300 fordern beim Gronauer Ostermarsch „Atomwaffen ächten, Urananreicherung stoppen!“

Mit ca. 300 Menschen begann am Karfreitag (19. April) in Gronau der Auftakt der diesjährigen Ostermärsche. Unter dem Motto „Atomwaffen ächten, Urananreicherung stoppen! Zivile Konfliktlösungen statt Aufrüstung und Rüstungsexporte“ zogen die DemonstrantInnen zur bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage des internationalen Urenco-Konzern, an dem auch RWE und Eon beteiligt sind.

Auch aus den Niederlanden und Belgien kamen TeilnehmerInnen und RednerInnen. Die maroden Reaktoren in Tihange und Doel werden mit angereichertem Uran aus Gronau betrieben, auf diese Mitverantwortung beim AKW-Betrieb machten Marc Alexander und Leo Tubbax aus Belgien aufmerksam und forderten einen Stopp der Uran-Exporte.

Urananreicherung weltweit stoppen – Atomwaffenverbot durchsetzen

Die Friedens- und Anti-Atomkraft-AktivistInnen kritisieren, dass der Erhalt und Ausbau der Urananreicherung in Deutschland und weltweit zur unverantwortlichen Fortsetzung der Atomenergienutzung sowie zum neuerlich angeheizten nuklearen Wettrüsten beiträgt. Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen forderte deshalb in seiner Rede die sofortige Beendigung der Urananreicherung in Gronau und weltweit – sowie die Umsetzung des von der Friedensnobelpreisträgerin ICAN initiierten Atomwaffenverbotsvertrags.

ICAN kritisiert Proliferationsgefahr durch Urenco

Jüngst hatte Urenco angekündigt in den USA mit Billigung der Bundesregierung auf zivil-militärisch äußerst brisante 19,75% Uran235 anreichern zu wollen. Für Brennelemente sind eigentlich nur ca. 5 % normal. Ab einem Anreicherungsgrad von 20 % Uran 235 gilt Uran als atomwaffentauglich. ICAN-Vorstandsmitglied Felix Werdermann erklärte dazu in seiner Rede: „Die Technologie der Urananreicherungsanlage ist geeignet, um atomwaffenfähiges Material herzustellen. Der Betrieb der Anlage ist daher ein echtes Proliferationsrisiko!“

Die Europa-Vorsitzende der internationalen Ärzte-Organisation IPPNW, Dr. Angelika Claussen, beklagte zudem: „Der Urananreicherer Urenco hat in den letzten Jahren versucht, US-Atomkraftwerke zu beliefern, die dem US-Atomwaffenprogramm zuarbeiten. Das hat nichts mehr mit einer zivilen Nutzung der Urananreicherung zu tun. Leider billigt die Bundesregierung dieses skandalöse Vorgehen. Wir rufen Urenco und Bundesregierung hier dringend zur Beendigung der Urananreicherung auf.“

ICAN und IPPNW sind jeweils mit Friedensnobelpreis-Träger.

Kein atomwaffenfähiger Atommüll von Garching nach Ahaus“

Hartmut Liebermann von der BI Ahaus wies auch darauf hin, dass hochangereichertes Uran auch in zivilen Reaktoren eine große militärische und zivile Gefahr ist. So wird im Forschungsreaktor Garching hochangereichertes Uran eingesetzt, dessen Atommüll nun immer noch atomwaffenfähig ist und ab Herbst 2019 nach Ahaus gebracht werden soll. Die Anti-Atomkraft- und FriedensaktivistInnen kündigten Proteste gegen die geplanten Castor-Transporte an und forderten ernsthafte Problemlösungen und einen echten Atomausstieg statt Atommülltransporte und unbegrenzte Urananreicherung.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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