Zwischenlager Ahaus (BZA)

Bislang ohne Regelmäßigkeit schlossen sich in der Vergangenheit die Tore zum Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA) im westfälischen Ahaus nahe der niederländischen Grenze hinter Atommüllbehältern. Im BZA dürfen maximal 3.960 Tonnen Kernbrennstoff in Form bestrahlter Brennelemente aus Leichtwasserreaktoren in CASTOR-Behältern auf 370 Stellplätzen eingelagert werden.

Darüber hinaus werden Kugelbrennelemente des stillgelegten THTR-Reaktors in 305 kleinen CASTOR-Behältern auf weiteren 50 Stellplätzen stehend gemäß der vom BfS erteilten Aufbewahrungsgenehmigung vom 07.11.1997 aufbewahrt.

Am 30.03.2004 wurde vom BfS die 3. Änderungsgenehmigung für das TBL Ahaus erteilt. Damit dürfen nicht nur abgebrannte Brennelemente aus Leistungsreaktoren, sondern auch Brennelemente aus dem Forschungsreaktor Rossendorf in 18 Behältern der Bauart CASTOR MTR2 (SN 01 GP bis SN 18 GP) aufbewahrt werden.

Im November 2009 wurde die Einlagerung von Betriebs- und Stilllegungsabfälle aus deutschen Atomkraftwerken genehmigt. Die Genehmigung nach Paragraph 7 der Strahlenschutzverordnung sieht eine befristete Aufbewahrung für den Zeitraum von 10 Jahren vor. Danach erlischt die Genehmigung. Ab voraussichtlich 2014 soll das genehmigte Endlager des Bundes, Schacht Konrad bei Salzgitter, für diese Abfälle zur Verfügung stehen. Bei den konditionierten Reststoffen mit geringer Radioaktivität und vernachlässigbarer Wärmeentwicklung handelt es sich beispielsweise um Bauschutt, Papier, Putzlappen, Metallschrott sowie ausgebaute Anlagenteile. Diese sollen in unterschiedlichen Behältern aus Beton, Guss und Stahl in der westlichen Hallenhälfte zwischengelagert werden. Die örtlichen Bürgerinitiativen erwarten auch Atommülltransporte aus der GNS Abfallanlage in Duisburg.

Kokillentransporte aus Frankreich

In das Zwischenlager Ahaus sollen radioaktive Kokillentransporte aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague rollen. Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Ende 2007 bekannt gab, handelt es sich dabei um sog. „CSD-C Kokillen“, die in speziellen Transport- und Lagerbehältern vom Typ „TGC 36“ nach Deutschland zurückgeführt werden. Der eingeschmolzene Inhalt stellen hochdruckkompaktierten Brennelemente-Hülsen und Strukturteilen dar, überwiegend mittelradioaktive Abfälle, die bei der sog. Wiederaufarbeitung der Brennelemente aus den deutschen Atomkraftwerken angefallen ist. Im Ganzen soll es sich um 6.900 Kokillen handeln, die in 192 Behälter verfüllt werden. In einem Radiointerview von Deutschlandradio am 26.07.2011 wird der ZEitpunkt „ab 2018“ genannt.

150 Castoren aus Jülich?

150 Castorbehälter, die derzeit im Zwischenlager des Forschungszentrums Jülich stehen und deren Inhalt den dortigen Forschungsreaktoren entstammt, sollen nach Ahaus kommen. Die Betriebsgenehmigung für das Lager in Jülich läuft 2013 aus, daher sucht der dortige Betreiber eine Alternative. Der Bund möchte das Lager mit Hinweis auf Sicherheitsmängel räumen, das Land Nordrhein-Westfalen wehrt sich gegen die Einlagerung in Ahaus.

Einlagerungen in das BZA

Behälter-Typ Anzahl Herkunft Einlagerungszeitpunkt
CASTOR THTR 305 Hamm-Uentrop 1992-1995
CASTOR V/19 3 AKW Neckarwestheim 03/1998
CASTOR V/52 3 AKW Gundremmingen 03/1998
CASTOR MTR 2 18 FZ Rossendorf 05-06/2005

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