Brennelementefabrik erfolgreich blockiert

Heute am 21.01.19 haben Aktivist*innen von Contratom die Brennelementefabrik der Firma Framatome-ANF (ehemals Areva-ANF) für mehrere Stunden erfolgreich blockiert. Die Aktion stand im Kontext des 40 jährigen Bestehens der Brennelementefabrik und dem Brand im nuklearen Bereich der Fabrik.

Gegen 5:30 Uhr wurden zwei Metalldreibeine vor die Zufahrt des Werksgeländes gestellt, welche zwei Aktivist*innen emporkletterten um die Räumung zu erschweren. Die Zufahrt mit Fahrzeugen zum Werksgelände war ab diesem Zeitpunkt nicht über die Hauptzufahrtstraße mehr möglich. Zwischen den Dreibeinen wurde ein Banner mit der Aufschrift „Atomkraft brandgefährlich“ gespannt. Auf dem Boden wurden gelbe Atomfässer und eine Feuertonne gegen die kalten Temperaturen platziert.

Etwa 15 Minuten später kamen mehrere Streifenwagen der Polizei zu der Aktion. Die Polizist*innen fingen ziemlich schnell an den Aktivist*innen am Boden ohne eine rechtliche Begründung Banner und wärmendes Material (Tee und Isomatten) zu entwenden. Ein Polizist versuchte sogar einem Aktivisten die Mütze vom Kopf zu reißen. Die Mitarbeiter*innen der Brennelementefabrik konnten seitlich an der Blockade passieren. Einige der Mitarbeiter*innen fühlten sich scheinbar durch die Anwesenheit der Aktivist*innen so provoziert, dass sie gefährdend versuchten sich zwischen den Dreibeinstangen durchzudrücken obwohl keinerlei personalisierte Provokation von den Aktivist*innen ausging.

Gegen 9:30 Uhr erschien eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei aus Osnabrück und ein Sondereinsatzkommando aus Hannover um die Räumung der Blockade vorzubereiten. Außerdem wurde von der benachbarten Firma „Rosen Technology and Research GmbH“ ein Gabelstapler ausgeliehen, welcher von einem Mann in Thor Steinar Klamotten, einer rechtsextremen Kleidermarke, gefahren wurde. Vermutlich hatte der Gabelstaplerfahrer keine Erlaubnis Menschen in dem Korb des Gabelstaplers zu befördern. Die Bereitschaftspolizei räumte zuerst in unprofessioneller Art und Weise die Aktivist*innen am Boden. Auch jene, die zur Verhinderung eines möglichen Kippens des Dreibeins an den Füßen standen, wurden geräumt.

Danach räumten Beamten des SEK die beiden Aktivist*innen aus den Dreibeinen mithilfe des Gabelstaplers. Gegen 10:30 Uhr hatten diese die beiden Aktivist*innen zu Boden gebracht. Nach Identitätsfeststellung der Aktivist*innen wurden Platzverweise gegen alle Aktivist*innen ausgesprochen.

Eines bleibt im Gegensatz zu Atomkraft sicher: Solange die Brennelementefabrik weiter betrieben wird, werden Aktivist*innen immer wieder kommen und sich der Atomindustrie in den Weg stellen!

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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