Atomausstieg selber machen!

Seit der Öffnung des Strommarktes 1998 hat jeder Bewohner der BRD das Recht, seinen Stromanbieter selbst auszuwählen: Damit kann er sich gegen Strom aus Atomkraftwerken und für eine umweltfreundliche Energieerzeugung entscheiden. Jeder Mensch, der auf sauberen Strom umsteigt, macht seinen eigenen, kleinen Atomausstieg! Denn wo kein Abnehmer von atomar erzeugter Energie ist, braucht auch keine produziert werden! Wechseln viele Menschen zu umweltfreundlichen Energieproduzenten, werden die großen Atom – Stromkonzerne die Verluste nicht übersehen können – und werden zum Umdenken gezwungen!

Vorurteile

Etwa 95 Prozent aller deutschen Haushalte beziehen noch immer Atomstrom und weniger als fünf Prozent Ökostrom. Beim Thema erneuerbare Energien gibt es immer noch viel Unkenntnis und noch mehr Vorurteile.

Ökostrom-Vorurteil Nummer eins: Der Umstieg auf Ökostrom sei sehr bürokratisch.

Das ist falsch. Die grünen Stromanbieter machen es ihren Kunden wirklich leicht. Ein kurzer Antrag, meist nur eine Postkarte an den Anbieter von erneuerbarer Energie oder an die Stadtwerke und alles andere geschieht dann von selbst. Den Papierkram erledigt der neue Stromlieferant. Die Stromlieferung läuft automatisch weiter.

Ökostrom-Vorurteil Nummer zwei: Ökostrom sei teuer.

Manchmal kostet die Kilowattstunde Strom aus Sonne, Wasserkraft, Windkraft oder Bioenergie vielleicht zwei oder drei Cent mehr, aber sollte uns das die Energiewende und das Vermeiden des lebensbedrohenden Klimawandels nicht wert sein? Es gibt inzwischen sogar Ökostromanbieter, die – wenn Sie energiesparsam wirtschaften – den Strom aus erneuerbaren Quellen preiswerter anbieten als die alten Energieversorger. Das ist Greenpeace Energy in Hamburg, Naturstrom AG in Düsseldorf oder die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) im Südschwarzwald (Adressen siehe unten). Sie liefern garantiert 100-prozentigen Ökostrom. Es gibt also wirklich keine Ausreden mehr, sondern nur noch Ignoranz und Bequemlichkeit an der falschen Stelle. Während Ökostrom in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent billiger wurde und weiter billiger werden wird, haben die alten Energieversorger ihre Preise in derselben Zeit verdoppelt. Das ist auch leicht erklärbar: Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung. Die Natur liefert uns die Geschenke des Himmels umsonst, während Öl aus Arabien, Gas aus Sibirien oder Uran aus Australien immer knapper und deshalb teurer werden. Öl und Gas – aber auch Uran für Atomkraftwerke – sind in wenigen Jahrzehnten zu Ende, aber die Sonne liefert uns noch viereinhalb Milliarden Jahre Energie. Investitionen in erneuerbare Energien sind sozusagen Investitionen für die Ewigkeit während jeder Liter Öl und jede Tonne Kohle, die heute verbraucht werden, für künftige Generationen unwiederbringlich verloren sind.

Ökostrom-Vorurteil Nummer drei: Ökostrom sei nicht sicher und werde nicht zuverlässig geliefert.

Hier gibt es grundsätzlich keinen Unterschied zu herkömmlichen Anbietern. Deutschland hat eine hohe Versorgungssicherheit – egal ob Atomstrom oder Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Alle deutschen Stromlieferanten sind zuverlässiger als zum Beispiel die US-Stromkraftwerke oder die Kraftwerke in Italien. Die Sonne hat nie einen Blackout. Wer RWE- oder E.on-Strom bezieht, unterstützt die alten schmutzigen und gefährlichen Energieträger. Wer aber wirklich auf umweltfreundliche und ungefährliche Energie umsteigen will, hat seinen Antrag in etwa drei Minuten ausgefüllt. Es gibt keine Ausreden mehr. Das Hauptproblem der solaren Energiewende sind nicht böse Unternehmer oder korrupte Politiker – das Hauptproblem sind die vielen guten Menschen, die nichts unternehmen. Die genannten Ökostromanbieter investieren ihre Gewinne in Öko-Kraftwerke. Die solare Energiewende kann tatsächlich von unten organisiert werden, wenn sie wirklich gewünscht wird.

Der Umstieg: einfacher geht‘s nicht!

  • Besorgen Sie sich Informationen über die Tarife und einen Vertrag des Stromanbieters ihrer Wahl.
  • Schicken Sie den ausgefüllten Vertrag mit einer Kopie Ihrer letzten Stromrechnung an den Anbieter zurück, der sämtliche weitere Formalitäten erledigt.
  • Z.T. kann sogar direkt über das Internet ein Vertrag abgeschlossen werden.
  • In Ihrem Haushalt sind keinerlei technische Veränderungen notwendig, es kommt zu keinem Zeitpunkt zu einer Unterbrechung der Stromlieferung!

Wir empfehlen:

Elektrizitätswerke Schönau GmbH
Friedrichstraße 53 – 55, 79677 Schönau
Telefon: 07673-88850
Fax: 07673-888519
Email: info@ews-schoenau.de
www.ews-schoenau.de

Greenpeace energy eG
Schulterblatt 120 20357 Hamburg
Tel. 040 / 28 05 79 – 0
Fax 040 / 28 05 79 – 99
info@greenpeace-energy.de
www.greenpeace-energy.de

Naturstrom AG
Mindener Straße 12 40227 Düsseldorf
Tel. 02 11 – 7 79 00-0
Fax 02 11 – 7 79 00-5 99

Warum nur diese drei? Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom!

Damit unser Ausstieg tatsächlich zu weniger Produktion von Atomstrom und Atommüll führt, müssen wir auf ein paar Dinge achten:

  • 100% frei von den Interessen der Atom- und Kohlekonzerne sind
    Atomstromproduzenten haben häufig auch „Öko“-Angebote oder gründen „Tarnfirmen“ (z.B. NaturEnergie). Bei diesen Angeboten wird im allgemeinen Strom aus Nicht-Atomquellen, der in jedem Falle produziert werden würde, anders deklariert und separat verkauft. Am eigentlichen Strommix des Anbieters ändert das nichts. Ganz im Gegenteil: Wenn ein solcher Anbieter seinen „Öko-„strom teuer an Sie verkaufen kann, kann er im Gegenzug seinen Atomstrom-enthaltenden Rest an Leute, die keinen Wert auf „Öko“, legen umso billiger verkaufen. Sie würden also ungewollt Atomstrom subventionieren!
  • 100% der geplanten Investitionen für eine zukunftsfähige Energieversorgung einsetzen
    Die Selbstverpflichtung des Anbieters über seinen Vertrag, einen Teil des Strompreises in neu errichtete Anlagen zu investieren. Nur so kann der Anteil von Ökostrom wachsen.
  • Eine zuverlässige Versorgung garantieren
    Zeitgleiche oder mengengleiche Erzeugung des Stroms? Nur bei zeitgleicher Erzeugung ist gewährleistet, daß ausschließlich Ökostrom geliefert wird. Mengengleiche Erzeugung heißt, daß gemittelt über das Jahr soviel Strom eingespeist wie verkauft wird. Die eigentliche Versorgungssicherheit (das also immer dann, wenn Strom verbraucht wird, welcher vorgehalten wird) wird weiterhin vom Netzbetreiber vor Ort gewährleistet – in den meisten Fällen auch mit Atomstrom.
  • Der Versorger garantiert vertraglich stabile Preise
  • Max. 50% Kraftwärmekopplung im Mix aus 100% Regenerativen
    Aus welchen Energiequellen stammt der Strom? Ausschließlich aus regenerativen Quellen (Wind, Wasser, Sonne, Biomasse) oder ist im Mix Kraftwärmekopplung enthalten? Wir akzeptieren max. 50% aus Blockheizkraftwerken, die mit fossilen Energieträgern beschikt werden (meist Gas), neben der Stromproduktion wird Wärme erzeugt und der Brennstoff damit optimaler ausgenutzt.
  • Datentransparenz
    Daten über Stromlieferung, – gewinnung und Investition in Neuanlagen sind einsehbar
  • Robin Wood – Recherchebericht
    Die Umweltschutzorganisation Robin Wood hat die Kriterien untersucht und veröffentlicht die Ergebnisse einen Recherchebericht.

3 Responses to Atomausstieg selber machen!

    Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“

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