Mit Gitarrenmusik, Kaffeetafel und Gebeten gegen Gorleben

Heute wurde erneut das geplante Endlagerbergwerk in Gorleben blockiert. Mit Kaffee, Kuchen, Liedern und Gebeten riefen Teilnehmer des „Gorleben Gebets“ zum Verzicht auf Atomenergie auf. Pünktlich um 13.00 Uhr waren zwei Zufahrtstore zum Gelände, auf dem das Atommüllendlager entstehen soll, versperrt.

Im Vergleich zu anderen Aktionen war der Altersdurchschnitt heute um einiges höher, trafen sich an diesem sonnigen Tag die Teilnehmer des „Gorleben Gebets“ vor den Eingangstoren. Gemeinsam wurde gesungen und musiziert, ein Theaterstück gespielt und angemahnt, dass mit der Atommüllproduktion endlich Schluss sein muss. Texte von Joanna Macy, Anti-Atom-Aktivistin und Tiefenökologin aus den USA. und Dorothee Sölle, Hildegard von Bingen untermauerten die Haltung, dass der Betrieb von Atomanlagen auch ethisch nicht vertretbar ist.

Seit mehr als zwei Monaten werden im Rahmen der Kampegne „Gorleben 365“ regelmäßig die Zufahrten zum „Schwarzbau“, wie das Bergwerk im Volksmund nach der Bekanntgabe, dass dort umfangreiche Ausbauten zum Endlager statt Forschungsarbeiten laufen, genannt wird, durchgeführt. Teilweise mit Ketten und Rohren, dann mit Traktoren, Bettgestellen, „spanischen Vorhängen“ oder Kaffeetafeln. Kürzlich war bekannt geworden, dass die Arbeiten im Bergwerk wegen der Blockaden offenbar am Wochenende eingestellt wurden.

Das „Gorlebener Gebet“ findet seit 22 Jahren jeden Sonntag um 14.00 Uhr an den „Gorleben Kreuzen“ statt, die im Zusammenhang unweit des Bergwerks aufgestellt wurden. Die „Ökumenische Initiative Gorlebener Gebet“ versteht sich als „Horchposten zwischen Gott und Zwischenlager“, an dem in einer offenen Gottesdienstform Menschen ins Gespräch finden, singen und beten und ihre Hoffnung und ihre Ängste voreinander und vor Gott teilen. Am Anfang waren es 51 Entschlossene, die einen Ort geschaffen haben, der zum regelmäßigen Gebet Einladung und Aufruf ist. Bis heute wählen viele das Gebet als ihre Form des friedfertigen Widerstands und nehmen es als Auftrag stellvertretend für andere wahr. Seit 1989 ist noch nie eine Andacht ausgefallen.

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  • Atomkraftgegner dürfen nicht ins Zwischenlager
    21. Oktober 2011 – Vier Bundestagsabgeordneten ist der Zutritt zum Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll in Gorleben verweigert worden. Laut Betreiber sei keine “persönliche Sicherheitsüberprüfung” vorgenommen worden und damit der Zutritt zur Lagerhalle für Castorbehälter nicht möglich. In der Vergangenheit wurden schon öfter Atomkraftgegner abgewiesen. Von Transparenz in Gorleben als keine Spur.
  • Erfolg in Gorleben: Arbeiten am Wochenende eingestellt
    19. Oktober 2011 – Offenbar scheinen die massiven Störungen der Schichtwechsel im geplanten Endlagerbergwerk Gorleben Wirkung zu zeigen: Nach Informationen der Kampagne “gorleben365? sind die Arbeiten am Wochenende eingestellt worden. Seit zwei Monaten finden regelmäßig gewaltfreie Blockaden der Werkstore statt.
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