Technische Probleme im AKW Isar-2

Seit gestern ist das Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern nur noch mit reduzierter Leistung am Netz. Es gibt Probleme mit einem Transformator, der erst im vergangenen Sommer ersetzt und bereits im gebrauchten Zustand eingebaut wurde.

Rauchsäule über AKW Cattenom; Quelle: twitter / @wpmath

Trafobrand: Rauchsäule über französischem AKW Cattenom; Quelle: twitter / @wpmath

Einer der zwei Maschinentransformatoren, die den Strom aus dem AKW ins öffentliche 400kV-Höchstspannungsnetz einspeisen, wird laut Betreiber E.ON nach Problemen vorsorglich einem technischen Prüfprogramm unterzogen. Mit dem verbleibenden Maschinentransformator kann das AKW rund 1.000 Megawatt in das Höchstspannungsnetz einspeisen. Isar 2 verfügt über eine Nettoleistung von mehr als 1.400 Megawatt.

„Besonders interessant ist für mich die Frage, wieso man hier gebrauchte Geräte verwendet“, fragt die bayrische Landtagsabgeordnete der Grünen, Rosi Steinberger. „Ich will von der Bayerischen Atomaufsichtsbehörde wissen, was sie vom Einsatz gebrauchter Transformatoren hält, angesichts der Erfahrungen die man mit brennenden Transformatoren in deutschen Atomkraftwerken, darunter auch Krümmel, gemacht hat.“ Atomkraft bedeutet Risiko, der Ausstieg darf nicht in Frage gestellt werde, resümiert Steinberger.

Ende Juni 2013 war das AKW Isar-II außerplanmäßig vom Netz gegangen. Grund war die Auslösung eines Schutzmechanismus an einem der zwei Maschinentransformatoren.

2007 war es im Atomkraftwerk Krümmel zur Explosion eines Maschinentrafos gekommen. In der Folge ereigneten sich weitere Störfälle, so dass im Ganzen gesehen die Situation teilweise außer Kontrolle geraten war. Auch in Frankreich war erst kürzlich ein Trafo abgebrannt. In beiden Fällen hatten die Anlagenbetreiber beschwichtigt: das Ereignis habe sich im „konventionellen Teil“ des AKW zugetragen.

Atomkraftgegner warnen vor Verharmlosung: Ein Großbrand wie auf dem Gelände des AKW Krümmel bedeutet für die gesamte Anlage, auf der schließlich auch große Mengen hochgiftiger Atommüll gelagert werden, ein unkalkulierbares Risiko mit möglichen katastrophalen Folgen. Wenn Betreiber wissentlich gebrauchte Geräte installieren, wahrschenlich nur um Geld zu sparen, nehmen sie dieses Risiko billigend in Kauf.

  • Störfall im AKW Isar-2
    30. Juni 2013 – Das bayrische Atomkraftwerk Isar-2 ist am vergangenen Freitag störfallbedingt abgeschaltet worden. Laut Betreiber E.ON habe es Probleme an einem Maschienentransformator gegeben. Zusätzlich wurde am Samstag das AKW Gundremmingen-C vom Netz genommen.
  • heute vor 25 Jahren: Inbetriebnahme Atomkraftwerk Isar-II
    22. Januar 2013 – Das bayrische Atomkraftwerk Isar-II ist einer von neun Meilern, die in Deutschland noch in Betrieb sind. Die Atomlobby lobt das Kraftwerk gern als “modern”, einige Male ist es bereits “Weltmeister” in der Stromproduktion geworden. Die Liste an Störfälle und Kritik ist aber lang. Heute vor 25 Jahren wurde das AKW in Betrieb genommen.

Quellen (Auszug): regio-aktuell24.de, br.de; 18.03.2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv