Pannenreaktor Philippsburg 2 Störfall-Spitzenreiter 2013

Das baden-württembergische Atomkraftwerk Philippsburg 2 nimmt eine unrühmliche Spitzenstellung in der Pannenstatistik aller neun bundesweit noch laufenden AKW für das Jahr 2013 ein. Das geht aus Recherchen der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt hervor. Atomkraftgegner fordern sofortige Stilllegung.

Störfälle in deutschen AKW seit Betriebsbeginn

Störfälle in deutschen AKW seit Betriebsbeginn

Im Philippsburger Druckwasserreaktor kam es 2013 zu 17 veröffentlichten „meldepflichtigen Ereignissen“. Betroffen davon waren das Noteinspeise-Kühlsystem, Notstromdiesel und eine Brandschutztür.

Auf den weiteren Plätzen der Pannenstatistik lagen 2013 das AKW Neckarwestheim-2 mit acht „meldepflichtigen Ereignissen“ und die AKWs Emsland und Isar-II mit jeweils fünf.

Auch in der Summe der Störfälle in der gesamten Laufzeit liegt Philippsburg 2 inzwischen an der Spitze. Das AKW stellte 2013 mit 236 Störfall-Meldungen seit der Inbetriebnahme 1984 den Negativ-Rekord unter den neun noch in Deutschland laufenden Atomkraftwerken auf. Damit hat Philippsburg den Störfallspitzenreiter von 2012, das AKW Grohnde, mit derzeit 234 Störfällen knapp überholt. An dritter Stelle steht das AKW Grafenrheinfeld mit 232 Störfällen.

Im Sommer 2011 lag das AKW Philippsburg mit 192 Störfällen noch an vierter Stelle hinter dem AKW Grohnde (226), dem AKW Grafenrheinfeld (222) und dem AKW Brokdorf (212). Seit der Verabschiedung der letzten Atomgesetz-Novelle haben sich im AKW Philippsburg damit 44 Störfälle ereignet.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Je älter die Atomkraftwerke werden, um so störanfälliger wird ihr Betrieb. Das Risiko für die Bevölkerung steigt. Dabei werden Meiler wie der in Philippsburg für die Stromversorgung nicht mehr benötigt. Es ist verantwortungslos, das AKW wie vorgesehen bis Ende 2019 weiter zu betreiben. Philippsburg 2 muss angesichts der anhaltenden Pannenserie sofort vom Netz!“

Quelle: PE ausgestrahlt.de, 08.01.2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv