Niedersachsen: Atomkontrolle in einer Hand

Zwischenlager für radioaktive Abfälle und auch mehrere Firmen, die sich mit Nuklearprodukten befassen, werden in Niedersachsen künftig direkt vom Umweltministerium beaufsichtigt.

Dazu sagt Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. in „neues deutschland“:

„Es ist gut, dass wir jetzt einen zentralen Ansprechpartner in Hannover haben“. Denn man habe die Erfahrung gemacht: „Die Gewerbeaufsichtsämter reagieren sehr unterschiedlich auf Fragen von uns.“ Besonders über das Amt in Lüneburg, zuständig unter anderem für mittel und schwach radioaktive Abfälle im Gorleben-Lager, habe sich die Initiative schon oft ärgern müssen. „Die mauern gern, wenn wir was wissen wollen“, so Ehmke. Egal, ob es um gemessene Strahlenbelastung gehe, Atommülltransporte oder die Genehmigung einer geplanten Anlage: „Es ist sehr mühselig, Auskunft zu bekommen.“

Ehmke geht davon aus, dass das Ministerium offener ist für das Informationsbedürfnis der Umweltschützer. Es sei zu begrüßen, dass Hannover nun den ganzen Bereich der Anlagen in Gorleben im Visier habe und nicht, wie schon bisher, allein das Castor-Lager, in dem die Behälter mit hoch radioaktivem Müll untergebracht sind, und die hoch umstrittene die Pilot-Konditionierungsanlage. Gegenwärtig drängt die Umweltinitiative den niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), die PKA unter die Lupe zu nehmen. Fasslager, Castor-Halle und die PKA, so die Befürchtung der Gorleben-Gegner_innen, sind Teil der nuklearen Infrastruktur, die die Gorleben-Befürworter als Standortvorteil ins Feld führen werden.

Auszug aus: neues deutschland, 20.12.2013

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