In Gundremmingen stehen die letzten zwei noch in Betrieb befindlichen Siedewasserreaktoren Deutschlands. Beide Blöcke haben erheblich Mängel – und dürfen noch jahrelang Strom produzieren. Bei einem schweren Unfall käme es zu einer dramatischen Ausbreitung von Radioaktivität.
Die Reaktoren Gundremmingen B und C sind weder gegen Erdbeben noch Überflutungen hinreichend ausgelegt. Auch das Abklingbecken ist nicht gegen einen ernsten Unfall gesichert. Zu diesem Ergebnis kommt Greenpeace in einer Unteruchung zu den europaweiten “Stresstests”. Das AKW weisten alarmierende Defizite auf. Der Schutz gegen den Absturz eines großen Flugzeuges oder ein gezielten Anschlag ist unzureichend – teilweise wurden derartige Szenarien in den “Stresstests” gar nicht beachtet.
Die Greenpeace-Studie “Critical Review of the EU Stress Test” (Mai 2012) enthält Kartenmaterial, das Unfallszenarien für verschiedene AKW zeigt. Wie würde sich bei einem schweren Unfall Cäsium-137 unter bestimmten Wetterbedingungen ausbreiten? Für Gundremmingen wurden die meteorologischen Daten vom Mai/Juni sowie vom August 1995 herangezogen.
- Unfall-Szenario AKW Gundremmingen-B mit meteorologischen Daten am 20. August 1995
- Unfall-Szenario AKW Gundremmingen-B mit meteorologischen Daten am 5. Mai 1995
Die Karten zeigen, wie groß die Gebiete sind, in denen ein normales Leben nach einem Unfall nicht mehr möglich wäre. Der grüne Bereich ist schon belastet, der gelbe weist große Einschränkungen bei der Bodennutzung auf, im roten Bereich kann niemand mehr dauerhaft leben.
“Für das AKW Gundremmingen ergibt sich, dass bei bestimmten Wetterlagen das freigesetzte Cäsium-137 sogar Hamburg unbewohnbar machen kann”, so Raimund Kamm von dr Bürgerinitiative “Forum – Gemeinsam gegen das Zwischenlager”.
Die Blöcke B und C des Atomkraftwerkes Gundremmingen entsprechen jenem Bautyp, der vor über einem Jahr in Fukushima explodiert war. Damit zählt das AKW Gundremmingen zu den gefährlichsten Atomkraftwerken überhaupt und stelle eine permanente Bedrohung” dar. Der Sicherheitsbehälter von Gundremmingen B ist wie bei allen deutschen Siedewasserreaktoren so klein und schwach ausgelegt, dass er dem auftretenden Druck bei einem größeren Dampfleck innerhalb des Behälters nicht standhalten kann (kein Volldruckcontainment), statt dessen verlässt man sich auf ein sog. Druckabbausystem aus Kondensationskammern. Im Reaktor Gundremmingen C kam es 1987 zur Beschädigung von Anlagenkomponenten durch die Explosion von angesammeltem Knallgas.
“Zusammenfassend stellen wir fest, dass die Definition ‘sicher’ für die beiden Gundremmingen-Blöcke nicht zutreffend ist”, so Jan Becker von contrAtom. “Wir fordern daher die sofortige Abschaltung der beiden Meiler!”
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18. Juli 2011 – Deutschland steigt aus. Bis 2022 sollen in einem Stufenplan alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, das erste bereits 2015. Schwarz/gelb feiert das eigene Einknicken im Fortbestand der Atomenergie als Erfolg, rot/grün stimmt mit dem Argument “alternativlos” zu. Und im Atomkraftwerk Gundremmingen wird mit zweierlei Maß gemessen – allerdings nicht mit der Sicherheit.
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3. Juli 2012 – Wie sicher sind Europas AKW? Nach dem Super-GAU von Fukushima sollten Sicherheitstests nach strengen Kriterien durchgeführt werden – einheitlich, umfassend, transparent. Die Ergebnisse liegen vor: Eineinhalb Jahre nach Fukushima gibt es keine neuen Erkenntnisse in Europas Atomanlagen.
Quellen (Auszug): robinwood.de, greenpeace.de, augsburger-allgemeine.de; 03.07.2012
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