Hamburg hängt am AKW Brokdorf

Sollte das Atomkraftwerk Brokdorf in nächster Zeit ausfallen, könnte es wegen der kalten Wetterlage zu einem Blackout in Hamburg kommen – schreibt das Hamburger Abendblatt. Atomkraftgegner warnen vor Hysterie, mahnen aber erneut die Abhängkeit von Großtechnologie an.

Dass Atomkraftwerke unvorgesehen ausfallen können, zeigen zahlreiche Notabschaltungen oder erzwungene Stillstände für Reparaturen. Im Dezember 2011 musste der Block C des AKW Gundremmingen wegen Brennelementeschäden unplanmäßig vom Netz. Wegen der hochkomplexen Technik kann es jederzeit durch eine kleine Schwachstelle zur Notabschaltung eines der verbliebenen neun Atomkraftwerke kommen.

Eine grundsätzliche Veränderung hatte es für Hamburg mit dem Atomausstieg eigentlich gar nicht gegeben: die AKW Brunsbüttel und Krümmel waren seit 2007 störfallbedingt vom Netz. In Norddeutschland kam es nur zur Stilllegung des AKW Unterweser.

Atomkraftgegner warnen in diesem Zusammenhang erneut vor Hysterie und falschen Schlüssen:

„Das Problem ist die Abhängigkeit von Großkraftwerken wie den AKWs – nicht der Atomausstieg“, so Jan Becker von contrAtom. „Deutschland hat den Umstieg auf eine dezentrale Energieversorgung verschlafen, stattdessen haben Energiekonzerne mithilfe von Steuergeldern große Kraftwerke bauen dürfen und damit verbunden riesige Gewinne gemacht und die Stromkunden abhängig gemacht. Nun muss mit aller Kraft dagegen gesteuert werden!“

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Quelle: abendblatt.de, 31.01.2012

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