Ja zum Rückkauf der Berliner Stromnetze!

ROBIN WOOD ruft alle BerlinerInnen dazu auf, beim Volksentscheid am kommenden Sonntag mit „Ja“ für den Rückkauf der Stromnetze und den Aufbau eines berlineigenen Stadtwerks zu stimmen. Mit Aktivitäten wie „Gruß aus Berlin“-Postkarten und der Online-Aktion „Tschüss-Vattenfall“ unterstützt die Umweltorganisation die Initiative des „Berliner Energietisches“.

Die Verfügung über die Netze ist nicht allein wichtig, um die Energiewende voranzubringen. Der Netzbetrieb rechnet sich auch und brächte der Stadt langfristig sichere Gewinne. In Hamburg hat dies vor wenigen Wochen bereits überzeugt: Die Mehrheit in der Hansestadt entschied sich für die Rekommunalisierung der Energienetze und gegen den weiteren Betrieb durch Vattenfall.

Unternehmensentscheidungen sowie zahlreiche Medienberichte der letzten Monate zeigen, dass Vattenfall den Rückzug aus dem Deutschland-Geschäft vorbereitet. Beim anstehenden Verkaufspoker ist die insgesamt gute Gewinnlage beim Stromnetz für den Konzern von strategischer Bedeutung. Deshalb wehrt sich das angeschlagene Unternehmen mit einem millionenschweren Werbe-Etat so massiv gegen die Volksentscheids-Initiative des „Berliner Energietisches“.

„Rund 50 Millionen Euro jährlich hat Vattenfall in den vergangenen Jahren im Schnitt mit dem Berliner Stromnetz an Gewinnen eingefahren. Jetzt klammert sich der Konzern mit allen – auch mit nicht ganz legalen – Mitteln an die Netze“, stellt Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD fest.

Die BerlinerInnen haben mit der Privatisierung von wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge schlechte Erfahrungen gemacht. Wasser, S-Bahn und auch die Stromnetze sind von grundsätzlicher Bedeutung für das Gemeinwohl und gehören daher in die öffentliche Hand. Private Unternehmen wie Vattenfall sehen sich nur den wirtschaftlichen Zielen ihrer Aktionäre verpflichtet. Transparenz und Mitbestimmung kommen hingegen viel zu kurz. Deshalb fordert ROBIN WOOD Netze in Bürgerhand.

Mit seinen extrem hohen CO2-Emissionen gehört Vattenfall zudem zu Europas führenden Konzernen in Sachen Klimakatastrophe. Über 80 Prozent seines Stroms erzeugt Vattenfall mit besonders klimaschädlicher Braunkohle aus der Lausitz. Daran soll sich nach den Plänen von Vattenfall auch künftig nichts ändern. Fünf neue Braunkohletagebaue in Brandenburg und Sachsen will das staatseigene, schwedische Unternehmen erschließen und dafür noch mehr Menschen zwangsumsiedeln und Dörfer abbaggern.

„Ein ‚Ja‘ in Berlin wird auch helfen, die klimaschädliche Braunkohleverstromung in der Lausitz zu beenden. Denn bisher verkauft Vattenfall in Berlin den Strom, für den in der Lausitz die Dörfer zerstört werden“, erklärt ROBIN WOOD-Vorstand Daniel Häfner aus Cottbus. „Die BerlinerInnen haben am Sonntag die Chance, dem Klimakiller Vattenfall die Rote Karte zu zeigen und ein weiteres Signal für die Energiewende zu setzen.“

httpv://www.youtube.com/watch?v=-Mlk7t9L5kQ

Quelle: robinwood.de, 29.10.2013

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