AtomkraftgegnerInnen kritisieren Endlagersuche: „Bundesregierung blendet Gronauer Uranmüll aus“

Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kritisieren scharf die Endlagersuche der Bundesregierung: Weder die rasant wachsende Menge des Uranmülls aus der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau noch die hochradioaktiven Brennelementekugeln aus den ehemaligen Hochtemperaturreaktoren in Hamm und Jülich sollen für die Endlagersuchkommission eine Rolle spielen.

„Die Bundesregierung blendet den brisanten Atommüll aus NRW einfach aus, weil er nicht in die willkürlich von der Bundesregierung selbst festgelegten Suchschablonen passt – das macht die jetzige Endlagersuche sehr fragwürdig,“ kritisierte Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Für den 18. April rufen Anti-Atomkraft- und Friedensinitiativen sowie der BBU zu einem Ostermarsch an der Gronauer Urananreicherungsanlage auf.

Sowohl die Entsorgung der hochradioaktiven Brennelementekugeln aus Hamm und Jülich wie des Gronauer Uranmülls ist völlig ungeklärt. Die Hammer und Jülicher Brennelementkugeln lagern derzeit in rund 450 Castoren im Zwischenlager Ahaus und im Forschungszentrum Jülich. Sie sollen nicht mit anderen Brennelementen endgelagert werden, eine Alternative wird aber nicht gesucht.

Blockade der UAA Gronau, 22.07.2013; Bild: nirgendwo.info

Blockade der UAA Gronau, 22.07.2013; Bild: nirgendwo.info

Andererseits soll der abgereicherte Uranmüll aus Gronau mit den bislang für Gorleben vorgesehenen abgebrannten Brennelementen endgelagert werden. Denn aus „wasserrechtlichen Gründen“ kann nach Angaben der NRW-Landesregierung abgereichertes Uran nicht zusammen mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll in einem Endlager untergebracht werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz geht von nicht weniger als 100 000 m³ Uranmüll aus, für die abgebrannten Brennelemente von einem Volumen von 29 000 m³. Die Bundesregierung vertagt das Thema Uranmüll jedoch und die NRW-Landesregierung will sich damit erst wieder „nach Annahmebereitschaft eines Endlagers“ beschäftigen, also frühestens in 20 Jahren.

„Der Umgang mit dem Gronauer Uranmüll ist grob fahrlässig. Bundes- und Landesregierung verdrängen das Problem, weil sie keine Lösung haben. Für einen echten Neustart bei der Entsorgung muss der gesamte Atommüllberg ins Visier genommen werden. Außerdem muss die Neuproduktion von Atommüll durch die sofortige Stilllegung der UAA Gronau gestoppt werden,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Das Problem verschärft sich dadurch, dass in Gronau in Kürze ein neues Uranmüll-Zwischenlager für bis zu 60.000 Tonnen Uranoxid auf dem Gelände der UAA Gronau eröffnet werden soll. Die Lagergenehmigung ist zeitlich nicht befristet, sodass mit einer Dauerlagerung zu rechnen ist. Nach Angaben der Bundesregierung ist in Zukunft alle zehn Betriebsjahre in Gronau ein weiteres Uranmülllager notwendig, um den bislang unbefristeten Betrieb der UAA Gronau aufrechtzuerhalten. Gronau steuert auf ein Atommüll-Desaster zu.

  • 60.000 Tonnen Atommüll: Gronauer Uran-Dauerlager kurz vor Eröffnung
    26. März 2014 – Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) gehen davon aus, dass das neue Uranmüll-Zwischenlager für bis zu 60.000 Tonnen Uranoxid (U308) auf dem Gelände der Gronauer Urananreicherungsanlage kurz vor seiner Eröffnung steht. Die Bundesregierung hatte zuletzt 2014 als Eröffnungsjahr angegeben und bereits für 2014 die ersten Transporte von Uranoxid von Frankreich nach Gronau angekündigt.

Quelle: PE Aktionsbündnis Münsterland, 02.04.2014

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