Erfolg in Gorleben: Arbeiten am Wochenende eingestellt

Offenbar scheinen die massiven Störungen der Schichtwechsel im geplanten Endlagerbergwerk Gorleben Wirkung zu zeigen: Nach Informationen der Kampagne „gorleben365“ sind die Arbeiten am Wochenende eingestellt worden. Seit zwei Monaten finden regelmäßig gewaltfreie Blockaden der Werkstore statt.

01.09.2011 - Gorleben blockiert

01.09.2011 - Gorleben blockiert

Als nächstes hat sich das „Gorlebener Gebet“ angekündigt: Das Endlager sei aus ethischen Gründen nicht vertretbar, deshalb werden am 23.10. vor den Toren zum Erkundungsbergwerk Texte u.a. von Joanna Macy, Anti-Atom-Aktivistin und Tiefenökologin aus den U.S.A., Dorothee Sölle oder Hildegard von Bingen vorgetragen. Im Anschluss gibt es Kaffee und Kuchen. Eine vorgesehene Kaffeetafel der „Initiative 60“ am 11.10. wurde wegen andauernden Regens zwar zur Stehparty, zwei LKW mit Schlafcontainern der Polizei mussten aber geduldig warten. Die Atomkraftgegner, einige waren über 80, der älteste schon 92 Jahre alt, dachten an die Enkel aller Menschen, ihre eigenen wie auch die uneinsichtiger Politiker und die der in den Einsatz beorderten Polizeibeamtinnen und -beamten. Denen und allen weiteren Nachkommen die Umwelt lebenswert zu erhalten sei die Pflicht jeder Generation.

Nach zwei Monaten, in denen jedes Wochenende blockiert wurde, scheint sich ein erster Erfolg abzuzeichnen: Schon seit einigen Wochen wurde beobachtet, dass an Wochenenden im Zeitfenster des mittäglichen Schichtwechsels kaum Fahrzeuge auf bzw. vom Gelände fahren. Zwischen 8.00-8.30 Uhr bzw. 20.00-20.30 Uhr ist hingegen ein kleines, aber erhöhtes Fahrzeugaufkommen zu registrieren. Mit einer weiteren Aktion konnte bestätigt werden, dass es offenbar eine Veränderung der Schichtplänen gegeben hat – und die Arbeiten an Wochenenden eingestellt wurden. Zudem hat es eine Umstellung des Schichtplans für das Sicherheitspersonal von 8- auf 12-Stundenschichten gegeben.

„Der Dreischichtbetrieb im Bergwerk ist an den Wochenenden komplett eingestellt worden, selbst das Wachpersonal arbeitet samstags und sonntags nur noch in Zwölf-Stunden-Schichten“, so Katja Tempel von der Kampage „Gorleben 365“.

  • Kein Dialog um Gorleben
    11. Oktober 2011 – Seit Wochen wirbt das Bundesumweltministerium (BMU) in großformatigen Anzeigen für einen sogenannten Gorleben-Dialog. Dies ist der zweite Versuch des Bundesumweltministers Norbert Röttgen (CDU), nachdem er sich bereits Ende letzten Jahres vergeblich darum bemüht hatte, in der Region um Gorleben Gesprächspartner dafür zu finden. Der sogenannte Gorleben-Dialog des Bundesumweltministeriums (BMU) ist eine Farce, meinen Atomkraftgegner – die morgige Fachdiskussion wird ohne die Atomkritiker im Wendland stattfinden.
  • In Gorleben wurde gemauschelt
    30. September 2011 – Wann, von wem und warum wurde Gorleben als Standort für ein Atommüllendlager ausgewählt? Mit dieser Frage quälen sich die Abgeordneten den Bundestags-Untersuchungsausschusses seit eineinhalb Jahren. Bei der Entscheidung über den Endlagerstandort Gorleben hat Niedersachsen offenbar bewusst die Unwahrheit gesagt. Das geht aus neu aufgetauchten Akten hervor. Atomkraftgegner sehen ihren Verdacht, dass nicht Wissenschaft sonden allein Wirtschaftlichkeit entscheidend war, erneut bestätigt und fordern das sofortige Ende von Gorleben.
  • Achtung Strahlung! Gorleben erneut blockiert
    25. September 2011 – Die BürgerInneninitiative gegen Atomanlagen Uelzen (BI Uelzen) hat gestern im Rahmen von www.gorleben365.de die Hauptzufahrt zum Salzstock Gorleben blockiert. Mit einem “Spanischer Vorhang” verschleierten Aktivisten den Anblick auf das Bergwerk, den sogenannten Schwarzbau.
  • Gorleben: “Keine Schicht im Schacht”
    1. September 2011 – Unter dem Motto “Musik genießen – atomaren Wahnsinn stoppen” blockierten heute abend 80 AtomkraftgegnerInnen den Schichtwechsel des Bergwerks Gorleben. Die Aktion steht im Rahmen der Kampagne “Gorleben365?und richtet sich gegen die verfehlte Politik in der Endlagersuche. Alle Zufahrtstore wurden versperrt und der Polizei blieb keine andere Möglichkeit, als selbst Löcher in den Sicherheitszaun zu schneiden.

Quellen (Auszug): gorleben365.de, news.yahoo.com; 19.10.2011

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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