Wegen der Energiewende in Deutschland droht nun das Nachbarland Tschechien, die Stromleitungen über die Grenze zu kappen. Atomkraftgegner begrüßen diese Drohung, denn in Tschechien laufen hochumstrittene Atomkraftwerke, es sollen sogar neue Meiler gebaut werden.

Stoppt Temelin!

Stoppt Temelin!

Der rasante Ökostromausbau in Deutschland bringt die Netze der Nachbarländer an die Belastungsgrenze, meldet die Deutsche Welle. Die Tschechische Republik droht deshalb damit, die Leitungen nach Deutschland zu kappen. Problematisch seien besonders Windenergieanlagen, aber auch die alten tschechischen Netze. Gegenwärtig habe das Land keine Möglichkeit, einen Blackout zu verhindern.

Deutschland würde die Energiewende im Alleingang durchziehen, so der Netzbetreiber CEPS. Das Bundesumweltministerium wiegelt ab und sieht keine Probleme.

Tschechien betreibt an den Standorten Temelin und Dukovany insgesamt sechs Reaktoren am Netz. In Temelin ist der Bau von zwei weiteren Meilern geplant. Das Land bekräftigte auch nach dem Super-GAU von Fukushima, langfristig auf Atomstrom nicht verzichten zu wollen.

Atomkraftgegner begrüßen daher die Drohung, die Stromlieferungen aus Tschechien zu kappen:

“Unbelehrbare Länder, die weiter auf Atomkraft setzen, sollen auf ihrer Energie sitzen bleiben”, so Jan Becker von contrAtom. “Immer wieder drohten deutsche Politiker vor den Importen aus Temelin wegen der Abschaltung unserer AKW. Dass die Energiewende dieses Problem auf diese Weise löst, könnte ein positiver Nebeneffekt sein – und den Tschechen wegen fehlender Nachfrage den Neubau von AKW erschweren.”

Im vergangenen Jahr hat Deutschland trotz der Abschaltung von acht Atomkraftwerken soviel Strom exportiert, wie noch nie. Grund genug für die Beschleunigung des Atomausstiegs.

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    22. Juni 2012 – Am heutigen Freitag findet im tschechischen Budweis das Anhörungsverfahren für alle Einwender aus Tschechien, Polen, Slowakei, Österreich und Deutschland zum Neubau zweier Atomkraftwerke am Standort Temelín statt. Das Umweltinstitut München wird teilnehmen und seine grundlegende und umfassende Kritik am Projekt und am vorgelegten Gutachten vortragen.

Quelle (Auszug): dw.de; 10.01.2013


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