Frankreich: Atommülltransport entgleist

Ein Waggon mit sechs Tonnen hochradioaktiver Abfälle ist in Frankreich entgleist. Der Vorfall ereignete sich am 23. Dezember nur zehn Kilometer von Paris entfernt.

Laut Greenpeace enthält der Behälter abgebrannte Brennelemente aus dem französischen Atomkraftwerk in Nogent-sur-Seine. Am Tag vor Heiligabend war eines der Räderpaare des Waggons auf dem Rangierbahnhof Drancy aus den Schienen gesprungen. Ziel des Transports ist die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in der Normandie. Nach Information französischer Atomkraftgegner konnte der Castor erst am 27.12. weiter transportiert werden, nachdem er auf einen anderen Waggon umgeladen worden war.

Der Rangierbahnhof von Drancy ist ein großer Umschlagplatz für Güterzüge, darunter auch jede Menge chemische Gefahrgüter und hochentzündliche Materialien. Drancy ist ein Vorort von Paris, die Entfernung ins Zentrum der Hauptstadt beträgt nur gut 10 km. Der Bürgermeister der Stadt Drancy erklärte, er wird die Landesbehörden verklagen, weil sie die lokale Bevölkerung einer Gefahr ausgesetzt haben sollen.

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Quellen (Auszug): http://groupes.sortirdunucleaire.org, 02elf.net; 23./24.12.2013

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