Finnland: EPR in Olkiluoto wird noch teurer

Es braucht noch mehr Geld für die Fertigstellung des Prestigemeilers “Europäischer Druckwasserreaktor” (EPR) am finnischen Standort Olkiluoto. Das Projekt sollte den Weg der europäischen Atomfirmen ebnen, weltweit neue AKW zu bauen. Es ist aber vor allem eines: Ein finanzielles Desaster.

Anlässlich einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung haben laut der Webseite “nuklearforum.ch” die Anteilseigner der finnischen Energieversorgerin Teollisuuden Voima Oyj (TVO) einer Erhöhung des Gesellschaftsdarlehens um 300 Millionen Euro zugestimmt. Die Mittel würden “für die Fertigstellung des Kernkraftwerkprojekts Olkiluoto-3 benötigt”.

  • Es sei nun ausserordentlich wichtig, “dass das deutsch-französische Baukonsortium Areva-Siemens seine gesamte Schlagkraft und alle Ressourcen für die Fertigstellung von Olkiluoto-3 einsetze”, fordert TVO-Chief Executive Officer Jarmo Tanhua.

Laut des Betreibers wird das Kraftwerk nicht vor 2016 ans Netz gehen. Geplant war 2014. Der Aufwand ist von 3 auf mehr als 8 Milliarden Euro gestiegen.

  • England will AKW bauen – ausgerechnet ein “EPR”
    19. März 2013 – Erstmals seit 1995 soll in Großbritannien ein neues Atomkraftwerk entstehen. Wie das Ministerium für Energie und Klimawandel mitteilte, wurde die Baugenehmigung für das Akw des französischen Stromkonzerns EDF in Hinkley Point in Westengland erteilt. Die Errichtung von zwei Meilern des Typs “EPR” in Finnland und Frankreich ist bereits massiv teurer geworden als geplant. Nun droht auch England ein finanzielles Desaster, das mit Steuergeldern kompensiert werden soll.
  • Finnland: Das Milliardengrab “Europäischer Druckwasserreaktor”
    30. Dezember 2012 – Neue Meldungen aus dem finnischen Olkiluoto: Nun sollen sich die Kosten für den “Prestige-Reaktor” schon auf ein Dreifaches des ursprünglich angenommenen Festpreises belaufen. Ein Termin für die Fertigstellung wird nicht mehr genannt. Ein Desaster für das Konsortium Areva und Siemens. Atomkraftgegner fordern die EPR-Projekte zu stoppen.
  • “EPR”: Auch in Frankreich Explosion der Kosten
    4. Dezember 2012 – Statt den anfangs veranschlagten 3,3 Milliarden Euro beziffert der französische Energiekonzern EdF die Kosten der “Prestige-Reaktors”, der in Flamanville gebaut wurde, nun auf 8,5 Milliarden. Trotzdem wird weiter an dem Reaktor gezimmert, der in Europa die “Renaissance der Atomkraft” einläuten sollte. Auch in Finnland erlebt der Hersteller Areva einen Finanz-GAU.

Quelle (Auszug): nuklearforum.ch, 20.06.2013

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