Urantransport aus Gronau

Heute hat ein Urantransport aus der Anreicherungsanlage Gronau stattgefunden. Aufgrund dieses Anlasses weisen Atomkraftgegner erneut auf die Gefahren der Transporte hin und fordern die Stilllegung der Uranfabrik in Westfalen.

Um 14.15 Uhr durchfuhr der Zug mit neun Waggons den Bahnhof Emsdetten. Die Transportstrecke führt von Gronau über Münster, Greven, Emsdetten Richtung Rheine und Bad Bentheim. Das Ziel der Waggons, in denen in der Regel Uranhexafluorid transportiert wird, ist nicht bekannt.

Die Transporte sind riskant, denn Uranhexafluorid ist zwar weder brennbar noch explosiv, aber ein Gammastrahler und hochgiftig. Kommt der Stoff bei einer Behälterleckage mit Wasser in Verbindung, entsteht Flusssäure, die noch ätzender als Salzsäure und sehr giftig ist. Ein Großteil des Uranhexaflourid wird in Gronau per LKW angeliefert.

Die Kritik richtet sich aber auch gegen den Betrieb der Urananreicherungsanlage (UAA), die einzige ihrer Art in Deutschland. Als Nebenprodukt der Brennstoffherstellung für Atomkraftwerke werden tausende Tonnen Atommüll produziert. Zudem ist der Ausstieg aus der Atomenergie und ein Beliefern des Weltmarktes mit Uranbrennstoff schyzophren. Die UAA hat mit der jetztigen Ausbaustufe eine Leistung, mit der 10% aller AKW auf der Welt beliefert werden könnten.

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Quelle: www.facebook.com/keincastornachahaus; 17.11.2011

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