Radioaktive Strahlung

zu aktuellen Meldungen

12.03.2011

  • 15.32 Uhr – Nach der japanischen Agentur Kyodo sind bislang in der Krisenregion mehr als 300.000 Menschen evakuiert worden. Die Zahl soll noch weiter anwachsen durch die Menschen aus dem Gebiet rund um die Atomanlagen Fukushima 1 & 2.
  • 15.44 Uhr – Die Nachrichtenagentur Kyodo meldet, dass nach dem Atomunfall in Fukushima drei Anwohner des Kraftwerks verstrahlt worden seien. Es handle sich um Menschen aus der evakuierten Zone im Umkreis der Anlage.
  • 16.04 Uhr – In der Nähe von Fukushima 1 wurden 1.015 Mikrosievert pro Stunde gemessen, berichtet NHK unter Berufung auf Behördenvertreter auf seiner Internetseite. Diese Strahlendosis ist doppelt so hoch wie der Grenzwert, bei dem die Betreiber von Atomkraftwerken den Notfall erklären und die Regierung informieren müssen.

13.03.2011

  • folgt

14.03.2011

  • 22.28 Uhr – Die japanische Atomaufsichtsbehörde Nisa bestätigte der Nachrichtenagentur dapd, dass radioaktiv verseuchtes Wasser aus den Reaktordruckbehältern im Atomkraftwerk Fukushima direkt ins Meer zurückgeleitet wird. Welche Folgen das genau hat, ist nach Greenpeace-Angaben nicht abzusehen.
  • 23:47 Uhr: Ein BBC-Reporter berichtet von Untersuchungen in den Städten nahe Fukushima. Die Einwohner seien auf radioaktive Verseuchung getestet worden. Offiziellen Angaben zufolge wurde nur bei wenigen Menschen leicht erhöhte Radioaktivität festgestellt (Spiegel online).

15.03.2011

  • 00:55 Uhr: BBC berichtet mit Verweis auf Kyodo News, dass südlich von Fukushima 1 ist nach der Explosion in Reaktor 2 erhöhte Strahlung gemessen worden sei. Ein Teil des Personals wurde aus der Anlage evakuiert.
  • 01.05 Uhr – Die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk Fukushima steigt nach Angaben des Betreibers nach der Explosion auf 8217 Mikrosievert pro Stunde. 40 Minuten zuvor waren lediglich 1941 Mikrosieverts gemessen worden – das heißt, die Radioaktivität am AKW ist nun viermal höher. In Deutschland liegt die natürliche Strahlenbelastung nach Angaben des Bundesumweltministeriums in einem ganzen Jahr bei durchschnittlich 2400 Mikrosievert.
  • 02:22 Uhr: Die radioaktive Strahlung am Reaktor 2 des Atomkraftwerks Fukushima I hat wieder abgenommen. Nach Angaben von Tepco wurden am Kraftwerk etwas mehr als 2000 Mikrosievert gemessen (Tagesschau.de). Zum Zeitpunkt der Explosion soll Nordwind geherrscht haben. Dies würde bedeuten, dass radioaktive Teilchen nach Süden in Richtung Tokio gelangen konnten (SZ). Die japanische Hauptstadt liegt 260 Kilometer südwestlich von Fukushima-1.
  • 03.02 Uhr – Die Atomsicherheitsbehörde fürchtet inzwischen ein Leck in der Reaktorhülle von No. 2, durch das Radioaktivität austrete. Drei Stunden nach der Explosion in No. 2 seien Werte von 11.900 Mikrosievert gemessen worden, sagte ein Sprecher. Er betonte jedoch, dies bedeute kein umnittelbares Gesundheitsrisiko, Experten seien erst ab einem Wert von 100.000 Mikrosievert besorgt.
  • 03:03 Uhr – Pressekonferenz Premierminister Kan mit einer Ansprache an das japanische Volk: Die radioaktive Strahlung ist immernoch hoch und es besteht die Gefahr der Freisetzung radioaktiven Materials. 20 km im Umkreis wurden evakuiert. Es muss nun absolut sichergestellt sein, dass alle Personen im 20 km Umkreis das Gebiet verlassen haben. Im Umkreis 20 – 30 km soll man in Gebäuden bleiben – Zuhause oder im Büro. Staatssekretär Edano: Die Radioaktivität hat nun ein Limit erreicht, das Gesundheitsschädlich ist. Wir reden nun von mehreren hundert Mili-Sievert, nicht mehr Mikro-Sievert. Die ist eine neue Dimension. Auf die Frage: „Sollten nicht 30 km evakuiert werden?“ – „Dies wurde diskutiert. Der Premierminister hat schließlich entschieden. Natürlich ist es besser, je weiter man weg ist. Aber wegen der aktuellen Situation weisen wir die Leute nach Rücksprache mit den Experten an, in den Häusern zu bleiben. „Was sollen die Menschen tun?“ – In den Gebäuden bleiben bis 30km Entfernung. Die anderen sollen ihrem alltäglichen Leben nachgehen. weitere Hinweise: „Nehmen Sie nichts von Draußen mit in die Gebäude. Wenn Sie sich derzeit außerhalb von Gebäuden aufhalten, gehen Sie in Gebäude. Ziehen sie vorher ihre Jacke aus und kämmen Sie ihr Haar aus.“
  • 03.06 Uhr – Der Englischlehrer Mark Kemp lebt rund 120 Kilometer von dem Unglücks-Atomkraftwerk Fukushima entfernt. Dem Fernsehsender BBC berichtete er: „Je mehr in dem Werk schief geht, desto weniger fühlen sich 120 Kilometer an.“ Als er in der Stadt unterwegs gewesen sei, habe jeder angespannt gewirkt. „Sie scheinen zwar zu versuchen, normal weiterzumachen. Aber es liegt eindeutig eine Anspannung in der Luft. Das kann man ganz deutlich spüren.“
  • 03:20 Uhr: Premier Kan äußert sich zu Fukushima 1: weitere Strahlungslecks sind möglich, alle Menschen in einem Umkreis von 20 bis 30 km sollen in ihren Häusern bleiben.
  • 03:45 Uhr: Stark erhöhte Strahlung laut Kyodo-News vor Reaktor 3 des AKW Fukushima 1: Sie übersteigt das 400-fache des jährlichen gesetzlichen Grenzwertes (1 Millisievert pro Jahr für Zivilpersonen). Zur Einordnung: In Deutschland würde ab einem Wert von 100 Millisievert pro Woche evakuiert werden.
  • 04.35 Uhr – Laut „New York Times“ befürchten Manager, dass die Situation in Fukushima außer Kontrolle geraten und der Schaden an der Reaktorhülle größer als zunächst angenommen ist. Es müssten wohl alle Arbeiter das Werk verlassen, um der Verstrahlung zu entgehen. Wenn das geschehe, sei eine Kernschmelze in den drei beschädigten Reaktoren sehr wahrscheinlich. Sie würde zum Austritt von großen Mengen an radioaktivem Material führen – der größte Unfall seit der Katastrophe in Taschenobyl vor 25 Jahren.
  • 04.55 Uhr – Der japanische Fernsehsender NHK berichtete, dass es in der betroffenen Küstenregion ab morgen wahrscheinlich schneien werde, dies bedeute eine weitere Verschärfung der Lage. Radioaktive Partikel könnten so aus der Luft auf die Erde gelangen (Washout / Fallout).
  • 05.00 Uhr: Leicht erhöhte Strahlenwerte in Tokio gemessen. Das AKW Fukushima 1 ist ca. 250 Kilometer von Tokio entfernt. Der Wind weht laut spiegel.de Richtung Tokio, soll sich aber im Laufe des Tages nach Westen drehen. Die Radioaktivität sei aber so schwach, dass sie die menschliche Gesundheit nicht beeinträchtige, erklärte die Stadtverwaltung.
  • 05.00 Uhr – Rund um das Atomkraftwerk Fukushima versucht die Regierung, die Bevölkerung vor dem Strahlenrisiko mit Lautsprecherwagen zu warnen. Ein Regierungssprecher für den Katastrophenschutz sagte im japanischen Fernsehen, viele Haushalte um das Kraftwerk hätten vermutlich keinen Strom und auch keinen Mobilfunkempfang, möglicherweise hätten deshalb viele Menschen noch nicht von dem drohenden Kollaps der Atommeiler erfahren. Über die Lautsprecherwagen fordere man die Bevölkerung auf, in den Häusern zu bleiben, sich auf keinem Fall möglichem Regen auszusetzen. Der Sprecher gestand ein, dass die Regierung in Tokio keinen detaillierten Überblick der Lage in dem Gebiet habe, man wisse nicht genau, wie viele Menschen noch in der Krisenregion seien.
  • 05.24 Uhr – Thailand hat angekündigt, aus Japan importierte Nahrungsmittel stichprobenartig auf radioaktive Verstrahlung zu testen.
  • 05.47 Uhr – Angesichts der Warnungen vor der Strahlenbelastung rund um das Kraftwerk Fukushima kommt es in Tokio zu Panikkäufen. Einige Einwohner decken sich mit Lebensmitteln und anderen Vorräten ein. Viele Tokioter Bürger hatten sich aus Angst vor dem Atomunfall schon auf den Weg in den weiter entfernten Süden des Landes gemacht.
  • 06.00 Uhr – Laut Kyodo wurde 30 km um Fukushima eine Flugverbotszone eingerichtet.
  • 06.58 Uhr – Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo ist die Radioaktivität in der Stadt Maebashi zehn Mal so hoch wie normal. Maebashi liegt etwa hundert Kilometer nördlich der japanischen Hauptstadt. Auch in Tokio steigt nach offiziellen Angaben die Radioaktivität. Aber der jetzige Stand ist laut der Stadtverwaltung „überhaupt kein Problem“. In Tokio wurden geringe Mengen radioaktiver Substanzen gemessen, darunter Cäsium und Jod, wie die Verwaltung erklärte.
  • 07.04 Uhr – In der Präfektur Ibaraki nahe der Region um Fukushima ist die Radioaktivität hundertmal höher als normal, teilten die Behörden mit. In der Präfektur Kanagawa südlich von Tokio stieg die Belastung auf das Zehnfache des Normalwertes.
  • 07.27 Uhr – Japan hat am AKW Fukushima eine Strahlenbelastung von 400 Millisievert pro Stunde gemessen. Das teilte die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA mit. Die Strahlenkrankheit kann bei einer kurzfristigen Belastung von 250 Millisievert autreten.
  • 08.07 Uhr – Bei 17 Angehörigen der US-Marine sind nach einem Einsatz leicht erhöhte radioaktive Strahlenwerte festgestellt worden. Bei drei Helikopterbesatzungen sei eine „niedrige“ Radioaktivität gemessen worden, Ursache seien Schwaden aus dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima I. Die höchsten gemessenen Werte lägen aber unter denen, denen Marineangehörige im Laufe eines Monates zusammengenommen durch natürliche Quellen ausgesetzt seien, erklärte die US-Marine. Die erhöhte Radioaktivität habe mit Seife und Wasser weggewaschen werden können.
  • 08.20 Uhr – Nach offiziellen Angaben ist die radioaktive Strahlung im Osten Russlands leicht gestiegen, bewegt sich aber noch innerhalb erlaubter Grenzwerte. In Wladiwostok, etwa 800 Kilometer nordwestlich vom AKW Fukushima, sei die Strahlung innerhalb von sechs Stunden um ein Mikroröntgen gestiegen.
  • 08.27 Uhr – Japans Regierungschef Naoto Kan geht mit den Betreibern des Atomkraftwerks Fukushima hart ins Gericht. „Das Fernsehen berichtet von einer Explosion. Aber dem Büro des Premiers wird eine Stunde lang nichts gesagt“, zitiert ihn die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.
  • 08.50 Uhr – Durch den Brand im Reaktorblock 4 konnte nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA Radioaktivität direkt in die Atmosphäre entweichen.
  • 09.41 Uhr – Nach Angaben von Regierungssprecher Yukio Edano sinken die Radioaktivitätswerte am AKW Fukushima I. Am Haupttor der Anlage betrug die Strahlung Edano zufolge um halb sieben deutscher Zeit 596,4 Mikrosievert (etwa 0,6 Millisievert) pro Stunde. Sechseinhalb Stunden zuvor seien es 11.930 Mikrosievert (11,9 Millisievert) gewesen.
  • 10:06 Uhr – Der Wind dreht sich: Radioaktive Partikel drohen, nach Tokio zu wehen.
  • 12:55 Uhr – Der Wind weht wieder aus West. Emissionen aus dem Kernkraftwerk Fukushima 1 (Daiichi) werden damit wieder auf das Meer hinaus geblasen.
  • 13.11 Uhr – Nach Ansicht der EU-Kommission gibt es für Menschen in Europa keinerlei Gesundheitsgefahren. „Es gibt derzeit keinen Hinweis darauf, dass die radioaktive Verseuchung möglicherweise andere Teile der Welt als Japan und insbesondere die EU betreffen könnte“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission, betonte aber: „Die Lage kann sich ständig verändern.“
  • 13.20 Uhr – Wegen der sich zuspitzenden Situation im AKW Fukushima I haben viele Korrespondenten deutscher TV-Sender die japanische Hauptstadt Tokio verlassen. Dies teilten NDR, ZDF und die RTL Mediengruppe Deutschland am Dienstag mit. Deutschen, die aus Japan zurückkehren steht ab sofort eine kostenlose Untersuchung auf radioaktive Strahlenbelastung beim Düsseldorfer Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) zur Verfügung.
  • 13:53 Uhr – Sehr hohe Strahlenwerte innerhalb des Kernkaraftwerks Fukushima 1 (Daiichi). Das Personal hat sich schon vor ca. 1 Stunde zur Sicherheit in den Kontrollraum zurück gezogen. Arbeiten können derzeit nicht weiter geführt werden.
  • 13.58 Uhr – Eine Evakuierung von Japans Hauptstadt Tokio zum Schutz vor einer radioaktiven Verstrahlung ist nach Einschätzung eines deutschen Experten völlig unmöglich. „Wenn es jemand schaffen könnten, dann der japanische Katastrophenschutz, der zu den besten weltweit gehört. Aber in so kurzer Zeit so viele Menschen aus Tokio rauszuholen, ist undenkbar“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (DKKV), Gerold Reichenbach, der Nachrichtenagentur dpa. Im Großraum Tokio leben 35 Millionen Menschen. „Eine Evakuierung von solcher Dimension hat es nie zuvor irgendwo auf der Welt gegeben“.
  • 14:09 Uhr – Kyodo berichtet, dass die Radioaktivität in den der Präfektur Chiba, in der Nähe Tokios, das zehnfache des üblichen Levels erreicht hat.
  • 14.22 Uhr – Experten geben in den japanischen Medien Tipps für den Fall einer radioaktiven Verstrahlung. Der Fernsehsender NHK riet seinen Zuschauern in gefährdeten Gebieten, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Wer raus müsse, solle seine Haut bedecken und durch einen feuchten Lappen atmen. Auch solle man häufig die Kleidung wechseln.
  • 15:33 Uhr – Laut Reuters verlegt die US Marine ihre Kriegsschiffe von der Ostküste Japans zur Westküste, um den radioaktiven Emissionen auszuweichen.
  • 16.43 Uhr – In den USA werden die Vorräte an Jodtabletten knapp: Zahlreiche besorgte Amerikaner kaufen die Pillen, um sich vor befürchteten Folgen der Reaktorunfälle in Japan zu schützen. Laut „Wall Street Journal“ ist die Nachfrage zurzeit so groß, dass einige Präparate bereits ausverkauft sind. Dabei hatte die US-Atomkontrollbehörde beruhigt: Es sei „sehr unwahrscheinlich“, dass schädliche Strahlung von Japan nach Hawaii oder auf das US-Festland gelange.
  • 16:43 Uhr – China hat ein an seiner Ostküste ein Netz zur Überwachung der Radioaktivität installiert.
  • 17:03 – Japans Premierminister meldet: Strahlung tritt aus vier Reaktoren in Fukushima 1 Daiichi aus. Die Evakuierungszone wird auf 30 km Radius ausgeweitet.
  • 18.31 Uhr – Der Leiter der Katastrophenforschungsstelle in Kiel, Martin Voss, geht davon aus, dass eine sinnvolle Vorsorge für ein Atom-Desaster mit Millionen Betroffenen kaum machbar ist. Es gebe dafür „keinerlei Pläne“, sagte Voss. „Die Pläne hören dort auf, wo wir es mit etwas zu tun haben wie dem Hochwasser an der Oder oder der Elbe. Und auch da stößt man schon an seine Grenzen. Aber das hier sprengt alle Dimensionen.“ Für die Japaner würde es nicht infrage kommen, Tokio zu evakuieren.
  • 19.02 Uhr – „Wir haben gerade von Japan eine detaillierte Bitte um Hilfe als Reaktion auf das verheerende Erdbeben bekommen“, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Japan habe um eine „koordinierte europäische Antwort“ in Form von Sachleistungen gebeten. Die Kommission hatte erst am Montag mitgeteilt, dass Japan zunächst keine weiteren Hilfeleistungen mehr wolle, weil es schwer sei, Hilfsgüter und Helfer in das Katastrophengebiet zu bringen.
  • 19.46 Uhr – Laut Bundesverbraucherministerium gibt es bislang keine Erkenntnisse zu radioaktiv belasteten Lebens- oder Futtermittel aus Japan in Deutschland. Zudem sei nicht bekannt, dass sich diese auf dem Weg in die Europäische Union befinden.
  • 21.49 Uhr – In Deutschland sind Atomstrahlenmessgeräte derzeit im Handel und bei den Herstellern nicht mehr erhältlich. Geigerzähler könne sie derzeit „keinen liefern, nicht ein einziges Stück“, sagte eine Sprecherin des Elektronikhändlers Conrad der „Financial Times Deutschland“ (Mittwochsausgabe).
  • 22:00 Uhr – Um 6 Uhr Ortszeit wird 60 Kilometer entfernt von dem Krisen-AKW eine radioaktive Strahlung gemessen, die 500 Mal über den normalen Werten liege. Ob diese Gefahr in direktem Zusammenhang mit dem neuen Feuer in Reaktorblock 4 steht, war zunächst nicht bekannt. „Diese Dosis wird nicht unmittelbar der menschlichen Gesundheit schaden“, sagte der Reporter des NHK unter Berufung auf die Behörden.
  • 22.23 Uhr – Die Windbedingungen in Japan könnten den Großraum Tokio am Mittwoch vor einer möglichen radioaktiven Wolke schützen. Der Wind über dem schwer beschädigten Reaktorkomplex Fukushima werde am Mittwoch zunächst von Norden kommend an der Pazifikküste entlangziehen, teilte das japanische Wetteramt am Dienstag mit. Im weiteren Tagesverlauf komme der dann aus Nordwest und würde mögliche Schadstoffe auf das Meer hinaustragen.
  • 23.37 Uhr – Die Gruppe der rund 50 Arbeiter, die rund um die Uhr im AKW Fukushima darum kämpfen, eine atomare Katastrophe zu verhindern, haben bisher Feuern und Explosionen getrotzt bei ihren Bemühungen, die überhitzten Brennstäbe mit Meerwaser zu kühlen. Laut BBC werden sie in Wechselschichten eingesetzt, um ihre Strahlenbelastung zu begrenzen. Dazu sollen sie hochentwickelte Sicherheitskleidung tragen.

16.03.2011

  • 03.29 Uhr – Die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk Fukushima I stieg kurz nach 2 Uhr (MEZ) der Regierung zufolge stark an. Etwa eine Stunde später sei der Wert wieder gefallen. Es sei der Wert von 1000 Millisievert gemessen worden, berichtete Regierungssprecher Yukio Edano. Am Mittwochmorgen habe der Wert bei weiteren Messungen zwischen 600 und 800 Millisievert gelegen.
  • 04.45 Uhr – Wegen der Atomkatastrophe in Japan hat China verstärkte Radioaktivitätskontrollen bei Schiffsladungen angeordnet, die in chinesischen Häfen eintreffen.
  • 05:10 Uhr – Am Haupteingang zum AKW Fukushima 1 wurden laut japanischer Atombehörde zeitweise 10 Millisievert pro Stunde gemessen. Zum Vergleich: Die Jahresdosis für die Bevölkerung darf in Deutschland 1 mSv nicht übersteigen, für beruflich exponierte Personen liegt der Grenzwert bei 20 Millisievert pro Jahr.
  • 05.24 Uhr – Nach dem Strahlungsaustritt aus dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi erwarten die Nachbarstaaten Japans keinen sofortigen Anstieg der Radioaktivität. Im Osten Russlands seien bislang keine erhöhten Strahlenwerte gemessen worden, teilte das russische Katastrophenschutzministerium am Dienstag mit. Auch Singapur meldete keine ungewöhnlichen Veränderungen des Strahlungsniveaus.
  • 06.49 Uhr – Die japanische Atomkatastrophe hat in der Millionenmetropole Hongkong Verwirrung ausgelöst. In E-Mails und Blogs war vor einer radioaktiven Wolke vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima gewarnt worden, die auf Hongkong zukomme. Ein Vertreter der Regierung dementierte die Gerüchte am Mittwoch. Beim Messen der Strahlenintensität seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden.
  • 07.36 Uhr – Wie die chinesische Botschaft am Mittwoch auf ihrer Website mitteilte, hielten sich insgesamt 33.000 Landsleute in den japanischen Präfekturen Miyagi, Fukushima, Ibaraki und Iwate auf. Der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge sollen bereits mehr als 2000 Chinesen die Katastrophenregion verlassen haben. Sie seien zunächst nach Tokio und Niigata gebracht worden, hieß es.
  • 07:43 Uhr – Vier in Japan eingesetzte Retter aus Neuseeland und Australien wurden geringfügig radioaktiv verstrahlt. Das teilte Neuseelands Premierminister John Key mit. Es bestehe aber kein Gesundheitsrisiko für die Helfer. Die Männer, die nach Verschütteten suchten, mussten bei einem Helikopterflug, etwa 40 Kilometer vom beschädigten AKW Fukishima 1 entfernt, unplanmäßig zwischenlanden.
  • 09.00 Uhr – In der Präfektur Fukushima ist im Leitungswasser Cäsium und Jod nachgewiesen worden, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf örtliche Behörden. Dies habe aber keine Auswirkungen auf die Gesundheit, hieß es.
  • 09.12 Uhr – Infolge des Erdbebens und der dadurch ausgelösten schweren Unfallserie im Atomkraftwerk Fukushima 1 wurden rund 556.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Mehr als eine Million Gebäude und Haushalte haben weiterhin keinen Strom oder fließendes Wasser.
  • 09.34 Uhr – Die Atomkatastrophe in Japan birgt nach Einschätzung des Präsidenten des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram König, derzeit kein gesundheitliches Risiko für Europa. Gegenwärtig gebe es keine Anzeichen, dass es zu einer „irgendwie gearteten Konzentration“ in Europa komme, die gesundheitsgefährdend sein könnte, sagte König am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“.
  • Digitalglobe veröffentlicht eine Aufnahme am 16.03.2011, 9.36 Uhr: Fukushima 1, Block 1-4
    Digitalglobe: 16.03.2011, 9.36 Uhr: Fukushima 1, Block 1-4
    Digitalglobe: 16.03.2011, 9.36 Uhr: Fukushima 1, Block 1-4
  • 10.00 Uhr – Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat erklärt, es gebe derzeit keine konkreten Hinweise darauf, dass sich weltweit signifikante Mengen an Radioaktivität vom havarierten AKW Fukushima ausbreiteten. Ein Sprecher der Organisation in China, Michael O’Leary, bezog sich am Mittwoch auf Gerüchte, wonach eine radioaktive Wolke sich über ganz Asien ausbreiten könne. „Die Regierungen und Behördenvertreter sollten diese Gerüchte unterbinden, weil sie die öffentliche Moral schädigen“, forderte O’Leary.
  • 10.10 Uhr – Die japanische Regierung übt sich in Deeskalation: Wie deren Sprecher Yukio Edano am Mittwoch mitteilte, stelle die rund um die schwer beschädigten und von Kernschmelze bedrohten Reaktoren in Fukushima I gemessene Strahlung „kein unmittelbares Gesundheitsrisiko dar“. Die Strahlung außerhalb der 20-Kilometer-Zone um das Kraftwerk habe vor zwei Stunden, um vier Uhr Ortstzeit, 1500 Mikrosievert betragen. Genaue Berichte über womöglich radioaktiv verseuchtes Trinkwasser lägen der Regierung bisher nicht vor, sagte Edano.
  • 10:27: Laut ZDFonline wurden direkt am Kernkraftwerk 1 Sv/h gemessen. Das ist ein sehr gefährlicher Wert.
  • 10.38 Uhr – Aus einer Pressekonferenz: Die Region im 30-80-km-Radius um das Kraftwerks gilt als sicher. In der Umgebeung des Kraftwerks wurden 0.5 Sv gemessen. Laut Edano sei man sehr vorsichtig mit der Herausgabe von Informationen, um keine Panik zu verbreiten.
  • 11.10 Uhr – Die Reaktoren der havarierten Nuklearanlage müssen nach Ansicht des Kernkraft-Experten Christian Küppers (Ökoinstitut Freiburg) mit einer festen Hülle umbaut werden. Unabhängig vom Ausgang der Krise „muss die Anlage mit einer Art Sarkophag, ähnlich wie in Tschernobyl, eingefasst werden“, sagte Küppers.
  • 11.17 Uhr – Weitere 28.000 Menschen sollen das Gebiet um das Kernkraftwerk Fukushima I verlassen. Der Gouverneur der Präfektur sagte dem Fernsehsender NHK, das Land erlebe eine nukleare Katastrophe. Er rief die Japaner dazu auf, die Fliehenden zu unterstützen und aufzunehmen. Das Gebiet im Umkreis von 20 Kilometern soll weitgehend geräumt sein. Menschen, die sich zwischen 20 und 30 Kilometer vom Kraftwerk entfernt aufhalten, sollen ihre Häuser nicht verlassen.
  • 11:50 Uhr – Das Rote Kreuz sagt, Tokio sei sicher und man könne sicher nach Tokio reisen.
  • 11:53 Uhr – Die Werte der offiziellen Messtationen melden niedrigere Werte – soweit sie Werte anzeigen. Für Fukushima werden keine Werte angezeigt. Der Wind weht derzeit alle Emissionen auf dem Pazifik hinaus.
  • 11.54 Uhr – Die Menschen in Russland fürchten sich vor der Strahlung aus Japan: In den Apotheken des Gebiets Kamtschatka seien Jodtabletten ausverkauft, teilte die örtliche Gesundheitsbehörde nach Angaben der Agentur Interfax mit. Die Radioaktivität sei aber nicht erhöht.
  • 13:03 Uhr – Laut NHK war der bislang höchste gemessene Wert an Radioaktivität in der fernen Umgebung zum Kraftwerk Fukushima 80 mSv. Das sei sehr hoch, aber nicht sehr gefährlich.
  • 15:18 Uhr – ZDF-online berichtet, die japanische Regierung habe die erlaubten Grenzwerte für radioaktive Belastung für Personal in Kernkraftwerken verdoppelt.
  • 16:54: An die Besatzung der US-Marine sind Jodtabletten ausgegeben worden. Das Pentagon hat eine Annäherung der US-Marine näher als 50 Meilen an den Unglücksort untersagt, es sei denn, Einheiten erhalten eine besondere Genehmigung.
  • 18.45 Uhr – Mitten in der Nacht (Ortszeit) hat die AKW-Betreibergesellschaft Tepco eine Pressekonferenz gegeben. Viele Antworten auf die Fragen der Journalisten gab es allerdings nicht. Die Tepco-Vertreter trugen eine lange Liste offener Fragen vor – nähere Informationen soll es erst am Donnerstag geben. Der Wasserwerfer sei bisher nicht im Einsatz, erst müsse geklärt werden, an welchen Stellen zuerst gekühlt werden solle. Man arbeite daran, die Stromversorgung des Atomkraftwerks wiederherzustellen, sagten die Tepco-Betreiber. Dazu soll ein mobiler Generator installiert werden, sofern es die Strahlenbelastung zulässt. Ein erster Versuch sei fehlgeschlagen, weil sich ein Generator wegen unterschiedlicher Betriebsspannung nicht habe verbinden lassen. Zudem werde versucht, das Kraftwerk über das herkömmliche Stromnetz zu versorgen.
  • 20:11 Uhr – Japan hat bisher lediglich Gebiete im Umkreis von 20 Kiometern evakuiert.Laut N24 empfehlen die USA, das Gebiet um das AKW Fukushima im Umkreis von 80 Kilometern zu verlassen.
  • 20.12 Uhr – Aus Sorge vor einer möglichen Strahlenbelastung aus Japan bauen die US-Regierung ihr Überwachungssystem aus. Im Westen der USA sowie im Pazifik sollten weitere Strahlungsmonitore aufgestellt werden, kündigte die Umweltbehörde EPA am Mittwoch an.
  • 20.20 Uhr – Die EU hat ihre 27 Mitgliedstaaten aufgefordert, aus Japan eingeführte Lebensmittel auf mögliche Strahlenbelastung hin zu untersuchen.
  • 20.50 – In Deutschland gebe es derzeit keine Anzeichen für radioaktive Belastung von Lebensmitteln, sagte die Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ilse Aigner, am Mittwoch in Berlin. „Da kann man eindeutig sagen, dass die katastrophalen Ereignisse in Japan keine Auswirkungen haben auf den Lebensmittelbereich (in Deutschland)“, so Aigner.
  • 21.50 Uhr – EU-Energiekommissar Günther Oettinger befürchtet „weitere katastrophale Entwicklungen“ im havarierten AKW. Die Lage in Fukushima sei „außerhalb einer fachmännischen Kontrolle“ und bewege sich „irgendwo zwischen GAU und Super-GAU“. Eine Sprecherin relativierte diese Statements kurz darauf und erklärte, Oettinger habe keine speziellen Informationen besessen, sondern sich lediglich auf das berufen, was aus den Medien zu erfahren sei.
  • 22.00 Uhr – Lars Hölund, Konstrukteur des schwedischen AKW Formark sagt im ARD (Hart aber fair), dass die 50 Mitarbeiter im AKW Fukushima wegen der hohen Strahlung keine Überlebenschance haben.
  • 22.15 Uhr – Am Flughafen München ist am Mittwoch bei einer Boeing 777 der japanischen Airline All Nippon Airways (ANA) eine gegenüber der Umgebung leicht erhöhte Strahlung an der Außenhaut festgestellt worden. Die Maschine kam aus Tokio und war gegen 16.00 Uhr mit der Flugnummer NH 207 in München gelandet.
  • 22:30 Uhr – N-TV meldet mit Bezug auf den Fernsehsender NHK: Der Evakuierungsradius rund um das kritische Atomkraftwerk Fukushima 1 wird ausgeweitet. Weitere 28.000 Menschen müssen ihre Häuser aufgrund der Gefahr durch radioaktive Strahlung verlassen. Problem: Die Notunterkünfte seien größtenteils bereits überfüllt.

17.03.2011

  • 00:45 Uhr: Laut BBC sind die Strahlenwerte am AKW Fukushima 1 in den vergangenen zwölf Stunden beständig gefallen, sagt ein Sprecher der Japanischen Atomaufsichtsbehörde. Am Haupteingang wurde am Mittwoch (8 Uhr GMT) eine Strahlung von 752 Microsievert pro Stunde gemessen. Messungen am Westtor ergaben am Donnerstag (5 Uhr GMT) einen Wert von 338 Microsievert pro Stunde. Dies sei nicht gefährlich, wenn auch höher als normal, so der Behördensprecher. Zeitgleich meldet die ARD, dass der Rauch über dem AKW weniger geworden sei.
  • 03.55 Uhr – Die Evakuierungszone von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk Fukushima 1 sei ausreichend, betonte Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag. Die radioaktive Strahlung im Umkreis sei gemessen und der Radius entsprechend festgesetzt worden.
  • 04.23 Uhr – Die jüngst gemessene radioaktive Strahlung am havarierten Atomkraftwerk Fukushima beträgt nach Angaben des japanischen Verteidigungsministers Toshimi Kitazawa 4,13 Millisievert pro Stunde. In Deutschland liegt der Grenzwert für zusätzliche radioaktive Strahlung bei 1 Millisievert pro Jahr.
  • 05.56 Uhr – Der Einsatz der Löschhubschrauber, die Wasser auf Reaktor 3 und 4 abwarfen, hat die Intensität der radioaktiven Strahlung am havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins nicht verändert. Die Dosis sei gleichgeblieben, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco.
  • 06.45 Uhr – Die AKW-Krise in Japan treibt den Preis für Jodpillen in die Höhe. Wie die BBC berichtet, stehen Online-Gebote für eine Packung bei mehr als 500 Dollar.
  • 07.11 Uhr – Der Bürgermeister der Stadt Fukushima wird mit den Worten zitiert: „Uns wurde nicht gesagt, als der erste Reaktor explodiert ist. Wir haben davon im Fernsehen gehört. Die Regierung sagt uns nichts. Wir sind isloiert. Sie lassen und hier zum Sterben.“
  • 07.18 Uhr – Im Glauben, sich mit dem darin enthaltenen Jod gegen eine mögliche radioaktive Verstrahlung schützen zu können, kauften viele Chinesen nun verstärkt Speisesalz, wie Mitarbeiter in Supermärkten und Medien am Donnerstag berichteten.
  • 08.34 Uhr – China nimmt die Lage in Japan sehr ernst. Japan müsse der Welt „genau und schnell“ über Entwicklungen bezüglich der Strahlung am AKW Fukushima I informieren, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.
  • 09.13 Uhr – Nach den USA hat auch Südkorea seine Landsleute in Japan aufgefordert, zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima I einen Mindestabstand von 80 Kilometern zu halten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Nach Angaben der BBC gab auch die kanadische Botschaft eine entsprechende Warnung heraus.
  • 09.41 Uhr – Eine niedrige Konzentration von radioaktiven Teilchen aus dem japanischen Unglücksreaktor bewegt sich Forschern zufolge auf Nordamerika zu.
  • 10.21 Uhr – Der TV-Sender NHK berichtet, dass die Verwaltung in der Präfektur Fukushima bislang 10.000 Personen auf Strahlung überprüft hat. Manche hätten ihre Schuhe und Kleidung abwischen müssen, hieß es. Aber niemand habe dekontaminiert werden müssen.
  • 10.53 Uhr – Frankreich hat angeboten, radioaktiv verstrahlte Menschen aus Japan zur medizinischen Behandlung aufzunehmen. Spezialisierte Krankenhäuser stünden zur Verfügung, sagte der französische Innenminister Claude Guéant am Donnerstag dem Rundfunksender „Europe 1“.
  • 10.58 Uhr – Ob noch größerer Schaden am Atomkraftwerk Fukushima I verhindert wird, entscheidet sich nach Ansicht von Sebastian Pflugbeil wohl bis Samstag. Wenn die Kühlversuche scheiterten, komme es zur Katastrophe, sagte der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz. Gelinge das Kühlen nicht, würden die freiliegenden Brennelemente in Block 4 immer heißer, die Hüllen gingen kaputt. Möglicherweise komme es auch zu Bränden. Dann würde „die geballte Radioaktivität von mehreren Jahren Betriebsdauer“ freigesetzt werden, erläuterte der Experte. „Wenn das passiert, dann ist die ganze Anlage so hoch radioaktiv verseucht, dass man da praktisch nichts mehr machen kann. Und dann nimmt das Schicksal seinen Lauf, und es kommt zu einer Katastrophe, die sich hinter Tschernobyl nicht zu verstecken braucht.“
  • 11.04 Uhr – Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind in den vergangenen Tagen nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA 23 Menschen verletzt worden. Mindestens 20 weitere Mitarbeiter wurden verstrahlt, teilte die Organisation mit. Einer von ihnen war demnach sehr starker Strahlung ausgesetzt. Die Verletzten waren Angestellte des Kraftwerkbetreibers Tepco sowie Mitarbeiter von Subunternehmen und vier Angehörige des Katastrophenschutzes.
  • 11.30 Uhr – Der Präsident der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz bezeichnet laut ARD die verbliebenden Arbeiter in Fukushima I als “Todeskandidaten”.
  • 11.49 Uhr – Bei einem Japaner, der aus Fukushima am Donnerstag nach Südkorea geflogen ist, wurden bei seiner Ankunft am Incheon International Airport erhöhte Strahlenwerte festgestellt.
  • 13.36 Uhr – Das Radioaktivitätslevel rund um das AKW Fukushima I ist gestiegen, nachdem die japanischen Rettungskräfte begonnen hatten, mit Wasserwerfern den beschädigten Reaktor 3 zu kühlen. Das gab die Betreibergesellschaft Tepco am Donnerstag bekannt. Die Radioaktivität rund um das Gebäude stieg von 3,700 Mikrosievert auf 4,000 Mikrosievert pro Stunde. 2,000 Mikrosievert sind der Wert, dem ein Mensch normalerweise pro Jahr ausgesetzt ist.
  • 13.56 Uhr – Die Regierung von Singapur hat ihre in Japan lebenden Staatsbürger angewiesen, das Gebiet rund um Fukushima und Miyagi zu verlassen. „Die Botschaft von Singapur hat für die Singapurer, die im Radius zwischen 80 und 100 Kilometern rund um das Atomkraftwerk leben, Vorkehrungen getroffen, damit sie an sichere Orte gehen können“, teilte das Außenministerium mit.
  • 18.30 Uhr – Die japanische Regierung hat die lokalen Behörden am Donnerstag angewiesen, heimische Produkte auf Radioaktivität zu testen. „Die Tests erstrecken sich vor allem auf frische Produkte aus Regionen, die mit dem Unfall zu tun haben“, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Kohei Otsuka nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.

18.03.2011

  • 01.15 Uhr – Das Kühlen des havarierten AKW Fukushima mit Löschhubschraubern und Wasserwerfern scheint einen minimalen Erfolg gehabt zu haben. Am Donnerstagabend (20.40 Uhr Ortszeit) sei die Intensität der radioaktiven Strahlung leicht zurückgegangen, wie der TV-Sender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco berichteten. Demnach sank die Dosis um 17 Zähler auf 292 Mikrosievert pro Stunde, wie Messungen am Westeingang des AKW ergaben
  • 02.23 Uhr – Der AKW-Betreiber Tepco erhöht den Grenzwert der Strahlenbelastung für die Arbeiter auf 100 Millisievert pro Stunde.
  • 03.19 Uhr – Die am Kernkraftwerk Fukushima gemessene radioaktive Strahlung sei derzeit nicht so stark, dass sie direkte Gesundheitsschäden hervorrufe, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Freitagmorgen. Allerdings hänge die Intensität von verschiedenen Faktoren ab und werde weiterhin intensiv gemessen.
  • 06.34 Uhr – Japanische Ingenieure versuchen weiterhin, die Stromversorgung in Fukushima I wiederherzustellen. Laut BBC sind sie mit einer hohen radioaktiven Strahlung konfrontiert und haben damit zu kämpfen, dass die Gebäude der Anlage extrem beschädigt sind.
  • 07.21 Uhr – Das Kühlen des havarierten AKW Fukushima I scheint einen minimalen Erfolg zu haben: Die Intensität der radioaktiven Strahlung sei leicht zurückgegangen, wie der TV-Sender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco übereinstimmend berichteten. Demnach sank die Dosis um 17 Zähler auf 292 Mikrosievert pro Stunde, wie Messungen am Westeingang des AKW ergaben.
  • 07.55 Uhr – Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bleibt das Risiko der Strahlenbelastung nach dem Reaktorunglück lokal begrenzt. Es gebe „keine Hinweise auf eine signifikante Verbreitung von radioaktivem Material“ abseits der unmittelbaren Umgebung des AKW Fukushima I, sagte der Leiter der WHO in China, Michael O’Leary. Außerhalb einer Zone von 30 Kilometern rund um das Kraftwerk besteht nach Auffassung von Gesundheitsexperten nur ein geringes Risiko.
  • 08.26 Uhr – Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA sind auf dem Weg zum Unglücksmeiler Fukushima I, um sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen und dort die radioaktive Strahlung zu messen. Über die Strahlenbelastung hatte es in den vergangenen Tagen häufiger widersprüchliche Angaben von japanischer Seite gegeben.
  • 09.36 Uhr – Die japanische Regierung hat den Betreibern des stark beschädigten AKW verboten, seine Mitarbeiter von der Anlage abzuziehen. Wie die Zeitung „Mainichi Shimbun“ berichtet, hatte Tepco am Montag Sorge über die Sicherheit seiner Angestellten geäußert. Regierungschef Naoto Kan habe aber die Bitte, die Mitarbeiter abziehen zu dürfen, zurückgewiesen. „Eine Abberufung ist unmöglich“, zitierte die Zeitung Kan. „Es geht nicht darum, ob Tepco kollabiert, es geht darum, ob Japan zusammenbricht“, soll er demnach entgegnet haben. Ein namentlich nicht genannter Vertreter der Betreibergesellschaft sagte dem Blatt, dies bedeute, die Arbeiter sollten sich der Strahlung aussetzen und „sterben“.
  • 10.42 Uhr – Nach Angaben der japanischen Atomaufsicht ist es zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig, die Evakuierung auszuweiten. Diese beläuft sich derzeit auf 30 Kilometer im Umkreis des AKW Fukushima.
  • 11.31 Uhr – Der Wind am Unglücksreaktor soll zu Beginn kommender Woche wieder in Richtung der Millionenmetropole Tokio drehen. „Wie weit sich die Radioaktivität dann ausbreitet, kann man aber noch nicht sagen“, sagte Christina Speicher vom Deutschen Wetterdienst (DWD).
  • 11.38 Uhr – Der Sender NHK berichtet, am zweiten Tag in Folge sei in einem Gebiet 30 Kilometer nordwestlich des AKW Fukushima I hohe Radioaktivität gemessen worden. Den Angaben zufolge wurden 150 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Wenn jemand dieser Strahlung sechs oder sieben Stunden ausgesetzt sei, so der Bericht, sei das die für einen Menschen verträgliche Jahresdosis.
  • 15.21 Uhr – Japan hält es nicht für nötig, die Evakuierungszone um das havarierte AKW Fukushima I auszuweiten. Eine Ausweitung der Zone sei nicht notwendig, teilte der stellvertretende Chef der Nuklear- und Industriesicherheitsagentur mit.
  • 15.24 Uhr – Offenbar sind an der Westküste der USA radioaktive Teilchen festgestellt worden, die vom AKW Fukushima stammen sollen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomaten. Den Angaben zufolge sei die Intensität der Radioaktivität viel zu gering, um Menschen Schaden zuzufügen.
  • 16.12 Uhr – Russlands Präsident Dmitrij Medwedew will Japanern eine Umsiedlung von den japanischen Inseln auf russisches Territorium anbieten. Das berichtet die Agentur Ria Nowosti. Zur Debatte stehen demnach Gebiete in Sibirien und in Russlands Region Fern-Ost. Auf einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates sagte Medwedew, Russland wolle seinen Nachbarn im Osten unterstützen, mit „humanitärer Hilfe, Lebensmittellieferungen, Wasser, Medikamenten und anderen notwendigen Mitteln“.
  • 17.57 Uhr – Der Bürgermeister der nahezu komplett verwüsteten Stadt Minamisoma, etwa 20 Kilometer nördlich des AKW Fukushima I gelegen, hat der BBC ein Interview gegeben. Darin kritisiert er die japanische Regierung. Katsunobu Sakurai sagte: „Ich war besorgt, dass man uns hier zum Sterben zurücklässt. Das konnte ich nicht geschehen lassen.“
  • 19.56 Uhr – Es ist der Versuch einer Entschuldigung: Die AKW-Betreibergesellschaft Tepco hat eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin heißt es: „Wir möchten uns bei den Menschen in der Gegend des Kraftwerks aufrichtig für die Besorgnis und Belästigung durch den Vorfall am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi und das Ausströmen radioaktiver Substanzen entschuldigen.“
  • 20.56 Uhr – Die BBC zitiert einen besorgten Anwohner des beschädigten Kraftwerks Fukushima. „Niemand geht mehr vor die Tür. Die Straßen sind so still. Den meisten Leuten hier geht es gut, aber keiner weiß, was zu tun ist. Es ist schrecklich“, sagt Paul Morris, der mit Frau und Tochter rund 40 Kilometer von den Reaktoren entfernt lebt.
  • 21.26 Uhr – Die USA prüfen importierte Nahrungsartikel aus Japan auf radioaktive Strahlung. Laut der Agentur Reuters erwarten die Behörden aber keine Bedrohung für die US-Bevölkerung.
  • 22.32 Uhr – Erste radioaktive Teilchen aus den beschädigten Fukushima-Reaktoren sind an der Westküste der USA festgestellt worden. Allerdings sei bei den Messungen in Sacramento, Kalifornien keine beunruhigend hohe Strahlung gemessen worden. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht laut US-Behörden nicht.
  • 23.25 Uhr – Nissan lässt alle Autos, die Japan verlassen, auf radioaktive Strahlung überprüfen.

19.03.2011

  • 08.00 Uhr – Spinat aus der Umgebung des defekten Atomkraftwerks Fukushima I ist radioaktiv verstrahlt. Drei Viertel der untersuchten Agrarprodukte seien verseucht. Ein Gesundheitsproblem für die Bevölkerung bestehe deshalb aber nicht, hieß es.
  • 08.14 Uhr – Japanische Behörden empfehlen Personen, die das Gebiet um das havarierte AKW Fukushima I verlassen, Jod zu sich zu nehmen. Das teilte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA mit.
  • 08.25 Uhr – Nach Aussage von Regierungssprecher Edano übersteigt die Radioaktivität in Spinat und Milch aus der Nähe des AKW Fukushima I die amtlich zulässigen Höchstgrenzen. Eine akute Gesundheitsgefährdung sei aber derzeit nicht zu erwarten. Wer ein Jahr lang von der belasteten Milch trinken und den verstrahlten Spinat essen würde, erleide eine Strahlendosis von der Stärke einer Röntgenuntersuchung, sagte Edano.
  • 08.33 Uhr – Die BBC zitiert ein Schreiben einer Frau, die in Tokushima in Südjapan lebt: „Ich wohne weit außerhalb der Evakuierungszone, aber die Angst vor Radioaktivität ist hier trotzdem sehr groß. Manche meiner ausländischen Freunde sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt, aber die meisten von uns wissen wegen der Distanz zur Krise und der engen Verbindung zu japanischen Freunden und Kollegen nicht, was wir denken sollen. Derzeit warten wir nur ab.“
  • 11.16 Uhr – Die Strahlung in Russland und Kalifornien ist nach Angaben eines Diplomaten gering. Die Werte lägen 100 Millionen bis eine Milliarde Mal unter einem gesundheitsgefährdenden Niveau, sagte der Mann, der nach eigenen Angaben Zugang zu Strahlungsmessungen der Vereinten Nationen hat, der Nachrichtenagentur AP.
  • 12.47 Uhr – Behörden haben im Leitungswasser der Hauptstadt Tokio erhöhte Werte von Radioaktivität nachgewiesen. Es handele sich um Spuren von radioaktivem Jod, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf einen Vertreter des Wissenschaftsministeriums. Ungewöhnlich hohe Werte von radioaktivem Jod seien zudem im Trinkwasser der zentraljapanischen Präfekturen Gunma, Tochigi, Saitama, Chiba und Niigata festgestellt worden. Allerdings lägen die Werte in allen Fällen deutlich unter dem zulässigen Grenzwert, sagte der Ministeriumsvertreter, der nicht genannt werden wollte.
  • 14.17 Uhr – Nicht nur in Tokio, auch in fünf anderen Präfekturen wurde nach Angaben der Regierung ein erhöhter Wert von Radioaktivität im Leitungswasser nachgewiesen – und zwar in Gunma, Tochigi, Saitama, Chiba und Niigata. In Gunma enthielten Proben pro Kilogramm Wasser für Jod-131 eine Aktivität von 2,5 Becquerel, für Caesium-137 einen Wert von 0,22 Becquerel, und für Caesium-134 waren es 0,16 Becquerel. Zum Vergleich: Die deutschen Grenzwerte für Milch und Säuglingsnahrung liegen deutlich höher – bei 370 Becquerel Cäsium 134/137 pro Liter. Die Regierung gibt an, es sei ungefährlich das Wasser zu trinken – die Bevölkerung dürfte die Meldung dennoch zusätzlich verunsichern.
  • 14.45 Uhr – Da eine radioaktive Belastung der Außenhülle von Flugzeugen, die direkt aus Japan kommen, nicht ausgeschlossen werden kann, werden Vorbereitungen zur Messung und gegebenenfalls Dekontamination von Flugzeugen getroffen. Das teilte das Bundesumweltministerium in einer E-Mail mit. Man bereite eine Eilverordnung zur Festlegung von Grenzwerten für Flugzeuge vor.
  • 16.30 Uhr – Behörden haben im Leitungswasser nahe des Kraftwerks Fukushima erhöhte Werte von Radioaktivität nachgewiesen. Die Werte hätten den empfohlenen Wert überstiegen, über dem man das Wasser nicht mehr trinken sollte.
  • 17.21 Uhr – Bei sechs Männer, die am Atomkraftwerk Fukushima einsetzt waren, wurden mehr als 250 Millisievert gemessen, teilte die Nachrichtenagentur Kyodo mit Verweis auf den Kraftwerksbetreiber Tepco mit. Damit lag ihre Strahlenbelastung über dem Grenzwerte. Welche Aufgaben die Arbeiter hatten, sagte das Unternehmen nicht.

20.03.2011

  • 06.12 Uhr – Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde dürfte Tokio am Sonntag weiterhin von der aus dem Atomkraftwerk Fukushima austretenden Radioaktivität weitgehend verschont bleiben. Im Großraum der Metropole wurden nach Angaben der Regierung allerdings radioaktiver Staub und Partikel nachgewiesen. Risiken für die Gesundheit bestünden nicht. Für die Region um den Reaktor sagte sie gleichzeitig drei bis fünf Milliliter Niederschlag voraus.
  • 08.43 Uhr – In Taiwan sind radioaktiv belastete Bohnen aus Japan gefunden worden. Die Werte lagen jedoch deutlich unter den erlaubten Grenzwerten und waren damit auch nicht gesundheitsschädlich, wie die Behörden mitteilten.
  • 13.47 Uhr – Die Preise für Jodsalz haben sich in den großen Städten Burmas mehr als verdreifacht, nachdem im benachbarten China angesichts der Angst vor radioaktiver Strahlung Panikkäufe eingesetzt hatten.
  • 13.59 Uhr – Hamburg stellt Seeleuten Jodtabletten zur Verfügung. Damit sollen die Besatzungen von Schiffen ausgerüstet werden, die in das Seegebiet vor Japan fahren, teilte die Innenbehörde am Sonntag mit.
  • 16.35 Uhr – In Japan sind mehr Agrarprodukte radioaktiv verseucht als bisher bekannt. Das teilte das Gesundheitsministerium in Tokio mit. Messungen bei Raps hätten „bedeutende Dosen an Strahlung“ ergeben. Die Proben stammten aus Regionen, in denen bislang keine erhöhte Radioaktivität gemessen wurde.

21.03.2011

  • 07.30 Uhr – Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat seinen für heute geplanten Besuch in der Region um Fukushima abgesagt. Grund: Für die Region ist Regen angesagt.
  • 17:58 Uhr – Das Meerwasser nahe der Atomanlage Fukushima sei über 120-mal höher mit radioaktivem Jod belastet als normal, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo News. Die Belastung mit radioaktivem Cäsium sei fast 25-mal höher. Laut Tepco sei es zu früh, um die Auswirkungen des kontaminierten Wassers auf Fischereiprodukte einzuschätzen.
  • Nach Angaben der Tokyo Electric Power Company (Tepco) stieg die Radioaktivität am Montag für kurze Zeit an, ging dann aber wieder zurück.

22.03.2011

  • Luftströmungen mit radioaktiven Partikeln aus Japan sollen am Mittwoch Mitteleuropa erreichen. Allerdings werde die Aktivität „sehr, sehr niedrig“ sein, sagte der Leiter der Messstation des Bundesamtes für Strahlenschutz Schauinsland bei Freiburg, Erich Wirth, dem Sender MDR INFO. Die Experten hätten in den vergangenen Tagen die Verbreitung der Radioaktivität erst in Kalifornien und dann in Island verfolgen können. „Und von da ist es nicht mehr weit bis Mitteleuropa.“
  • 00.56 Uhr – Das Meerwasser in der Nähe des japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist nach Messungen der Betreibergesellschaft Tepco stark radioaktiv belastet. Bei Jod-131 sei ein Wert gemessen worden, der das gesetzliche Maximum um den Faktor 126,7 übersteige, berichtete der Fernsehsender NHK am Dienstag. Bei Cäsium-134 sei die Verstrahlung 24,8 Mal so hoch wie zulässig. Tepco kündigte weitere Tests vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu an.
  • Der japanische Industrie- und Wirtschaftsminister soll Feuerwehrmänner aus Tokio gezwungen haben, stundenlang Wasser auf den radioaktiv strahlenden Reaktor im Atomkraftwerk Fukushima Eins zu sprühen. Minister Banri Kaieda soll den Männern eine Strafe angedroht haben, falls sie die Aufgabe nicht ausführten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Der Wirtschaftsminister sagte daraufhin auf einer Pressekonferenz am Dienstag: «Wenn meine Bemerkungen Feuerwehrmänner verletzt haben, (…) möchte ich mich in diesem Punkt entschuldigen.»
  • Der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder wirft den Verantwortlichen in Japan gezielte Falschinformation vor. Er vermute, dass die Öffentlichkeit nicht angemessen und nicht wahrheitsgemäß unterrichtet wird.

23.03.2011

  • Regierungssprecher Yukio Edano sagte auf einer Pressekonferenz, der Verzehr dieses Gemüses gefährde zwar nicht die Gesundheit. «Wir sehen aber, dass die Werte hochgehen und müssen damit rechnen, dass sie ein schädliches Niveau erreichen. «Daher ist es sinnvoll, die Lieferungen jetzt zu stoppen.» Und vorsichtshalber sollten Verbraucher kein in der Präfektur Fukushima erzeugtes Gemüse mehr verzehren. In Proben fand das Gesundheitsministerium beim Blattgemüse Kukitachina 82 000 Becquerel an radioaktivem Cäsium und 15 000 Becquerel an radioaktivem Jod – dies übersteigt die zulässigen Grenzwerte um den Faktor 164 beziehungsweise 7. In der Präfektur Ibaraki wurde auch radioaktiv belastete Milch gefunden.
  • Sorge in aller Welt über radioaktive Strahlung aus Japan: Die US-Lebensmittelbehörde kündigte strenge Importvorschriften für Lebensmittel aus dem Land an. Die US-Behörde erklärte in einer Mitteilung, sowohl Milch und Milchprodukte als auch Gemüse und Obst aus den Präfekturen Fukushima, Ibaraki, Tochigi und Gunma dürften nur noch nach vorherigen Radioaktivitätsmessungen eingeführt werden. Frankreich rief die Europäische Kommission zu „systematischen Kontrollen aller frischen Lebensmittel“ auf, die Europa aus Japan erreichten. Zugleich sprach sich das Land gegen ein vollständiges Einfuhrverbot aus.
  • Das Umweltbundesamt rechnete damit, dass Luftströmungen mit radioaktiven Partikeln im Tagesverlauf Mitteleuropa erreichen könnten.
  • Das Trinkwasser in Tokio ist radioaktiv belastet. Babys in der Hauptstadt sollen deshalb kein Leitungswasser mehr trinken. Im Wasser seien erhöhte Werte von 210 Becquerel pro Liter an radioaktivem Jod 131 festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Hauptstadtpräfektur Tokio am Mittwochnachmittag (Ortszeit). Die Warnung betreffe Kinder unter einem Jahr.
  • 06.00 Uhr – Hohe Strahlung und Hitze behindern die Arbeiten am Unglückskraftwerk in Fukushima. Die Arbeiten zur Instandsetzung der Reaktortechnik im Block 2 wurden am Mittwoch unterbrochen, weil nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo eine Radioaktivität von 500 Millisievert pro Stunde gemessen wurde. Die natürliche Hintergrundstrahlung liegt bei etwa 2 Millisievert pro Jahr.

24.03.2011

  • 00:22 Uhr – Hongkong hat die Einfuhr von Lebensmitteln aus fünf japanischen Präfekturen untersagt. Die Regelung betreffe landwirtschaftliche Produkte wie Milch, Fleisch und Gemüse sowie Fisch und Meeresfrüchte . Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.
  • Australien hat am Donnerstag die Einfuhr von Lebensmitteln aus der japanischen Unglücksregion um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 gestoppt.
  • Regierungssprecher Yukio Edano: Zur radioaktiven Verstrahlung von Lebensmitteln sagte er, leider breite sich diese Folge des AKW-Unglücks weiter aus.
  • 06.00 Uhr – Nach der Warnung vor radioaktivem Jod im Leitungswasser in Tokio gibt es in den Geschäften kaum noch abgefülltes Wasser in Flaschen. Viele Bewohner versuchten daraufhin, in Online-Shops Wasser zu bestellen. Das verfügbare Angebot reiche aber nicht für alle aus, berichtete der TV-Sender NHK. Die Behörden ordneten an, dass Babys in 23 Stadtteilen von Tokio sowie in fünf weiteren Städten kein Leitungswasser mehr trinken sollten. Die Stadtverwaltung will abgefülltes Wasser für Familien mit Kindern unter zwölf Monaten bereitstellen.
  • Die Belastung des Trinkwassers mit radioaktivem Jod ist in der japanischen Hauptstadt Tokio wieder unter den Grenzwert für Neugeborene gefallen. Bei einer neuen Untersuchung des Wassers seien deutlich verbesserte Werte festgestellt worden, sagte ein Vertreter der städtischen Behörden am Donnerstag.
  • Angesichts der Sorge vor möglicherweise strahlenbelasteten Nahrungsmitteln aus Japan, hat die kanadische Lebensmittelüberwachung am Mittwoch umfangreichere Kontrollen dieser Importe angekündigt. Neben den bestehenden Untersuchungen sollen Milchprodukte, Früchte und Gemüse aus der näheren Umgebung der havarierten Atomanlage im Nordosten Japans künftig nicht mehr eingeführt werden, wenn sie nicht auf ihre Unbedenklichkeit hin überprüft wurden und dies schriftlich festgehalten wurde, teilte die Behörde mit.
  • Der Wind in Japan steht weiter günstig und treibt mögliche Schadstoffe aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima nach Westen auf das offene Meer. Der Wind weht schwach aus Nordost, sagte Stefan Külzer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Donnerstag.

25.03.2011

  • Taiwan hat den Import von Lebensmitteln aus fünf japanischen Präfekturen um das Atomkraftwerk Fukushima 1 untersagt. Das Importverbot gelte von sofort an für die Präfektur Fukushima und vier weitere nahe gelegene Präfekturen, sagte ein Sprecher der taiwanesischen Gesundheitsbehörden am Freitag.
  • Deutschland verschärft nach dem Atomunglück die Kontrollen für Lebensmittel aus Japan. Das kündigte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner an. Die Europäische Union hatte vorher Zwangskontrollen für Lebensmittel aus Japan angeordnet.
  • Zwei Wochen nach dem Beginn der Reaktorkatastrophe in Japan ist in der Atmosphäre über Deutschland erstmals Radioaktivität aus dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima nachgewiesen worden. Am Donnerstagabend hätten drei hochempfindlichen Messstellen winzige, gesundheitlich unbedenkliche Spuren radioaktiven Jods 131 entdeckt, teilte das Bundesumweltministerium am Freitag in Berlin mit. Die Strahlung, die davon ausgehe, sei mehr als eine Million Mal niedriger als die Dosis, der ein Mensch im Jahr durch natürliche Radioaktivität ausgesetzt sei. Nach Experteneinschätzung bestehe keine Gefahr.
  • Die japanischen Behörden schließen Schäden am Reaktor 3 der Atomanlage Fukushima 1 nicht aus, was die Lage in dem Werk dramatisch verkomplizieren und die Rettungsarbeiten ausdehnen könnte. Wegen stark erhöhter Radioaktivität rings um das Akw sei der Reaktor womöglich beschädigt, erklärten der Akw-Betreiber Tepco und die Atombehörde des Landes. Im Umkreis von 30 Kilometern des Akw wurden die Bewohner aufgefordert, das Gebiet zu verlassen.
  • 19.45 Uhr – Am Atomkraftwerk Fukushima werden an vier Reaktorblöcken Wasserpfützen von radioaktiv belastetem Wasser entdeckt. Es wird vermutet, dass Wasser aus dem Reaktorkern oder den Abklingbecken für die abgebrannten Kernstäbe gesickert sei.

26.03.2011

  • 10.30 Uhr – Die radioaktive Verstrahlung der Küstengewässer vor dem Atomkraftwerk Fukushima hat am Samstag einen neuen Höchstwert erreicht. Die Belastung mit Jod-131 in Meerwasser nahe der Anlage übertraf den zulässigen Grenzwert um das 1250fache, teilte die Reaktorsicherheitsbehörde (NISA) mit.
  • 13.35 Uhr: Laut Kyodo News soll die Belastung mit radioaktivem Jod im Tokioter Trinkwasser weiter gesunken sein. In zwei Trinkwasserbecken sollen die Werte bei 34 bzw. 48 Becquerel pro Kilogramm gelegen haben, in einem sei gar kein radioaktives Jod nachgewiesen worden. Kinder dürfen das Wasser somit wieder trinken. Der Grenzwert für Kinder unter einem Jahr liegt in Japan bei 100 Becquerel pro Kilogramm.
  • 14.32 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst meldet eine für Tokio günstige Windrichtung. Voraussichtlich bis Dienstag wird der Nordwestwind die radioaktiven Partikel auf das Meer hinausblasen.
  • 15.54 Uhr: Während die japanischen Behörden beteuern, dass von der Strahlung keine Gefahr ausginge, klagen die Menschen über unzureichende Informationen. In der Bevölkerung wächst die Furcht vor radioaktiver Verseuchung. In einigen Notunterkünften wird inzwischen der Nachweis über eine Untersuchung auf Strahlen verlangt. Laut dpa sei Bewohnern aus Evakuierungsgebieten teilweise der Zugang zu den Flüchlingslagern verwehrt worden.
  • 16.27 Uhr: Spiegel Online berichtet, dass aus Angst vor der Strahlenbelastung immer mehr Frachtschiffe den Hafen von Tokio meiden. Deutsche, chinesische und amerikanische Reedereien haben ihre Routen geändert.

27.03.2011

  • 09.15 Uhr – Regierungssprecher Yukio Edano sagte im japanischen Fernsehen, dass das kontaminierte Wasser „fast zweifellos“ aus einem Reaktorkern komme. Sollte einer der Sicherheitsbehälter gebrochen sein, wird die Radioaktivität in der Umgebung von Fukushima deutlich ansteigen. Zudem wäre mit der Kontamination des Grundwassers zu rechnen.
  • Kraftwerks-Betreiber Tepco ließ Bodenproben vom Gelände der havarierten Anlage von unabhängigen Spezialisten auf das hochgiftige Schwermetall Plutonium untersuchen. Mit Ergebnissen sei innerhalb der kommenden Tage zu rechnen. Tepco selbst hatte kein Plutonium nachweisen können.
  • Das Meer vor Fukushima wird zunehmend radioaktiv mit dem Isotop Jod-131 verseucht. Am Sonntag übertraf die Strahlung den zulässigen Grenzwert bereits um das 1850-fache. Am Samstag war es noch das 1250-fache. Tepco räumte ein, dass wahrscheinlich radioaktives Wasser aus dem Atomwrack ins Meer geflossen sei. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich die Konzentration der radioaktiven Substanzen im Meer schnell verdünnt, so dass derzeit keine größere Gefahr für Mensch und Umwelt bestehe.
  • Im Unterschied zum Super-GAU von Tschernobyl belastet die Katastrophe von Fukushima die Bevölkerung derzeit nicht mit einer unkontrollierbar großen Menge Radioaktivität. Die Gefahr eines Super-GAUs ist jedoch weiterhin nicht gebannt.
  • Seit Beginn der Krise wurden insgesamt 17 Arbeiter verstrahlt. Tepco räumte ein, dass drei verstrahlte Männer nicht vor dem radioaktiven Wasser im Turbinen-Gebäude gewarnt worden waren.
  • In Deutschland sank die Konzentration von radioaktiven Jodpartikeln aus Japan in der Luft wieder leicht. Messungen an der Station Schauinsland bei Freiburg ergaben nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom Sonntag einen vorläufigen Wert von 300 Mikrobecquerel je Kubikmeter Luft. Am Samstag waren laut abgeschlossener Auswertung noch 530 Mikrobecquerel nachgewiesen worden. Die Dosis sei so gering, dass es keine gesundheitlichen Bedenken gebe, betonte das BfS.
  • Tepco versprach, künftig besser und schneller über die Entwicklungen in Fukushima zu informieren. Der Betreiber teilte zudem mit, dass Meerwasserproben 300 Meter südlich von Reaktor 1 eine deutlich erhöhte Radioaktivität aufgezeigt hätten. Eine Gefahr für Meerestiere und Pflanzen bestehe aber nicht, weil sich die Radioaktivität schnell zersetze, erklärte die japanische Atombehörde.

28.03.2011

  • 03:58 Uhr – Der Nachrichtensender NHK berichtet, dass immer mehr Evakuierte in ihre Häuser nahe des havarierten Kernkraftwerks zurückkehren.
  • 06:43 Uhr – 1,5 Kilometer nördlich von den Abflussrohren der havarierten Reaktoren 1-4 ist im Meerwasser radioaktives Jod 131 entdeckt worden – in einer Konzentration die 1150 mal über dem Normalwert liegt.
  • 08.00 Uhr – Im Wasser in 30 Metern Entfernung der Reaktoren 5 und 6 würden die Werte radioaktiven Jods 1150 Mal über dem Normalwert liegen, teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde am Montag mit.
  • 09.00 Uhr – Aus Sorge vor radioaktiver Strahlung hat Japans Gesundheitsministerium Wasseraufbereitungsanlagen im ganzen Land angewiesen, kein Regenwasser mehr zu verwenden und Becken mit Plastikplanen abzudecken. Da radioaktive Partikel aus dem schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 über das Regenwasser in Flüsse gelangen könnten, sollte aus Flüssen kein Trinkwasser mehr entnommen werden, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Allerdings sollten diese Maßnahmen nur in dem Maße umgesetzt werden, wie sie nicht die Trinkwasserversorgung gefährden.
  • 18.00 Uhr – Auf dem Gelände des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist an fünf Stellen im Erdboden radioaktives Plutonium entdeckt worden. Die Betreiberfirma Tepco gehe davon aus, dass es in mindestens zwei Fällen aus einer oder mehreren der zerstörten Brennkammern ausgetreten sei, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag.
  • Im Nachbarland Südkorea sind derweil vermutlich die ersten Spuren der Radioaktivität aus Japan angekommen. Das teilte am Montag das koreanische Institut für Nuklearsicherheit in Taejon mit. Danach wurden geringe Konzentrationen an Xenon-133, eines radioaktiven Isotops des Edelgases, im Nordosten des Landes gemessen. Die Konzentration sei jedoch so gering, dass keine Gefahr für die Gesundheit der Menschen vorliege.

29.03.2011

  • 06.00 Uhr – Nach den Atomreaktorunfällen in Japan sind in Seoul und an anderen Orten in Südkorea geringe Spuren von radioaktivem Jod in der Atmosphäre gemessen worden. Das koreanische Institut für Nuklearsicherheit (KINS) in Taejon vermute, dass das radioaktive Jod-131 aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima stamme, berichtete der südkoreanische Rundfunksender KBS am Dienstag.
  • 08.00 Uhr – Aus dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi tritt offenbar weiterhin hochgiftiges Plutonium aus. Das Schwermetall sickere ins Erdreich ein, hieß es am Dienstag aus Behördenkreisen.
  • Im Nordosten der USA sind im Regenwasser Spuren von Radioaktivität entdeckt worden. Nach solchen Funden in den US-Bundesstaaten Massachusetts und Pennsylvania wurden nach Behördenangaben am Montag auch in Ohio erhöhte Strahlungswerte in Regenwasser nachgewiesen. Forscher der Case Western Reserve University in Cleveland erklärten, sie hätten eine kleine Menge Jod 131 aus Japan im Regenwasser auf dem Dach eines Campus-Gebäudes gefunden.
  • Radioaktive Teilchen aus Fukushima haben die mehr als 3000 Kilometer entferneten Philippinen erreicht.
  • 14:41 Uhr: In einer der fünf untersuchten Bodenproben war Plutonium-238 mit einer Dichte von 0.54 Becquerel pro Kilogramm Erde nachgewiesen worden, während eine andere Probe 0.18 Becquerel aufwies. Laut Tepco können Bodenproben in Japan durchschnittlich bis zu 0,15 Becquerel aufweisen.
  • 14.58 Uhr: Mittwochabend ändert der Wind vorraussichtlich seine Richtung und weht dann auf Tokio zu. Vorerst werden die radioaktiven Partikel noch weg von der Millionenmetropole aufs Meer hinausgeblasen.

30.03.2011

  • 04:12 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldet, sei im Pazifik eine sehr hohe Konzentration von radioaktivem Jod gemessen worden. Die Radioaktivität im Meerwasser vor dem havarierten Atomkraftwerk lag 3355-Mal über dem zulässigen Wert.
  • 07:00 Uhr: Greenpeace Messungen haben ergeben, dass die Strahlenbelastung im 40 Kilometer entfernten Ort Itate (7000 Einwohner) bei durchschnittlich 8 bis 10 Mikrosievert liegen. Diese Werte decken sich mit denen der japanischen Regierung und sprechen für eine Ausweitung der Evakuierungszone. Vor allem schwangere Frauen und Kinder sollten das Gebiet verlassen.
    In der Stadt Fukushima hat das Team zwischen 1 und 5 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Jedoch gebe es bestimmte Punkte, an denen aufgrund geologischer Bedingungen eine höhere Radioaktivität auftritt: zwischen 5 und 6 Mikrosievert pro Stunde. In der Gegend um Tsushima, ca. 35 Kilometer von der Anlage, sind über 100 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. In dieser Gegend leben nur wenige Menschen.
  • 10:42 Uhr: In Südkorea haben die Behörden in Lebensmitteln Spuren radioaktiven Jods und Cäsiums aus Japan entdeckt. Die Mengen lägen jedoch weit unter der zulässigen Höchstgrenze und seien für die menschliche Gesundheit unbedenklich.
  • 11:40 Uhr: Im Osten Russlands sind in der Luft Spuren von radioaktivem Jod-131 aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 nachgewiesen worden. Nach Auskunft der Behörden sei die Konzentration 100 mal niedriger als die für Menschen verträgliche tägliche Dosis.
  • 16:48 Uhr: Vertreter Japans haben sich bei der Welthandelsorganisation (WTO) über unberechtigte Handelsbeschränkungen als Folge des Atomunfalls beschwert. Bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die angeblich radioaktiver Strahlung ausgesetzt sein könnten, sollte nicht überreagiert werden. Exportierte Waren würden bereits in Japan streng auf radioaktive Kontamination kontrolliert.
  • 17:21 Uhr: Die IAEA hat Japan die Evakuierung des Ortes Itate empfohlen. Itate liegt etwa 40 Kilometer von den havarierten Meilern entfernt. Der IAEA-Experte für nukleare Sicherheit, Denis Flory sagte, dass nach erster Beurteilung, eine der IAEA-Kriterien für die Evakuierung überschritten worden sei.

31.03.2011

  • Im Westen der USA sind nach Angaben der Umweltschutzbehörde und der Behörde für Lebensmittelsicherheit leicht erhöhte Strahlenwerte in Milchproben gemessen worden. Die Belastung mit radioaktivem Jod 131 sei jedoch immer noch 5.000 mal niedriger als der Grenzwert.
  • 08:57 Uhr: Es ist weiter unklar, woher die radioaktive Belastung im Meer vor der Atomruine in Fukushima stammt.
  • 09:45 Uhr – Laut n-tv wird die Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima von der japanischen Regierung vorerst nicht ausgeweitet. Hierzu würde laut Regierungssprecher Edano im Moment keine Notwendigkeit bestehen.
  • 15:30 Uhr: Wie der Fernsehsender NHK berichtet, hat Tepco nicht jeden seiner Arbeiter im havarierten Kernkraftwerk Fukushima Eins mit einem Strahlenmessgerät ausgerüstet. Tepco sagte, das Erdbeben habe viele Strahlenmessgeräte zerstört. Arbeiter, die ohne unterwegs gewesen wären, seien nur an Stellen mit geringer Strahlung eingesetzt worden. Alle Sicherheitsmaßnahmen würden eingehalten. Ein Arbeiter, der dafür verantwortlich war die Stromzufuhr wieder herzustellen, sagte, dass jeder von ihnen verschiedenen Strahlendosen ausgesetzt gewesen sei und er keine Ahnung habe, wieviel er selbst abbekommen hat.
  • 16:02 Uhr: Wegen der Strahlengefahr sind nach dem Erdbeben am 11. März noch bis zu 1000 Leichen nicht geborgen worden. Die Leichen in der Evakuierungszone rund um das AKW Fukushima Eins haben hohe Strahlendosen abbekommen.
  • 16:48 Uhr: Die japanische Regierung erwägt eine Lockerung der Beschränkungen für Lebensmittelllieferungen aus der Nähe der Anlage Fukushima Daiichi. Konkret handelt es sich dabei um Milch und Gemüse. Die Produkte müssten im Vorfeld dreimal auf radioaktive Kontamination getestet und als sicher befunden worden sein. Wie Kyodo berichtet, habe die Regierung mit dieser Idee auf Anfragen von ansässigen Bauern und örtlichen Behörden reagiert.

01.04.2011

  • Die Anwohner des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima werden nach Einschätzung der Regierung in Tokio für lange Zeit nicht in ihre Häuser zurückkehren können. Die Evakuierung des Katastrophengebiets sei langfristig angelegt, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Freitag.
  • Tepco hat auf Anordnung der Atomaufsichtsbehörde die Analyse des Grundwassers wiederholen müssen. Der Atomkonzern bestätigte in einer weiteren Untersuchung die voran gegangenen Messungen nach denen 10.000-fach erhöhte Werte Jod-131 gefunden worden waren.
  • Am Sonntag dreht der Wind in Japan wieder auf Nord bis Nordost. Damit könnten dann radioaktive Partikel aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima in Richtung der Millionenmetropole geweht werden.

02.04.2011

  • Die Betreiberfirma Tepco hat damit begonnen, am havarierten Atomkraftwerark Fukushima radioaktiv veseuchtes Wasser ins Meer abzuleiten. Insgesamt sollen 11 500 Tonnen kontrolliert abgelassen werden. Wie die japanische Agentur Kyodo berichtet, würden durch die Wassermassen die Arbeiten im Kraftwerk behindert. Laut Tepco strahle die Flüssigkeit nur schwach.
  • Russland wird Japan mit einem Spezialschiff zur Entsorgung von Atommüll helfen. Die schwimmende Aufbereitungsanlage Landysch soll beim Abpumpen des radioaktiv verseuchten Wassers aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins helfen.

03.04.2011

  • In Fukushima wird weiterhin radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Tepco will damit Platz schaffen, um in Tanks noch stärker verstrahltes Wasser speichern zu können. Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, dass bis Dienstagmittag (Ortszeit) rund 3430 Tonnen leicht belastetes Wasser in den Pazifik strömten. Insgesamt sollen 11.500 Tonnen abgelassen werden. Die Behörden gehen davon aus, dass sich inzwischen 60.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser im Keller der Reaktorgebäude sowie in unterirdischen Kanälen angesammelt hat.

05.04.2011

  • Japan hat ein riesiges Tankfloß in Bewegung gesetzt, um radioaktives Wasser aus dem AKW Fukushima 1 aufzufangen. Das sogenannte Megafloat legte am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in der Stadt Shimizu in der Provinz Shizuoka ab und wird zunächst in eine Werft in Yokohama gezogen. Dort soll es laut Nachrichtenagentur Jiji Press für den Einsatz an der Atomruine umgebaut werden. Das stählerne Tankfloß werde voraussichtlich nach dem 16. April in Fukushima eintreffen, hieß es. Es kann 10 Millionen Liter aufnehmen, ist 136 Meter lang und 46 Meter breit. Bislang wurde es im Hafen von Shimizu als schwimmende Insel für Angler benutzt.

06.04.2011

  • Seitdem Tepco begonnen hat, radioaktiv verseuchtes Wassers ins Meer zu leiten, werden auf Tokios berühmten Fischmarkt Tsukiji und auf anderen Märkten Fänge aus der Region rund um das havarierte AKW Fukushima zurückgewiesen. Wie dpa berichtet, seien die Fischer geschockt und wütend. Am gleichen Tag versprach ihnen Regierungschef Yukio Edano Schadensersatzgelder.
  • Wie der Stern berichtet, sind nun auch im Wasser der kanadischen Stadt Vancouver radioaktive Spuren aus dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima entdeckt worden. Die Werte seien allerdings verschwindend gering.
  • Die EU will schärfere Strahlengrenzwerte für importierte Lebensmittel aus Japan einführen. Wie EU-Kommissionspräsident Barosso am Dienstag vor dem Europaparlament mitteilte, sollten die Grenzwerte so lange gelten, bis durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt wurde, dass sie nicht mehr notwendig sind. Die neuen Grenzwerte könnten schon in der kommenden Woche in Kraft treten.
  • Die japanische Regierung will ihre gegenwärtigen Höchstgrenzen zur jährlichen Strahlendosis überdenken. Die bisher geltenden Bestimmungen seien darauf ausgelegt, dass Menschen nur während eines kurzen Zeitraums hoher Strahlung ausgesetzt sind. Auf Grund der Atomkrise im zerstörten Kernkraftwerk Fukushima 1 seien möglicherweise Anpassungen nötig. Dies sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch laut japanischen Medienberichten.

07.04.2011

  • Im Meer vor Fukushima ist die Strahlenbelastung auch nach Abdichten des Lecks weiter hoch. Der staatliche Nachrichtensender NHK meldete am Donnerstag, die Messwerte vom Mittwoch hätten eine um das 140 000-fach erhöhte Belastung mit dem radioaktiven Jod-131 ergeben. Tepco zufolge sei die Strahlung mit 5600 Becquerel pro Kubikzentimeter aber nur noch halb so hoch wie am Dienstag.
  • Wie n-tv berichtet, sind in Südkorea aus Angst vor radioaktivem Niederschlag einige Schulen geschlossen worden. Auch haben die Behörden vor Aufenthalten im Freien gewarnt.
  • Der Nordosten Japans ist erneut von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden. Das Beben hatte die Stärke 7,4 auf der Richterskala. Es ging eine Tsunami-Warnung hinaus. Im Atomkraftwerk Onagawa wurden bei dem Beben zwei von drei Leitungen beschädigt, die externe Stromversorgung damit beeinträchtigt. Dies sei der japanischen Atomsicherheitsbehörde zufolge jedoch unproblematisch. Nach Angaben des Fernsehsenders NHK schwappten bis zu 3,8 Liter leicht radioaktives Wasser aus den Abklingbecken. Darin lagern die verbrauchten Brennelemente aus den Reaktoren. Erhöhte Strahlung sei aber nicht gemessen worden.

08.04.2011

  • Nach Südkorea hat sich nun auch China besorgt darüber gezeigt, dass aus dem Atomkraftwerk Fukushima radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik geleitet wird. Man beobachte die Entwicklung in Japan sehr genau, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hong Lei, am Freitag. Japan sei gebeten, China rechtzeitig und umfassend über die aktuelle Lage in Fukushima zu unterrichten. Als Nachbarland sei China «natürlich besorgt» über die Situation, erklärte der Sprecher.

09.04.2011

  • Die radioaktive Verseuchung des Meerwassers vor der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima ist nach einem Medienbericht vom Samstag angestiegen. Der Betreiber des Atomkraftwerks, Tepco, teilte mit, am Donnerstag seien nördlich von Fukushima Eins in Meerwasserproben 110 Becquerel des radioaktives Jods-131 pro Kubikzentimeter festgestellt worden. Diese Zahl liege 2800mal höher als der Grenzwert.

11.04.2011

  • Greenpeace hat in bewohnten Gebieten rund um die Atomruine von Fukushima deutlich erhöhte Strahlenwerte gemessen. Experten der Umweltschutzorganisation hätten rund 60 Kilometer von dem havarierten Kraftwerk entfernt gesundheitsgefährdende Radioaktivität im Boden festgestellt, teilte Greenpeace am Montag mit.
  • Die japanische Regierung wird die Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima nun doch ausweiten. Das kündigte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag in Tokio an.

12.04.2011

13.04.2011

14.04.2011

15.04.2011

16.04.2011

  • Im Meerwasser vor dem havarierten Atomkraftwerk im japanischen Fukushima sind erneut stark erhöhte Strahlenwerte gemessen worden. Die Menge von radioaktivem Jod 131 sei 6.500 mal höher als der zulässige Wert, teilte die japanische Regierung am Samstag mit. Die Werte von Cäsium 134 und Cäsium 137 seinen in einer am Freitag gezogenen Probe vierfach überhöht. Verantwortlich für die erhöhten Werte könnte die Installierung von Stahlplatten zum Schutz vor Strahlung am Donnerstag gewesen sein, sagte der Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde, Hidehiko Nishiyama. Möglicherweise sei bei den Bauarbeiten radioaktives Material aufgewirbelt worden.

18.04.2011

  • Die Umweltorganisation Greenpeace hat vor einer weltweit steigenden Strahlenbelastung als Folge der Atomkatastrophe von Fukushima gewarnt. Der Plan des Kraftwerkbetreibers Tepco zur Bekämpfung des Unfalls in den kommenden neun Monaten beruhe auf unbekannten Grundlagen, erklärte der Greenpeace-Experte Christoph von Lieven. «Was Tepco hier sagt, ist einfach unseriös», sagte von Lieven der Nachrichtenagentur dpa. «Das einzige, was im Moment klar ist, ist, dass weiter Radioaktivität austritt.»

19.04.2011

  • In der japanischen Regierung wird derzeit darüber diskutiert, die 20 Kilometerzone rund um das Atomkraftwerk Fukushima dauerhaft zu sperren und den Zutritt komplett zu verbieten. Noch in der vergangenen Woche wurde berichtet, dass den Evakuierten erlaubt werden solle, in ihre Häuser zurückzukehren, um persönliche Gegenstände zu holen.

21.04.2011

  • Die japanische Regierung hat die Strahlengrenzwerte hochgesetzt. Kinder dürfen jetzt einer Dosis von 20 Millisievert (mSv) pro Jahr ausgesetzt werden. Zum Vergleich: In Deutschland ist für Erwachsene 1 Millisievert pro Jahr erlaubt. 20 Millisievert jährlich gelten für strahlenexponierte Personen – zum Beispiel Arbeiter in einem AKW.
  • Wie die Nachrichtenagentur Jiji-Press berichtet, hat die japanische Regierung beschlossen, dass Schulen und Spielplätze so lange geöffnet bleiben, wie die Strahlendosis unter freiem Himmel nicht mehr als 3,8 Microsievert pro Stunde beträgt. Damit wäre ein Mensch, der sich täglich acht Stunden draußen bewegt, innerhalb von einem Jahr einer Dosis von rund 20 Millisievert ausgesetzt.
  • Die japanische Regierung hat am Donnerstag die Evakuierungszone im Umkreis von 20 Kilometern rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi zum Sperrgebiet erklärt. Regierungssprecher Yukio Edano erklärte, die Maßnahme würde um Mitternacht in Kraft treten und diene dazu, den unkontrollierten Zugang zur Evakuierungszone zu unterbinden.
  • Die „Rainbow Warrior“, das Flaggschiff der Umweltorganisation Greenpeace, hat sich auf den Weg nach Japan gemacht, um rings um das Atomkraftwerk Fukushima eigene Messungen der Qualität des Meerwassers vorzunehmen.

22.04.2011

  • Ein japanischer Atomexperte hat heute in Beijing die chinesische Seite über den Unfall in Fukushima informiert. Dabei hat er die Gerücht, dass Japan Atomwaffen heimlich entwickelt, entschieden abgelehnt.

23.04.2011

  • Neue Probleme im AKW Fukushima: Die Wassermassen, die zum Kühlen der Reaktoren benötigt werden, könnten die Wände der Ruine aufweichen. Nun soll eine Mauer ins Erdreich gebaut werden – um die strahlenverseuchte Brühe dort zu halten.

25.04.2011

  • Nach der Atomkatastrophe in Fukushima sollen in Europa künftig nicht nur Fische aus japanischen Gewässern auf radioaktive Strahlung kontrolliert werden, sondern auch Fische aus einem größeren Gebiet. Den EU-Staaten habe die EU-Kommission empfohlen, auch Fisch aus dem gesamten nordwestlichen Pazifik zu testen, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag in Brüssel und bestätigte damit einen Bericht des «Hamburger Abendblatts».
  • 4000 Kühe, 30.000 Schweine und 630.000 Hühner lebten vor der Katastrophe in der Region um das havarierte Fukushima-AKW. Die Bewohner der Sperrzone wurden evakuiert, die Tiere blieben dort. Jetzt will die Regierung das hungernde Vieh töten lassen.

26.04.2011

  • Der Wert für Cäsium 134 und 137 wuchs etwa um das 250-fache im Vergleich zum März. Bei Jod 131 sei es etwa das Zwölffache gewesen. Dies meldet der japanische Fernsehsender NHK. Deswegen muss der AKW-Betreiber Tepco nach einigen Angaben der Beseitigung des radioaktiven Wassers Priorität einräumen. Wie japanische Medien unter Berufung auf Tepco am Dienstag weiter berichteten, steigt der Pegelstand des radioaktiv verseuchten Wassers weiter an. Es seien in den vergangenen Tagen jeweils wenige Zentimeter dazugekommen.
  • Die Atomunfälle von Fukushima und Tschernobyl sind nach Darstellung der japanischen Regierung nicht miteinander vergleichbar. „Es ist eindeutig, dass beide Fälle unterschiedlicher Natur sind“, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag anlässlich des 25. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Die in Fukushima freigesetzte Radioaktivität stelle nur ein Zehntel der Menge dar, die am 26. April 1986 in Tschernobyl ausgetreten sei. Zudem sei in Japan eine Explosion von Reaktoren verhindert worden. Dort hatte es nach dem Ausfall der Kühlsysteme aber mehrere Wasserstoffexplosionen in den Reaktoren gegeben.

28.04.2011

  • Auf dem Gelände des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist eine Arbeiterin hoher Strahlung ausgesetzt worden, die über dem mehr als Dreifachen des erlaubten Grenzwerts liegt. Die Angestellte der Betreiberfirma Tepco sei einer Strahlung von 17,55 Millisievert ausgesetzt worden, teilt das Unternehmen am Mittwoch mit. Die offizielle Höchstgrenze für Frauen liegt bei fünf Millisievert pro Monat. Die Frau, die für logistische Aufgaben eingesetzt worden war, habe ebenso wie die anderen rund zwanzig in Fukushima eingesetzten Frauen das Gelände zwölf Tage nach dem Beginn des Unglücks am 11. März verlassen, erklärte Tepco.
  • Bei zwei Fischproben und bei Spinat sind in der Nähe des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima erhöhte Wert radioaktiven Cäsiums gefunden worden. Wie der Fernsehsender NHK am Donnerstag waren die Wert fünf- bis sechsmal höher, als gesetzlich erlaubt. Beim Spinat seien es etwa doppelt soviel Becquerel wie zulässig gewesen.
  • Die japanischen Behörden haben nach Angaben von Greenpeace der Umweltorganisation die Erlaubnis für Strahlungstests vor der Küste verweigert. Das Schiff „Rainbow Warrior“ sei in Tokio eingetroffen, doch habe es keine Erlaubnis erhalten, in den japanischen Hoheitsgewässern Untersuchungen vorzunehmen, erklärte Greenpeace am Donnerstag. Dabei seien unabhängige Tests des Seewassers und der Meerestiere in den durch die Strahlung aus dem schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima bedrohten Gebieten extrem wichtig, sagte der Direktor von Greenpeace Japan, Junichi Sato.

01.05.2011

  • An der Atomruine von Fukushima ist eine weitere Arbeiterin stärker als zulässig verstrahlt worden. Wie der Stromkonzern Tepco am Sonntag mitteilte, bekam die Frau eine Strahlendosis von 7,49 Millisievert ab. Erlaubt seien 5 Millisievert innerhalb von drei Monaten. Bei welcher Tätigkeit in dem Kraftwerk die Frau der Radioaktivität ausgesetzt war, wurde nicht bekannt.

03.05.2011

  • Die Radioaktivität im Meeresgrund vor dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins liegt 100- bis 1000-fach höher als im Normalfall. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag unter Berufung auf den Fukushima-Betreiber Tepco (Tokyo Electric Power Co.).

04.05.2011

  • Ein leicht radioaktiv verstrahlter Schiffscontainer aus Japan ist in Belgien angekommen. Bei einer Routinekontrolle im Hafen von Zeebrügge sei das radioaktive Cäsium-137 bereits am Dienstag festgestellt worden, sagte eine Sprecherin der belgischen Atom-Aufsichtsbehörde am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings sei der gemessene Wert «sehr niedrig». «Es besteht keine Gesundheitsgefahr», ergänzte die Sprecherin.
  • Sie sollen die Luftfilter reparieren und dann am Kühlsystem arbeiten: Erstmals nach der Havarie des japanischen Atomkraftwerks Fukushima haben Arbeiter ein Reaktorgebäude betreten. Die Radioaktivität in Block 1 ist zwar gesunken – doch jeder Einsatz darf nur zehn Minuten dauern.

07.05.2011

  • Knapp zwei Monate nach Beginn der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima sind neue Pannen im Krisenmanagement bekanntgeworden. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco berichtete, sei erst kürzlich damit begonnen worden, die etwa 800 in dem havarierten Atomkraftwerk eingesetzten Arbeiter regelmäßig medizinisch zu untersuchen. Als Grund wurde eine Anordnung des Gesundheitsministeriums genannt, in der Untersuchungen zunächst erst nach Ende der Krise verlangt wurden – offensichtlich in der Erwartung, dass diese nicht so lange andauere.

09.05.2011

  • Tepco hat erklärt, zum ersten Mal seit dem Unfall sei rund um die Reaktorblöcke radioaktives Strontium gefunden worden. Bis zu 570 Becquerel Strontium 90 wurden in Bodenproben nachgewiesen, die bereits am 18.April gezogen wurden. Damit liegen die Werte 130mal höher als vor der Katastrophe, berichtet NHK. (taz)
  • Tepco setzt seine Anstrengungen fort, den Boden rund um die Blöcke zu versiegeln: Ferngesteuerte Maschinen haben nach Informationen der deutschen „Gesellschaft für Reaktorforschung“ (GRS) inzwischen tausende von Quadratmetern auf dem Betreibsgelände mit einem Klebemittel besprüht, um die strahlenden Partikel am Boden festzukleben und sie nicht vom Wind verwehen zu lassen. (taz)

10.05.2011

  • In Japan sind erstmals Bewohner der Sperrzone um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima mit staatlicher Genehmigung kurzzeitig in ihre Häuser zurückgekehrt. Mit einem Regierungsbus wurden die in weiße Schutzanzüge, Brillen und Handschuhe gekleideten Flüchtlinge aus dem Dorf Kawauchi am Dienstag in die 20 Kilometer um die Atomruine verhängte Zone gebracht, wie lokale Medien berichteten. Während ihres zweistündigen Aufenthalts trugen die 92 Bewohner eine 70 mal 70 Zentimeter große Plastiktasche mit sich, mit der sie Habseligkeiten wie Fotos oder Unterlagen einsammeln konnten. (dpa)
  • Der Betreiber der Atomruine in Fukushima kürzt seinen Managern angesichts der andauernden Krise die Gehälter noch weiter. Der Chef des Atomkonzerns Tepco, Masataka Shimizu, kündigte am Dienstag an, die Bezüge noch stärker als bisher zu kürzen und weitere Anlagevermögen des Konzerns abzustoßen. Tepco hatte anfänglich geplant, seinen Vorstandsmitgliedern 50 Prozent der Bezüge zu kappen, 25 Prozent bei Mitarbeitern in Managerposten und 20 Prozent bei anderen Beschäftigten. Die japanische Regierung fordert jedoch laut Medien weitergehende Umstrukturierungen des Konzerns. So solle möglicher Kritik zuvorgekommen werden, sollte Tepco die Stromgebühren erhöhen wollen, um die zu erwartenden horrenden Entschädigungssummen zu bezahlen. (dpa)

11.05.2011

  • Die niederländischen Gesundheitsbehörden haben im Hafen von Rotterdam 19 radioaktiv belastete Container aus Japan aufgehalten. Wie eine Sprecherin am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurden die Behälter bereits am vergangenen Donnerstag aufgespürt und zurückgehalten. Fünf Container, bei denen die Strahlung über dem zulässigen Grenzwert von vier Becquerel pro Quadratzentimeter gelegen habe, stünden weiterhin im Hafen. Die anderen 14 Behälter seien wieder freigegeben worden, sagte die Sprecherin. Bei einem der fünf festgehaltenen Container wies die Außenhülle demnach einen Strahlungswert von sechs Becquerel pro Quadratzentimeter auf.

12.05.2011

  • Radioaktivitätsmessungen von Greenpeace an Algen vor Japans Ostküste haben hohe Kontaminationen ergeben. Von Bord des Greenpeace-Schiffes Rainbow Warrior und vom Ufer aus hatte die Umweltschutzorganisation Algen-Proben gesammelt und mit dem Geigerzähler untersucht. Zehn von 22 Proben wiesen Werte von mehr als 10.000 Becquerel pro Kilogramm auf. Die radioaktive Kontamination liegt damit um mehr als das Fünffache über dem Grenzwert. Die unabhängige Umweltschutzorganisation fordert die Behörden auf, die für den Verzehr bestimmten Algen umfassend auf radioaktive Belastungen zu untersuchen. In den Küstengewässern vor Fukushima soll am 20. Mai mit der Ernte begonnen werden.

14.05.2011

  • Im japanischen Fukushima ist am Samstag ein Arbeiter gestorben. Der etwa 60-Jährige sei bewusstlos geworden und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco, Taichi Okazaki, mit. Dort sei er für tot erklärt worden. Dem Sprecher zufolge wurden am Arbeitsplatz des Mannes keine erhöhten radioaktiven Werte gemessen. Die Radioaktivität habe bei 0,17 Millisievert gelegen und damit weit unter der in den Sicherheitsbestimmungen der Firma festgeschriebenen Grenze von fünf Millisievert. (dpa)
  • In einem Klärwerk der japanischen Hauptstadt Tokio ist Ende März hochradioaktive Asche entdeckt worden. Die Asche, die eine nicht näher identifizierte Substanz mit einer Radioaktivität von 170.000 Becquerel pro Kilogramm enthielt, stammte aus der Müllverbrennungsanlage des Klärwerks im östlichen Stadtteil Koto, wie am Samstag die Tageszeitungen „Nikkei“ and „Sankei“ unter Berufung auf Vertreter der Stadtverwaltung berichteten. (news.yahoo.de)

15.05.2011

  • Mehr als zwei Monate nach der Atomkatastrophe in Japan müssen weitere Menschen ihre Häuser verlassen. Ab Sonntag wurden auf Anweisung der Regierung zunächst rund 5000 Bewohner aus dem Dorf Iidate-mura und der Stadt Kawamata-cho umgesiedelt. Beide Ortschaften liegen außerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone rund um das stark beschädigte Atomkraftwerk Fukushima, dort war aber immer wieder eine erhöhten Strahlenbelastung gemessen worden. Als erste mussten Schwangere und Familien mit kleinen Kindern ausziehen. Sie werden vorerst in öffentlichen Wohnungen, Hotels und anderen Notunterkünften wohnen.

18.05.2011

  • In der Muttermilch von fünf Frauen in Tokio und zwei weiteren Präfekturen in Japan sind geringe Menge radioaktiver Substanzen gefunden worden. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch unter Berufung auf die Untersuchung einer Bürgerinitiative berichtete, wurden bei einer Frau minimale Mengen an radioaktivem Jod 131 und bei vier weiteren Frauen Cäsium-Isotope festgestellt. Insgesamt sei die Muttermilch von 41 Frauen untersucht worden, die Proben stammten aus dem Zeitraum vom 22. April bis 5. Mai.

19.05.2011

  • Radioaktiv verseuchtes Weidegras haben japanische Behörden im weiteren Umkreis des zerstörten Atomkraftwerkes von Fukushima gefunden. Experten der Provinz Miyagi entdeckten rund 60 Kilometer nördlich der Atomruine eine Belastung des Grases, die das Fünffache des erlaubten Grenzwertes überschritt. Ein Kilogramm der Probe war mit 1 530 Becquerel Cäsium belastet, wie Behördenvertreter am Donnerstag sagten. Gesetzlich erlaubt seien in Japan maximal 300 Becquerel. Der Fundort liegt weit außerhalb der Sperrzone, die um den Unglücksort eingerichtet wurde.

23.05.2011

  • Wütende Eltern haben in Japan gegen eine Erhöhung der Grenzwerte für radioaktive Strahlung an Schulen protestiert. Rund 400 Demonstranten, viele von ihnen aus der Gegend um das bei dem Erdbeben am 11. März schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima, versammelten sich am Montag vor dem Bildungs- und Wissenschaftsministerium in Tokio. Sie protestierten gegen die von der Regierung beschlossenen neuen Grenzwerte, die eine Strahlung von bis zu 20 Millisivert pro Jahr zulassen.

25.05.2011

  • Nach einem Bericht des NHK wurde über dem Bereich von Reaktor 1 ein Wert von 360 Bq Cäsium/m3 Luft gemessen, der den Höchstwert somit um das 18-fache übersteigt. Bei Reaktor 4 in dem Brennstäbe gelagert werden, betrugen die gemessene Werte das 7,5-fache des Grenzwertes.

27.05.2011

  • Greenpeace-Umweltaktivisten haben in Meeresfrüchten nahe dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima hohe Strahlenbelastungen gemessen. Bei 14 von 21 untersuchten Proben hätten die radioaktiven Partikel die gesetzlichen Grenzenwerte für den Verzehr überschritten, teilte die Umweltorganisation am Donnerstag mit. Zu den analysierten Lebensmitteln gehörten Seetang und Krebstiere.

30.05.2011

  • Bei zwei Arbeitern des beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima sind in der Schilddrüse hohe Werte radioaktiven Jods festgestellt worden. Das teilte der Kraftwerksbetreiber Tepco mit. Japanischen Medienberichten zufolge wurden die Männer möglicherweise einem Radioaktivitätsniveau über dem zulässigen Jahresgrenzwert ausgesetzt. Bei einer Untersuchung der Arbeiter durch die staatliche Atomaufsichtsbehörde seien zehn mal so hohe Werte radioaktiven Jods 131 wie bei anderen Arbeiten festgestellt worden. Bislang waren noch keine Fälle von Arbeitern bestätigt worden, die Werten über dem zulässigen Grenzwert ausgesetzt wurden. Die beiden Arbeiter von etwa 30 und 40 Jahren arbeiteten im März und April an verschiedenen Standorten in dem Atomkraftwerk und waren dort auch am Tag des schweren Erdbebens am 11. März und den Folgetagen tätig.

03.06.2011

  • Japan hat wegen erhöhter Radioaktivitätswerte grünen Tee aus vier Präfekturen verboten. Betroffen sei der Tee aus Teilen der Regionen Tochigi, Chiba und Kanawaga sowie aus der gesamten Ibaraki-Präfektur, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News am Donnerstag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Stichproben hätten die erhöhten Werte aufgezeigt.

04.06.2011

  • Im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima steigt die radioaktive Strahlung. Wie der Betreiber Tepco am Samstag mitteilte, wurde im Reaktorgehäuse von Block 1 eine Strahlenhöhe von bis zu 4000 Millisievert pro Stunde gemessen. Das sei die höchste bisher in der Luft gemessene Radioaktivität in dem zerstörten AKW. Die hohe Strahlung hatte ein Roboter in der südöstlichen Ecke des Gebäude gemessen, zitierte die Agentur Kyodo den AKW-Betreiber. Aus einer Öffnung im Boden für ein Rohr, das durchs Gebäude führt, sei Dampf ausgetreten. Das Rohr selbst sei aber unbeschädigt. Der Dampf scheint aus dem Druckkessel zu kommen, wo sich Kühlwasser angesammelt haben soll. Genaueres wollte Tepco prüfen. Die Messdaten bedeuten, dass die Arbeiter innerhalb von nur vier Minuten der höchsten zulässigen Strahlendosis von 250 Millisievert pro Jahr ausgesetzt wären.

05.06.2011

  • In Namie City, 30 Kilometer von der Sperrzone um das schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima entfernt, ist ein weißes Kaninchen geboren worden, dem beide Ohren fehlen. Nach Angaben des Besitzers Yuko Sugimoto kam das Jungtier am 7. Mai auf die Welt. Nun wird darüber spekuliert, ob der angeborene Defekt des Tieres mit der Radioaktivität zusammenhängen könnte, die aus dem Krisen-AKW austritt, und Vorbote weiterer Missbildungen bei neugeborenen Tieren und auch Menschen sein könnte.

08.06.2011

  • Der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco will jetzt auch radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Atomkraftwerk Fukushima 2 ins Meer leiten. Es gehe um rund 3000 Tonnen leicht verstrahltes Wasser, das bei dem Tsunami Mitte März in die Atomanlage geschwappt war, wie ein Unternehmenssprecher am Mittwoch sagte.

09.06.2011

  • Bei Bodenproben im japanischen Katastrophengebiet sind nun auch Spuren von radioaktivem Strontium entdeckt worden. Der gefährliche Stoff sei an elf verschiedenen Standorten in der Provinz Fukushima gefunden worden, wo auch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Eins (Daiichi) steht, gab das Wissenschaftsministerium am Donnerstag bekannt. Nach Aussagen der Atomaufsichtsbehörde sei es aber unwahrscheinlich, dass das Strontium eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt, meldete die Agentur Kyodo. Wissenschaftler sprechen bei Strontium auch von einem „Knochenkiller“. Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen.

10.06.2011

  • Die Umweltorganisation Greenpeace hat die japanische Regierung aufgefordert, Kinder und schwangere Frauen aus der Stadt Fukushima umzusiedeln. Die Regierung solle die Umzüge „finanziell und logistisch voll unterstützen“, verlangte die Organisation am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Tokio. Die Stadt Fukushima, Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur, liegt etwa 60 Kilometer entfernt von der Atomanlage, die durch das Erdbeben und den Tsunami vom 11. März zerstört wurde. Greenpeace erklärte weiter, die eigenen Messwerte für Radioaktivität in der Region entsprächen in etwa denen der Regierung – doch seien daraus völlig andere Schlüsse zu ziehen, vor allem hinsichtlich der Gesundheitsgefahren für Kinder.

14.06.2011

  • Nach der Atomkatastrophe wollen die Behörden der japanischen Stadt Fukushima rund 34.000 Kinder mit Dosimetern ausstatten, um die besorgten Familien zu beruhigen. Wie das Bildungsbüro der Stadt mitteilte, sollen die Messgeräte im September für drei Monate an Kinder zwischen vier und 15 Jahren verteilt werden. Sie sollen sie demnach rund um die Uhr tragen. Zwar gebe es an bestimmten Orten bereits Messungen, die Familien seien aber dennoch beunruhigt, wie sich die eventuelle Strahlung bei ihren eigenen Kindern auswirke, sagte ein Behördenvertreter. Die Behörden hofften nun, den Eltern mit den Dosimetern die Angst nehmen zu können.

15.06.2011

  • Japanische Walfänger haben bei zwei im Pazifik getöteten Zwergwalen Spuren von Radioaktivität entdeckt. Die beiden kürzlich vor der japanischen Nordinsel Hokkaido gefangenen Wale wiesen 31 beziehungsweise 24,3 Becquerel radioaktiven Cäsiums pro Kilogramm auf, wie ein Fischereibeamter erklärte.
  • Im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi sind möglicherweise sechs weitere Arbeiter verstrahlt worden. Darauf deuteten erste Untersuchungsergebnisse hin, wie das Gesundheits- und Arbeitsministerium in Tokio am Montag mitteilte. Damit würde die Zahl der verstrahlten Arbeiter auf acht steigen. Es handelt sich um drei Beschäftigte der Kontrollräume in den Reaktoren 3 und 4 sowie fünf Arbeiter, die nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom 11. März mit der Wiederherstellung der Stromversorgung beschäftigt waren.

16.06.2011

  • Die japanische Regierung erwägt eine erneute Ausweitung der Evakuierungsgebiete um die Atomruine Fukushima. „Wir werden in naher Zukunft zu einer Entscheidung kommen“, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch dazu laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Wegen der langfristigen Strahlenbelastung waren bereits zuvor Einwohner einiger Gemeinden außerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone um das AKW Fukushima zum Verlassen der Häuser aufgefordert worden.

17.06.2011

  • Rund drei Monate nach der Atomkatastrophe in Fukushima ist in Frankreich radioaktiv verseuchter grüner Tee aus der japanischen Provinz Shizuoka aufgetaucht. Bei einer Einfuhrkontrolle am Pariser Flughafen Charles de Gaulle wurde in einer Lieferung radioaktives Cäsium nachgewiesen, wie die französische Generaldirektion für Verbraucherschutz (DGCCRF) am Freitag mitteilte. Die Belastung habe mit 1.038 Becquerel pro Kilogramm mehr als doppelt so hoch gelegen wie erlaubt. Der europäische Grenzwert für Cäsium liegt für grünen Tee bei 500 Becquerel pro Kilogramm.

19.06.2011

  • Wegen eines Defekts in einer Aufbereitungsanlage kann vorerst kein hoch radioaktives Wasser mehr gereinigt werden. Schon nach wenigen Stunden fiel eine Komponente aus, die einen Monat hätte halten sollen. Als Grund für das technische Problem nahm das Unternehmen an, dass entweder besonders stark verseuchter Dreck in die Wasserwiederaufbereitungsanlage eingedrungen ist und sie verschmutzt hat oder dass das verstrahlte Wasser höhere Strahlenwerte aufweist als bisher gemessen. Es war zunächst unklar, wann die Reinigung des Wassers weitergehen kann. Die mit französischer und US-Technologie gebaute Wiederaufbereitungsanlage soll die bis zu 100.000 Tonnen Wasser reinigen, die nach der Havarie zur Kühlung der Reaktoren eingesetzt wurden.
  • In der bayerischen Staatsoper gibt es einen heftigen Disput über die geplante Konzertreise im Herbst nach Japan. Etliche der rund 400 Mitarbeiter, die mitreisen sollen, wehren sich dagegen: Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima fürchten sie sich vor den Folgen der radioaktiven Strahlung. Möglicherweise würde ein Viertel der Belegschaft nicht mitreisen, heißt es in Kreisen der Beschäftigten.

24.06.2011

  • Als Mittel gegen die radioaktive Verseuchung nach dem Atomunfall in Fukushima sollen die Japaner nun Sonnenblumen pflanzen. Die Samen der Blumen sollten dann im kommenden Jahr in dem radioaktiv verseuchten Gebiet rund um die Unglücksreaktoren gepflanzt werden und so bei der Dekontaminierung der Region im Nordosten des Landes helfen, erklärte eine Kampagne von Jungunternehmern und Behördenmitarbeitern. Die Sonnenblumen sollten außerdem ein Symbol der Hoffnung und des Wiederaufbaus der Region sein.

12.07.2011

  • Fleisch von sechs verstrahlten Rindern wurde im Mai und Juni von einem Fleischverarbeitungsbetrieb in Tokio an mindestens zehn Provinzen ausgeliefert, berichteten japanische Medien am Dienstag. Die Tiere kamen von einem Bauernhof in der Nähe des Katastrophenmeilers in Fukushima 250 Kilometer nördlich von Tokio und wurden angeblich mit verstrahltem Heu gefüttert. Im Heu wurde das 56-fache der erlaubten Menge an radioaktivem Cäsium entdeckt. (dpa)
  • Etwa 45 Prozent von 1.080 untersuchten Kindern unter 15 Jahren aus der japanischen Präfektur Fukushima wurden positiv auf eine radioaktive Bestrahlung der Schilddrüse getestet. Die Untersuchungen wurden zwischen dem 26. und 30. März in Folge der Kernschmelze in Fukushima durchgeführt und inzwischen veröffentlicht. Das Ergebnis kann als repräsentativ angesehen werden. Diejenigen Kinder, die positiv getestet wurden, waren der Strahlung mehrheitlich etwa 0,04 Mikrosievert pro Stunde oder weniger ausgesetzt. Am schwersten verstrahlt war ein Einjähriger, bei dem 0,1 Mikrosievert pro Stunde gemessen wurden. Der von der Regierung skrupellos festgelegte Grenzwert liegt bei 0,2 Mikrosievert, sodass bei keinem der Kinder weitere Notuntersuchungen durchgeführt werden. (rf-news.de)

31.07.2011

  • Das Meer östlich und südöstlich von Fukushima ist stark radioaktiv worden verseucht. Zu diesem Schluss ist eine Untersuchungskommission des chinesischen maritimen Amts gekommen. Die Gruppe untersuchte die Gewässer vor Fukushima in der zweiten Junihälfte. In der Atmosphäre wurden Strahlungswerte im normalen Bereich gemessen. Alle im Meer entnommenen Stichproben enthielten hingegen radioaktive Spuren, die vom Unfall im Atomkraftwerk Fukushima 1 herrühren. (german.cri.cn)

02.08.2011

  • Die Atomruine Fukushima-Daiichi ist offenbar in weitaus größerem Umfang stark verstrahlt als bisher bekannt. Wie der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf die Betreiberfirma Tepco berichtet, wurde am Dienstag im Reaktorgebäude von Block 1 der Anlage eine Strahlung von fünf Sievert pro Stunde gemessen. Dies sei der höchste „innerhalb eines Kraftwerksgebäudes“ ermittelte Wert seit Beginn der Reaktorkatastrophe im März. In den vergangenen Tagen war zwar über Werte von mehr als zehn Sievert pro Stunde berichtet worden. Sie waren jedoch außerhalb, an einem von den Reaktorgebäuden wegführenden Rohr gemessen worden. (dapd)

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