Europas: das havarierte Endlager Asse-2. Gestern haben 24.000 Menschen in der Region mit einer Lichterkette protestiert und fordern: Der Müll muss raus!

11.03.2012 - Protest mit brennendem A bei Lichterkette im Braunschweiger Land

11.03.2012 - Protest mit brennendem A bei Lichterkette im Braunschweiger Land

Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist nunmehr seit dem 28. Oktober 2009 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Heute besucht er erstmals in seiner Amtszeit das marode Atommülllager Asse. Atomkraftgegner aus der Region werden ihn empfangen.

„Die Rückholung der Abfälle aus der Asse bleibt das Ziel“, sagte Röttgen in der „Braunschweiger Zeitung“ Mitte Januar 2012. Vor drei Monaten waren durch die Veröffentlichung von interne Papieren des Bundesamt für Strahlenschutz Zweifel aufgekommen, dass der Wille für eine Bergung des Atommülls überhaupt bestehe. Sie wäre zu teuer und würde zu lange dauern. Auch ist der weitere Verbleib des Mülls ein Problem. Bisher scheiterte zudem der Start der Probebohrungen, die Grundlage für die Atommüllbergung sind, an zahlreichen Auflagen und Uneinigkeit der Behörden über die Machbarkeit einer solchen Operation.

Seit mehr als drei Jahren ist bekannt, dass nur die Rückholung des Mülls eine langfristige Gefährdung der Region ausschließen kann. Und seit mehr als drei Jahren ist nichts passiert. Die Politik drückt sich vor der Verantwortung für die Rückholung, attestieren Atomkraftgegner:

„Die spielen Beamtenmikado: Wer sich als Erster bewegt hat verloren. Der muss dann die Fässer aus dem Schacht holen“.

  • Gestern protestierten mehr als 24.000 Menschen in der Region Braunschweig – Schacht Konrad – Asse gegen die Atomprojekte. Auch contrAtom beteiligte sich mit einem „brennenden A“, das den Widerstand in der Region symbolisiert: „AufpASSEn“.

In der Asse lagern seit 1978 rund 126.000 Fässer mit radioaktivem Atommüll. Weil das Bergwerk einzustürzen und voll Wasser zu laufen droht, soll der Abfall geborgen werden. Die Rückholung der Fässer wird nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums bis zu 40 Jahre dauern und Milliarden kosten.

„Wir fordern neben der zügigen Rückholung des Mülls einen Lernprozess aus der Asse: die Langzeitlagerung von Atommüll unter Tage ist nicht möglich. Niemand kann eine Sicherheit für Jahrtausende gewährleisten. Deshalb gehören die Projekte Gorleben und Schacht Konrad vom Tisch – bevor die Fehler der Asse wiederholt werden können!“, so Jan Becker von contrAtom.

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  • Asse: Röttgen übernimmt Verantwortung
    13. Januar 2012 – Bundesumweltminister Röttgen will die Bergung des Atommülls aus dem havarierten Endlager Asse-2 nocheinmal prüfen lassen. Grundsätzlich bleibe die Rückholung der 126.000 Fässer das Ziel. Dafür sollen notfalls sogar rechtliche Änderungen sorgen. Atomkraftgegner fordern, keine Zeit zu verlieren und mit den Bohrungen in die Atommüllkammmern sofort zu beginnen.
  • Asse II: Rückholung organisieren statt aussitzen!
    3. Januar 2012 – Der Asse 2-Koordinationskreis stellte auf der Pressekonferenz in Hannover am 3.1.2012 fest: “Die Verantwortung für die Rückholung des Atommülls aus der Asse liegt bei Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Herr Dr. Röttgen, bekennen Sie sich zur Rückholung! Nehmen Sie Ihre Führungsverantwortung für die Sanierung der Asse endlich wahr!”
  • Kein sicherer Verschluss der Asse möglich! – Rückholung des Atommülls ohne Alternative
    29. Dezember 2011 – Es gibt keinen „sicheren Verschluss“ der Asse und damit auch keinen Schutz vor dem Austritt von Radioaktivität, wenn der Atommüll im Berg bleibt. Bereits wenige Jahre nach einer Vollverfüllung können solch hohe Drücke entstehen, dass kontaminierte, giftige und nur wenig verdünnte Lösungen und Gase in die Biosphäre ausgepresst werden. Deswegen muss die Rückholung des Atommülls zügig und sorgfältig angegangen werden.

Quellen (Auszug): tagesschau.de, dpa; 12.03.2012

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