vor 35 Jahren: Gorleben Treck nach Hannover

25. – 31.03.1979: Vor 35 Jahren fand der legendäre „Gorleben Treck“ nach Hannover mit Abschlusskundgebung am 31. März 1979 in Hannover mit etwa 120.000 Menschen statt. „Ich weiß noch wie wir auf der Fahrt von Frankfurt am Main nach Hannover immer auf die Sprechnachrichten vom Autoradio lauerten, was mit dem Gau in Harrisburg / USA los war“, erinnert sich ein Atomkraftgegner.

1979: Treck nach Hannover, Bild: wendland-archiv.de / Torsten Schoepe

1979: Treck nach Hannover, Bild: wendland-archiv.de / Torsten Schoepe

Am 25. März 1979 starteten rund 20 Traktoren in Gedelitz, unweit des Atomomplexes Gorleben. Der Termin war gewählt worden, um bei der Anreise zum einwöchigen „Gorleben-Hearing“ in Hannover Aufmerksamkeit für den Protest zu bekommen. Am 28. März 1979 kam es zur teilweisen Kernschmelze im Atomkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg.

Wie bei Fukushima 2011 kam auch alles nur häppchenweise an Infos zum Atom Gau in Amerika rüber. Je näher wir nach Hannover kamen wuchs auch der Stau auf der Autobahn, so dass ein Atomkraftgegner auf Autobahn ausstieg und den Verkehr selbständig per Handzeichen lenkte und der Stau sich auflöste.

In Hannover angekommen, das Wetter wurde immer schlechter, spielte eine Anti-AKW-Musikgruppe auf dem Dach einer Straßenbahnhaltestellte Anti-AKW-Lieder. Gehört hat man keinen Ton, der Demo Lärm war einfach zu groß. Normale Bürger, die in den Häusern am Straßenrand wohnten hingen Anti-AKW-Transparente runter. (Transparente und Anti-AKW-Sonnen mussten damals noch selbst gemalt werden) Es regnete, dass war uns egal. Dann kam die beindruckende Rede von dem Bauern aus dem Wendland. Einmal stockte er leicht, positive Überbrückungsgemurmel von 120.000 Menschen. Dann „… was glaubt Ihr wohl, wenn wir uns alle hinsetzen würden“. Ein leises ironisches Gelächter von 120.000 Menschen … Kein Mensch hätte sich in dem Augenblick hingesetzt, der Boden war absolut regennass…

„Albrecht wir kommen!“

Der niedersächsische Ministerpräsident Albrecht verkündete einige Wochen nach dem Treck, dass eine Wiederaufbereitungsanlage im Wendland politisch nicht durchsetzbar sei. Am Endlager hielt er aber fest. Die erste Tiefbohrung für die Erkundung des Salzstocks Gorleben begann darauf am 5. Januar 1980. Die Bohrstelle 1003 wurde eingerichtet. Als Reaktion darauf besetzen 5.000 Menschen am 3. Mai die Bohrstelle 1004 und errichten ein Hüttendorf, die Republik Freies Wendland.

httpv://www.youtube.com/watch?v=MrZAfxXQb4M

  • Vor 35 Jahren: GAU im AKW Three-Mile Island
    28. März 2014 – Heute vor 35 Jahren begann die Katastrophe im US-Atomkraftwerk Three Mile Island – ein bis dahin undenkbares Szenario: auch westliche und als “sicher” gepriesene Atomkraftwerke sind ein unberechenbares und unbeherrschbares Risiko.

Textquelle (Auszug): Dieter Kaufmann, AK gegen Atomanlagen Frankfurt; gorleben-archiv.de

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